Ausflugtipp: Der Fernsehturm Stuttgart

Seit über 60 Jahren das Wahrzeichen Stuttgarts. Der Fernsehturm. Liebevoll auch „Betonnadel“ von den Stuttgartern genannt.

Anfahrt:

Mit der Bahn: Vom Hauptbahnhof Stuttgart mit der U-Bahn Linie  U7, U8 und U15 bis Haltestelle „Ruhbank“ (Fernsehturm)
Mit dem Auto: Fernsehturm Stuttgart, Jahnstraße 120, 70597 Stuttgart. Direkt am Fernsehturm gibt es Parkplätze.

Tipp:
Tipp: Die U15 nehmen und an der in Fahrtrichtung rechten Fensterseite Platz nehmen. Die U15 schlängelt sich den Talkessel entlang nach oben und bietet immer wieder grandiose Panoramablicke auf den Talkessel Stuttgart.
Fernsehturm - Wald

Kosten und Öffnungszeiten:

Erwachsene: 7 Euro
Kinder bis 5 Jahren: frei
Kinder von 6-15 Jahren: 4 Euro
Familienticket (2 Erwachsene mit Kinder bis 15 Jahre) 20,00 Euro
Guten Morgen Ticket (Sa & So bis 10 Uhr), Erwachsene 4,00 Euro
Guten Abend Ticket (So & Mo ab 20 Uhr), Erwachsene 4,00 Euro

Geöffnet täglich von 10 Uhr – 22:30 Uhr (Fr – So & Feiertage ab 9 Uhr)
Die Aussichtsplattform wird um 23 Uhr geschlossen.

Der Fernsehturm Stuttgart:

Ein Ausflug auf den hohen Bopser, wie die Anhöhe im Stuttgarter Stadtteil Degerloch heißt, zum Fernsehturm lohnt sich immer wieder für Groß und Klein. In 20 bis 26 Minuten ist man mit der Stadtbahn zum Fuß des Fernsehturms gefahren. Von der Haltestelle sind es dann aber noch 10 Gehminuten bis zum Fernsehturm. Der Weg dorthin ist aber gut beschildert und er ist auch nicht wirklich zu übersehen. Am Fuß des Fernsehturms gibt es einen Souvenirshop. Hier bekommt man allerlei Mitbringsel rund um den Fernsehturm Stuttgart. Wenn man unten am Fuß des Fernsehturms steht und hinauf blickt, fällt einem auf wie extrem filigran der Turmes doch wirkt. Der Berliner Fernsehturm dagegen kommt einem beispielsweise von unten betrachtet eher mächtig vor. In Stuttgart, beim ersten Betonfernsehturm der Welt, hat der Architekt Fritz Leonhardt das konische Fundament unter die Erde gelegt. Zum einen um eine höhere Stabilität zu bekommen, aber auch um das klobige Fundament optisch verschwinden zu lassen. In Berlin war dies wegen des schlechten Untergrundes damals nicht möglich und man musste dort nach anderen Lösungen suchen. Das Turminnere, Mosaike, geschwungene Formen, etc. versprühen im Positiven noch ein wenig den Charme der 50er Jahre. Mit dem Aufzug fährt man in Obhut eines Aufzugsführers 150 Meter hinauf auf die untere Aussichtsplattform.  Von hier aus hat man einen traumhaften rundum Blick weit über die Region Stuttgart. Wer nicht ganz schwindelfrei ist kann übrigens problemlos auf die untere Aussichtsplattform gehen. Durch die Korbform sieht man nicht direkt nach unten und kann so schön seine Blicke in die Weite schweifen lassen. Über eine kleine Treppe geht es nochmal drei Meter höher auf die obere Aussichtsplattform. An schönen Tagen kann es auf beiden Plattformen ziemlich voll sein. Wiederrum über eine Wendeltreppe geht es von der unteren Aussichtsplattform in das Panoramacafé. Wer Glück hat und sich ein Plätzchen ergattert, wird bei Kaffee und Kuchen mit einem tollen Blick belohnt. Für den reinen Turmbesuch (ohne Anstehen, etc.) sollte man ungefähr eine halbe Stunde bis Stunde Zeit einplanen. Der Besuch des Fernsehturms lässt sich prima mit einem Spaziergang durch den Wald verbinden.

Tipp:
In den Sommermonaten die Wochenenden meiden. Bei trockenem Wetter sind Wartezeiten in den Sommermonaten von mehr als einer Stunde keine Seltenheit. Dann lieber ganz früh, oder spät Abends den Aufstieg wagen.
Fernsehturm - Korb

Fernsehturm - Betonnadel Zahlen, Daten, Fakten:

Fernsehturm Höhen und Breiten:

  • 216,6 Meter gesamt Höhe
  • 153 Meter – Aussichtsplattform oben
  • 150 Meter – Aussichtsplattform unten
  • 147 Meter – Turmkorb 4. Geschoss – Panoramacafé
  • 144 Meter – Turmkorb 3. Geschoss – Veranstaltungsebene (ehemaliges Restaurant)
  • 141 Meter – Turmkorb 2. Geschoss – Rohbau (zurückgebaute Küche)
  • 138 Meter – Turmkorb 1. Geschoss – Richt- und Mobilfunk
  • 5 Meter – Durchmesser Turmschaft – am Korbansatz
  • 10 Meter – Durchmesser Turmschaft – am Erdgeschoss

Aufzüge:

  • Zwei Aufzüge (je max. 16 Personen)
  • Geschwindigkeit: max. 5 m/sec.
  • Fahrtdauer (0 auf 150 Meter) rund 36 Sekunden
  • Nottreppe: 762 Stufen

Statik:

  • Gesamtgewicht: 4500 Tonnen
  • Erdlast: 3000 Tonnen (auf das Fundament)
  • Turmkorb Bewegung bei Sonne: bis zu 17 cm zur Schattenseite hin
  • Turmschaft Grundschwingung: 5-6 Sekunden
  • Turmschaftachse Ausschlag: max. 30 cm (An der Antennenspitze ganz oben sind das dann stolze 1,5 Meter)
  • Orkan mit 170 km/h erzeugt 172 Tonnen Winddruck auf den Fernsehturm
Fernsehturm - Fundament Aufzug

Geschichte:

Als 1952 das Fernseh-Zeitalter begann war es um den Empfang im Stuttgarter Talkessel schlecht bestellt. Ein Funkmast musste her. Nachdem ein Standort in der City nicht in Frage kam wurde schnell der hohe Bopser dafür auserkoren. Hier sollte ein 200 Meter hoher Stahlgittermast (ähnlich dem Berliner Funkturm) für geschätzte 190.000 DM aufgestellt werden. Es gab aber bedenken was die Eisbildung in den kalten Wintermonaten anbelangte und ob er die zusätzliche Last tragen würde. Der Brücken- und Hochbauingenieur Fritz Leonhardt kam daher mit einem revolutionären Ansatz eines Betonturmes mit Nutzung als Restaurant- und Aussichtsplattform daher. Seine Kostenschätzung damals: rund 400.000 DM. Die Idee überzeugte und so begann der spektakuläre Bau im Juni 1954. Während der Bauphase gab es auch Proteste und teils sehr gewagte Ideen. So wollte man beispielsweise um Werbeeinnahmen zu generieren dem Fernsehturm wie dem Bahnhofsturm einen 10 Meter großen Mercedesstern aufsetzen. Solche Ideen wurden glücklicher Weise nie umgesetzt. In einer Rekordzeit von 20 Monaten wurde der Fernsehturm am 5. Februar 1956 als erster Stahlbeton – Fernsehturm der Welt eröffnet. Durch extremen Mehrverbrauch von Beton und Stahl stiegen die Kosten für den Fernsehturm am Ende auf 4,2 Millionen DM. Diese hatten sich aber durch die Besucher des Restaurants und der Aussichtsplattform innerhalb von nur fünf Jahren amortisiert. Anstelle eines erwarteten Defizits von 2 Millionen DM in den ersten zehn Jahren wurden in dieser Zeit 6,6 Millionen DM an Pacht erwirtschaftetet.

„Möge der Turm … dazu helfen,
die Menschen in der ganzen Welt einander näherzubringen.“
SDR Intendant Eberhard zur Eröffnung am 5.3.1956

Im Jahr 2009 erfuhr der Fernsehturm eine aufwendige Sanierung des Turmkorbs. Unter anderem wurden neue Fenster, sowie rundum eine neue Aluverkleidung nach original Skizzen eingebaut und angebracht.
Am 28. März 2013 wurde der Fernsehturm aus Brandschutzgründen für Besucher geschlossen und nach langem hin und her wer die Kosten übernehmen sollte wurde der Fernsehturm aufwendig für die neusten Brandschutzbestimmungen fit gemacht und schließlich am 29. Januar 2016 wieder für die Besucher eröffnet. Seither findet er bei Stuttgart Besuchern mehr Beachtung denn je und die Stuttgarter selbst haben ihre Betonnadel auch wieder mehr in ihr Herz geschlossen.
Fernsehturm - Aussichtsplattform unten

Architekturpreise:

Der Fernsehturm Stuttgart hat einige Preise gewonnen. Schon wenige Jahre nach der Eröffnung bekam er 1959 den Paul-Bonatz-Architekturpreis in der Kategorie Ingenieurbauten verliehen.
1986 wurde der Stuttgarter Fernsehturm zum Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung nach § 12 des Denkmalschutzgesetzes erklärt. Er gelte als eines der charakteristischen Beispiele der Nachkriegsarchitektur in Stuttgart.
2009 bekam er von der Bundesingenieurkammer den Titel „Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland“ verliehenen.

Wusstet ihr, dass…

die Aussichtsplattform seit 2005 eine Fußbodenheizung installiert hat damit sie in den Wintermonaten schnee- und eisfrei bleibt?
der Fernsehturm zuerst wegen der Flugsicherung weiß-rot gestreift sein sollte?
der Fernsehturm statt der weiß-roten Kennzeichnung zur Flugsicherung drei neuartige rotierende Drehlinsenfeuer bekam die nachts den Fernsehturm wie ein Leuchtturm aussehen lassen?
jede der drei Drehlinsenbefeuerungen eine Leistung von 1,6kW haben und damit bis zu 50 Kilometer weit entfernt noch zu sehen sind?
die Drehlinsenbefeuerungen heute zur Flugsicherung nicht mehr nötig wäre, aber die Stuttgarter (und auch heimische Piloten)  ihren Leuchtturm wieder strahlen sehen wollten?
seit Juli 2006 kein Fernsehprogramm mehr vom Fernsehturm ausgestrahlt wird? Dies übernimmt seither der benachbarte Fernmeldeturm auf dem Frauenkopf.
Fernsehturm - Drehlinsenbefeuerungen

Gastronomie:

  • Biergarten mit Spielplatz
  • Restaurant Leonhardts am Turmfuß
    (Sonntags wird zusätzlich auf der Veranstaltungsebene auf 144 Meter Höhe von 10.00 bis 14.00 Uhr Brunch angeboten)
  • Panoramacafe im Korb (Fr-So 9-12 Uhr Frühstücken)
  • Drum herum auf der Waldau gibt es viele Vereinslokale
Fernsehturm - Panoramacafé

Besonderes:

Sonntags kann man in luftiger Höhe Brunchen (lange im Voraus reservieren!) oder sich hoch über Stuttgart das Ja Wort geben. Daneben gibt es diverse Veranstaltungen wie Theateraufführungen oder kleine Feiern in der Veranstaltungsebene.
Fernsehturm - Nah

Ein Kommentar:

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