Auf der Sonnenseite der Schweiz – Lugano

Mediterranes Flair und Schweizer Gastfreundlichkeit. Das alles gibts am Luganersee.

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Vergangenen Herbst war es mal wieder so weit in die Schweiz zu fahren. Was bietet sich da besser an, als das Tessin?! Gerade wenn bei uns schon das Schmuddelwetter beginnt, kann man im Tessin den Sommer noch etwas verlängern, oder den Winter am Jahresanfang ein wenig verkürzen.

Die Anreise
Bahn: Aus Deutschland kommt man über die Hauptrouten Stuttgart – Zürich und Mannheim – Basel – Zürich in die Schweiz. Von Zürich nach Lugano kommt man dank des neuen Gotthard-Basistunnel in nur 2:08h.
Auto: Mit dem Auto kommt man aus Deutschland am besten über die A81 Stuttgart – Singen nach Zürich. Ab Zürich fährt man über die A4 und A2 (wenn alles gut geht) in 2:45h nach Lugano.

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Tipp: Swiss Travel Pass
Selbst wer sein Auto liebt. Die Schweiz ist Bahnland Nummer 1. In Verbindung mit dem bestens abgestimmten Nahverkehr kommt man bequem und entspannt überall hin. Und das auf rund 29.000 Kilometern Bahn-, Bus- und Schiffslinien in der ganzen Schweiz. Mit dem Swiss Travel Pass ab 194 Euro (2. Klasse) für 3 Tage. Kinder bis vor dem 16. Geburtstag in Begleitung mindestens eines Elternteils reisen dabei mit der kostenlosen Swiss Family Card gratis. Nebenbei gibt es noch bei hunderten Museen uvm. freien Eintritt oder Vergünstigungen.
Wer nur an einem Ort in der Schweiz bleibt, für den kann auch der Sparpreis Europa ab 19,90 Euro (einfache Fahrt, 2. Klasse) durchaus eine Option sein.

Warst Du schon einmal in der Schweiz? Ich bin an der Schweizer Grenze aufgewachsen und liebe das Land! Die meisten haben bei der Schweiz ein ganz bestimmtes Bild im Kopf: Die Schweiz, das sind die Alpen, Kühe, Käse – Irgendwie Heidi eben. Dabei vermuten viele nicht, dass die kleine Schweiz neben dem eher flachen Norden auch noch ein ganz anderes, ein mediterranes, Gesicht hat. Ganz unten im Süden liegt das Tessin. Überquert, oder durchfährt man den Gotthard kommt man auf einer anderen Welt heraus. Landschaft und Natur zeigen das es hier mediteran zu geht. Nah an Italien ist es kein Wunder das man hier hauptsächlich italienisch spricht. Aber keine Angst, auch mit Deutsch kommt man sehr gut zurecht.

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Die größte Stadt des Tessins ist Lugano. und was soll ich sagen? Hier lässt es sich ganz gut aushalten. Die Stadt liegt direkt am gleichnamigen Luganersee und ist von Bergen umgeben. Winter ist hier eigentlich nur zwischen Dezember und Februar. Hier kann tagsüber das Thermometer in den einstelligen Bereich bei durchschnittlich 7 Grad abrutschen. Also selbst im Winter ist es hier noch angenehm. Bis in den Oktober kann man in der Regel mit bis zu 17 Grad rechnen. Für Wintermuffel ist Lugano wärmstens zu empfehlen!
Richtig warm und bunt wird es dann ab März und April zur Kamelien- und Magnolienblüte. Am besten dazu am See entlang im Parco Ciani, der grünen Lunge der Stadt, spazieren gehen. Danach wird jedem klar sein warum man bei Lugano auch von der mediterrane Seele der Schweiz spricht.

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Der Hauptbahnhof in Lugano liegt in der Oberstadt.In die Altstadt kommt man bequm und schnell zu Fuß oder seit 1886 auch ganz bequem mit der Standseilbahn direkt mitten in die Altstadt zum Piazza Cioccaro.
Die Altstadt Lugano lädt zum bummeln ein. in den vielen kleinen Gassen und Galerien gibt es allerlei tolle Geschäfte entdecken. Egal ob man sich für spezielle Modedesigner, Juweliere, Buchhändler, Bäcker, oder sonst etwas interessiert. Ich bin mir sicher man wird garantiert fündig.
20171119_105135 Durch die typische Bebauung im lombardischen Stil hat Lugano einen ganz eigenen Charme. Die enge Bebauung hat auch im Sommer etwas gutes, denn sie spendet Schatten und macht selbst bei großer Hitze den aufenthalt in der Stadt erträglich.
Sollte es doch einmal in Lugano regnen, empfiehlt sich ein Besuch im Kunstmuseum Museo Cantonale d’Arte. Dort gibt es unter anderem einige Werke großer Meister aus dem 19. und 20. Jahrhundert zu sehen, wie zum Beispiel “Danseuse” von Edgard Degas.
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Das schöne an der Altstadt ist, dass sie direkt am Luganersee endet. So kann man an schönen Tag sowohl ein wenig bummeln, als auch den See genießen. Entweder man spaziert ein wenig an der Promenade entlang, setzt sich auf eine Bank und genießt die Sonne und das plätschern des Wassers, oder man kühlt sich in einem der öffentlichen Schwimmbädern etwas ab. Ganz besonders schön ist das historische Lido di Lugano. Ein historisches Strandbad aus dem Jahr 1928. Das Restaurant und eine Lunge ist im Pavillon, einem Schmuckstück im Stil der venezianischen Renaissance mit Blick auf den See, untergebracht. Direkt angeschlossen ist das Olympiabad mit 10m Sprunganlage und 50m Becken. Jeden Sommer findet hier das Open-Air-Kino „Cinema al Lago“ statt.
Man kann aber auch Tret- oder Ruderboote und auch SUP-Boards ausleihen. Wer den ganzen Luganersee genießen möchte setzt sich in eines der Ausflugsschiffe und macht eine Rundfahrt mit.
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Das Tessin ist natürlich auch für Feinschmecker ein Eldorado. Man merkt aber, dass das Tessin der “ärmere” Teil der Schweiz ist. Die Preise sind für uns Deutsche nicht ganz so heftig wie in der Nordschweiz. Es gibt aber wie überall für jeden Geldbeutel tolle Lokalitäten. Mindestens eine Milchkaffee sollte man sich im Grand Café Al Porto (via Pessina 3) gönnen. Was früher zu einem Kloster gehörte beherbergt seit 1808 ein Café. Hier trafen sich immer wieder Literaten, Künstler und Politiker. Der besondere Stolz liegt im 1. Stock. Der “Cenacolo Fiorentino” war der ehemalige Abendmahlsahl des Klosters und ist bis heute mit einer Kassettendecke und Wandfrescos aus dem 16. Jahrhundert ausgekleidet.
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Wer sich einen kleinen Mittagssnack mit Kaviar und Champus gönnen möchte, kann das sehr gut im Gastro Snack Bernasconi – Cibodivino (Via Nassa 7) machen. Hier gibt es aber auch andere Leckereien zum probieren.
20171118_130432 Wer eher einen klassischen Italiener sucht, der ist bei Antica Osteria del Porto (Via Foce 9), direkt am Hafen und beim Schwimmbad bestens aufgehoben. Abends sollte man aber reserviert haben!
Wer es etwas moderner haben möchte mit leckerer mediterraner Küche, der sollte das Ciani Lugano (Piazza Indipendenza, 4) am Casino im Parco Ciani aufsuchen. Hier gibts für jeden Hunger etwas in einer tollen Atmosphäre.
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Und was muss man im Tessin unbedingt mal probiert haben?!
Natürlich ist da zum einen der Käse. Im Tessin gibts vor allem auch guten Ziegenkäse oder auch den Tessiner Weichkäse Zincarlìn. Pur passt Käse ganz besonders gut zum Tessiner Merlot. Ansonsten ist natürlich das Tessin für sein Risotto, die Polenta und Torta di Pane, den Brotkuchen bekannt.
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Lugano ist umgeben von Bergen und kleinen Dörfern und ist damit optimaler Ausgangspunkt für kleinere und größere Wanderungen oder Radtouren. Man kann schön und flach um den See wandern und radeln. Hat man keine Lust mehr, steigt man einfach in den nächsten Bus oder geht auf das nächste Schiff. Wirklich beeindruckende Sichten bekommt man aber vor allem von den Bergen rund um Lugano. Der Hausberg Luganos ist der Monte Brè. Er gilt als sonnigster Berg der Schweiz. Man kann ihn von der Stadt aus erwandern, oder die 933 Meter lieber bequem mit einer Standseilbahn erklimmen. Oben wird man mit einer herrlichen Aussicht auf den Luganer See belohnt.
20171118_155638 Der wohl bekannteste Berg Luganos liegt auf der gegenüberliegenden Seeseite der Stadt. Top Of Lugano wir der 912 Meter hohe Monte San Salvatore gerne genannt. Er wird aber auch gerne nach seinem Zwillingsbruder benannt: Zuckerhut der Schweiz. Auch er ist mit einer Standseilbahn erschlossen und bietet neben Wandermöglichkeiten auch einen Klettersteig.
Der 1100 Meter hohe Monte San Giorgio wurde 2003 zum UNESCO-Weltnaturerbe erhoben. Hier wurden wichtige Fossilienfunde, wie die 2.5 m lange Rekonstruktion des Landsauriers Ticinosuchus, gemacht. Auch hier gibt es eine Standseilbahn.
Der höchste Berg rund um Lugano, den Monte Generoso, erfährt man am besten mit der Zahnradbahn. Es geht hinauf auf bis zu 1704 Meter.
Und wer mal in die Sterne schauen möchte, steigt auf den 1624 Meter hohen Monte Lema. Er beherbergt ein astronomisches Observatorium mit einem Teleskop Durchmesser von 410mm.
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Eines meiner Höhepunkte während meines Aufenthaltes in Lugano war der Besuch des kleinen Fischerdörfchens Gandria. Zu Fuß in etwa 45 Minuten von der Stadt entfernt liegt Gandria direkt am Hang des Monte Brè. Am Nordufer des Luganersee. Für den Fahrzeugverkehr ist die Ortschaft gesperrt. Man würde aber auch nicht sehr weit kommen. Gandria besteht aus einem kleinen wirrwarr an Gässchen. Wer hier größere Einkäufe erledigen Muss, macht das mit dem Karren, oder mit dem Schiff.
20171118_095936 Gandria ist eine kleine Oase der Ruhe. Zumindest in der Nebensaison. Ein paar Gaststätten mit herrlichen Terrassen zum See laden zum entspannen ein. Mir hatte das Café Locanda Gandriese (Via alla Chiesa 3) sehr gefallen. Sehr leckerer Kaffee und eine kleine, aber feine Terrasse mit tollem Blick auf den Luganersee.
20171118_112644 Durch das Fischerdörfchen führt seit 2002 ein 3,3, km langer Olivenwanderweg “Sentiero dell`Olivo” auf dem man etwas rund um den Olivenanbau erfahren kann.
20171118_101226 Auf der Gegenüberliegende Seeseite, der Cantine di Gandria,  existieren uralte Felsgrotten. Wo früher Schmuggler ihre Beute versteckten sind heute einige, für das Tessin typische, Grottos im Sommer für Wanderer oder Schiffsausflügler geöffnet. In einem Grotto gibt es in der Regel typische Tessiner Spezialitäten zum Essen und Trinken.
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Gut zu wissen
Im Nachbarort Montagnola gibt es ein kleines Hermann Hesse Museum. Der aus Calw, Baden-Württemberg, stammende Schriftsteller und Maler lebte zwischen 1919 und 1962 im Tessin. Unter anderem hat er “Das Glasperlenspiel”, für das er 1946 den Nobelpreis für Literatur erhielt, hier geschrieben. Im Ort gibt es einen Lehrpfad “Auf den Spuren von Hermann Hesse” mit elf Stationen zu seinem Wirken.

Festivals in Lugano:
– Lugano Festival (April-Juni)
– Estival Jazz (Juni/Juli)
– „Blues to Bop“ Open-Air Musikfestival (August/September)
– Festa d’Autunno (Oktober)

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Weitere Informationen gibt es hier:
Lugano Tourismus
My Switzerland
Swiss Travel System

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Ein Wochenende geht viel zu schnell vorbei wie ich merken musste. So hab ich mir ganz fest vorgenommen bald wieder einen Ausflug ins Tessin zu machen. Es gibt noch viel zu erzählen!

Meine Recherchereise wurde von
Ticino Turismo
unterstützt. Herzlichen Dank!

3 Kommentare:

  1. Pingback:Auf der Sonnenseite der Schweiz – Lugano - Notizie

  2. Schöner Bericht und tolle Bilder! Lugano ist wirklich eine schöne Stadt!

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