Ausflugtipp: Mit der Schwarzwaldbahn von Karlsruhe nach Konstanz

Besondere Bahnstrecken gibt es auf der ganzen Welt. Eine davon liegt in Baden-Württemberg und ist nicht nur für Eisenbahnfans ein absolutes Muß!

Wer ist nicht auch immer mal wieder auf der Suche nach einem Tagesausflug oder kurzem Wochenendtrip der nicht zu weit entfernt ist und dazu auch noch erschwinglich bleibt?! Wohl jeder. Im Süden Baden-Württembergs ist die Landschaft sehr vielseitig und abwechslungsreich. Mit der Schwarzwaldbahn fährt man einmal quer durchs Ländle und kann dabei vieles entdecken.
Schwarzwaldbahn - Triberg Bahnhof

Geschichte der Schwarzwaldbahn

Die Schwarzwaldbahn ist eine wirklich besondere Strecke. Geschichtlich wie auch Geografisch. Die Schwarzwaldbahn wurde unter anderem durch die Industrialisierung der Uhrenindustrie nötig. Bis zu ihrer Fertigstellung 1873 musste man Waren mit der Bahn von Offenburg über Basel nach Singen an den Bodensee bringen. Ein gewaltiger Umweg. Nach der Fertigstellung der Schwarzwaldbahn verkürzte sich dieser Weg von 240 Kilometer auf nur noch 149 Kilometer. Dies war nur mit Hilfe des genialen Bauingenieur Robert Gerwig (* 2.05.1820 in Karlsruhe,   + 6.12.1885 in Karlsruhe) möglich. Er schaffte diese Querverbindung durchs Land mit einem Höhenunterschied von rund 670 Metern so zu erbauen, dass normale Züge diese Steigungen ohne zusätzliche Lokomotiven zur Verstärkung benötigt wurden. Er schaffte es, die maximale Steigung auf der gesamten Strecke unter 20 Promille zu belassen. Damit hat die Schwarzwaldbahn keine Steilstrecke. Dies schaffte er mit Hilfe von 37 Tunnels und nur einem einzigen Viadukt. Zwei Tunnels, das Niederwasser- und das Große Triberger-Tunnel, sind sogenannte Kehrtunnels. Diese beiden Kehrtunnels liegen zwischen Hausach und St. Georgen. Auf diesem Streckenabschnitt wird ein Höhenunterschied von mehr als 564 Metern überwunden. Das funktioniert nur mit den Kehrtunnels, die die Bahnstrecke künstlich verlängern. Luftlinie liegen Hausach und St. Georgen etwa 21 Kilometer voneinander entfernt. Die Schwarzwaldbahn arbeitet sich langsam auf 38 Kilometern nach unten. Damit ist die Schwarzwaldbahn eine der tunnelreichsten und brückenärmsten Gebirgsbahnen Europas. Dieses geniale Werk brachte dem Bauingenieur den Namen „Vater aller Gebirgsbahnen“ ein und wurde zum Vorbild vieler Gebirgsbahnen wie zum Beispiel dem alten Gotthardtunnel. In der Tat arbeitete der Bauingenieur Robert Gerwig zwischendurch auch am alten Gotthardtunnel mit.
Schwarzwaldbahn - Triberg Dampflok

Anfahrt zur Schwarzwaldbahn

Die Schwarzwaldbahn ist von Norden, Süden und Westen am besten mit dem ICE bis Karlsruhe Hauptbahnhof (oder Offenburg Hauptbahnhof, bzw. Baden-Baden Hauptbahnhof) zu erreichen bzw. von (Süd)Osten mit dem IC, RE oder dem Schiff bis Konstanz zu erreichen. Es lassen sich auch Teilstrecken über andere Nebenbahnen erreichen und verbinden.

Tipp:
Wer vom Norden kommt kann übrigens am Wochenende Freitag und Samstag mit dem verkehrenden IC-Zugpaar „Bodensee“ von Emden über Koblenz und Offenburg nach Konstanz fahren und Sonntags mit diesem IC wieder zurück reisen.
(Der tägliche IC „Schwarzwald“ von Hamburg-Offenburg-Konstanz und zurück wurde leider von der Deutschen Bahn 2014 eingestellt.)
Schwarzwaldbahn - Start Karlsruhe Hbf

Die Schwarzwaldbahn

Um die Schwarzwaldbahn genießen zu können braucht man nicht viel. Man löst am besten online oder am Automaten das Baden-Württemberg-Ticket für 23 Euro + 5 Euro je Mitfahrer und schon gehts los!
Die Schwarzwaldbahn (KBS 720) beginnt offiziell zwar erst in Offenburg, aber der RegionalExpress der Bahn fährt schon ab Karlsruhe Hauptbahnhof. Wer sich also die schönsten Plätze im oberen Teil der Doppelstock-Wagen sichern möchte sollte seine Tour auch schon in Karlsruhe beginnen lassen. Die Tour vom Oberrheinischen Tiefland bis zum Bodenseeraum dauert rund 3 Stunden.
Leider gibt es aktuell (Stand 12/2016) keinen Snack-Verkauf mehr an Bord, so dass auf alle Fälle etwas Proviant nicht verkehrt wäre mitzunehmen. Wer entspannt die Strecke genießen und dazu noch etwas über die vorbeiziehende Landschaft und die Strecke erfahren möchte kann sich bei der Bahn den „AudioGuide Schwarzwaldbahnhier herunterladen.  Achtung! Bitte noch zuhause oder in einem WiFi installieren und das erste Mal starten. Es werden dann noch die ganzen Audio-Files heruntergeladen.
Die Fahrt auf der Schwarzwaldbahn ist zu jeder Jahreszeit ein wahres Naturerlebnis. In den Wintermonaten beispielsweise fährt man durch ein teils noch grünes Oberrheinisches Tiefland. Mit jedem Streckenkilometer verschwindet dann allmählich das Grün und immer mehr Schnee zieht an einem vorbei.
Schwarzwaldbahn - Unterwegs In Triberg, mitten im Südschwarzwald, lohnt es sich dann auch den warmen Sitzplatz zu verlassen und die Fahrt zu unterbrechen. Tagsüber fährt der RegionalExpress stündlich. In Triberg lohnt sich nämlich auf jeden Fall der Besuch der Triberger Wasserfälle. Es sind Deutschlands höchste Wasserfälle. Über 160 Meter stürzt das Wasser der Gutach in sieben Fallstufen hinunter. Gerade im Winter ist ein Besuch sehr schön, wenn teile des Wasserfalls vereist sind.
Schwarzwaldbahn - Triberger Wasserfälle Wer gerne wandert, kann auch hier am Zwischenhalt den „Schwarzwald-Erlebnispfad Triberg“ erwandern. Er besteht aus zwei Touren zu jeweils 6 Kilometern, die jeweils etwa 2 Stunden Wanderlust versprechen. Die Anfangs- und Endpunkte sind jeweils am Bahnhof Triberg. Hier gibt es auch eine kleine Ausstellung zur Geschichte der Schwarzwaldbahn im Bahnhofsgebäude. Die beiden Strecken verlaufen entlang der Bahnstrecke und bieten teils tolle Blicke und Fotomotive. Am Bahnhof Triberg steht als Erinnerung an alte Dampfzeiten seit 2011 die Dampflok 50 245.
Nach einer echten Schwarzwälder Torte in einem der Triberger Kaffees kann man wieder in den nächsten RegionalExpress steigen und seine Fahrt an den Bodensee wieder aufnehmen. Auch die Strecke aus dem Südschwarzwald in die Bodenseeregion hinunter ist sehr reizvoll. Wieder ändert sich das Bild außen. Der Schnee verschwindet langsam und je näher der Bodensee kommt, desto nebliger kann es werden. Oder aber man erwischt einen tollen sonnigen Tag und kann so die ganze Pracht genießen.
Schwarzwaldbahn - Burgruine Die drei stündige Fahrt ist mit den vielen Eindrücken schnell vorüber. In Konstanz angekommen bietet sich immer ein Besuch der Stadt an. Je nachdem ob man nur einen Tagesausflug macht und wieder die Heimreise antreten muss, oder ob man am Bodensee übernachtet bietet sich hier neben einem Stadtbummel noch vieles weiteres an.
Schwarzwaldbahn - Konstanz Imperia Weitere Infos (Bahn.de): Schwarzwaldbahn – Ein Erlebnis das verbindet

8 Kommentare:

  1. Pingback:Der Schwarzwaldbahn-Erlebnispfad rund um Triberg › nortix.blog

  2. Die wunderschöne Schwarzwaldbahn! Ein tolles Ausflugsziel für Groß und Klein im Schwarzwald! Lässt sich prima mit weiteren Highlights der Region verbinden !

  3. Hallo André,
    ich bin auch begnadeter Zugfahrer und komme grad von eine Fahrt aus dem Tchechischen Potucky.
    Auf Deinen Fotos ist viel Schnee zu sehen. Sind die Fotos aktuell?

    Eine Frage noch zum eingesetzten Plugin für die Fotos. Welches hast Du da im Einsatz?

    Grüße und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

    Lothar

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  5. Ich weiß´schon gar nicht mehr, wie ich hier gelandet bin denn die tollen Bilder haben mich in ihren Bann gezogen. Eine Tour, die ich auf jeden Fall mal machen werde. Danke für den Tipp.

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