Die Jugendherberge neu entdecken – Das Fazit

Zweieinhalb Tage, fünf verschiedene Jugendherbergen, eine Botschaft: „Gemeinsam erleben“.

map_de_unterweserVor zweieinhalb Tagen begab ich mich auf eine unbekannte Reise. Mein Ziel: In dieser Zeit fünf Jugendherbergen im Nordwesten kennen zu lernen. Alle fünf Jugendherbergen einen zwei Punkte. Alle diese Jugendherbergen leben das Motte des Deutschen Jugendherbergswerk „Gemeinsam erleben“. Freizeit, Urlaub oder Klassenfahrt mit pädagogischem Anspruch.

Im Nordwesten besonders ist der zweite Punkt. Die besuchten Jugendherbergen haben alle das Thema Nachhaltigkeit auf ihre Fahnen geschrieben.
Dabei geht es längst nicht um die mittlerweile fast schon selbstverständlichen Themen wie die CO² Reduktion oder das Energiesparen, sondern um viel mehr. Nachhaltigkeit in diesen Jugendherbergen bedeutet beispielsweise für die Jugendherberge Schillghörn die Vielfältigkeit der Menschen (wie etwa in einer Schulklasse) aufzuzeigen, sich mit den verschiedenen Kulturen zu beschäftigen und zu zeigen so verschieden jede Kultur sein mag, so gleich sind doch wir Menschen insgesamt.

Einen anderen Ansatz verfolgt die Jugendherberge Leer bei der Nachhaltigkeit. Hier wird das Zusammenarbeiten mit behinderten Menschen groß geschrieben. Das 14 köpfige Team besteht in der Jugendherberge Leer zur Hälfte aus Menschen mit Behinderung. Alle Arbeitsabläufe, Dienstpläne etc. wurden so aufeinander abgestimmt dass jeder der 14 Mitarbeiter ach seinen Stärken das passende Arbeitsumfeld bekommen hat.
Die Jugendherberge Bad Zwischenahn, aber auch einge andere Jugendherbergen, haben bewußt einen „Veggie Day“ eingeführt. Zudem wird generell bei der Auswahl an Zutaten für die Speisen auf die Themen Regionalität, Bio und Nachhaltigkeit geschaut.
Dieses Engagement der Jugendherbergen im Nordwesten hat Ihnen dieses Jahr eine Nominierung beim 7. Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie: „Deutschlands nachhaltigste Unternehmen mittlerer Größe 2014“ eingebracht. Wie das ausgeht wird man am 28. November in Düsseldorf erfahren.
Ich wünsche den Jugendherbergen jedenfalls viel Glück und drücke beide Daumen! Ihr habts verdient!

Was hat sich geändert?

Ich bin Sonntag ja mit meinen (urzeitlichen) Eindrücke einer Jugendherberge los gefahren. Mir war zwar klar, dass sich auch beim Deutschen Jugendherbergswerk die Uhr weiter gedreht hat, jedoch wurde ich noch weit mehr positiv überrascht.
Schlafsäle, pampiges Essen und Pfefferminztee in Stahlkannen muß man heutzutage eher gezielt suchen. Viele Jugendherbergen wurden in den letzten Jahren runderneuert oder werden derzeit in Angriff genommen. Doppelzimmer kannte ich nur für Lehrer, heute gibt’s in nahezu jeder Jugendherberge 6-8 Bett Zimmer, Familienzimmer, Doppel- oder gar Einzelzimmer.
Auch die Ausstattung hat sich Meilenweit geändert. Bei meinem Klassenausflug anno dazumal in die Jugendherberge List auf Sylt gab es noch Metallgestell-Stockbetten. Das Konzept Stockbetten gibt es zwar heute auch noch, jedoch meist aus hochwertigen Materialen wie Holz. Auch die Zimmer sind meist einer Pension oder teils einem Hotel nicht weit entfernt. Gabs früher vielleicht ein Wachbecken im Zimmer, so sind die meisten Zimmer heute mit Dusche und WC ausgestattet. Lediglich bei Häuser die größere Kapazitäten für Schulklassen haben gibt es noch Duschen und WCs auf dem Gang.

Was sich nicht geändert hat:

Noch immer wird nach Männlein und Weiblein getrennt. Allerdings längst nicht mehr Stockwerkweise oder gar Gebäudetechnisch. Außerdem Gibt es mittlerweile Familien- oder Doppelzimmer wo es gar kein Problem ist als Paar zu übernachten. Allerdings gibt’s nicht immer auch ein Doppelbett, sondern wie eh und je das Doppelbett. Also darf man auch weiterhin eng zusammen kuscheln.

Bei allen Annehmlichkeiten und Änderungen ist ein zentraler Bereich nahezu unverändert geblieben. Das gemeinsame Essen im Speisesaal. Das ist ja aber auch ein zentraler Punkt der Jugendherbergen „Gemeinsam erleben“. Und ehrlich gesagt macht es Spaß in einem großen Raum zu essen in dem auch kleine Grundschüler rumschwirren oder andere Gruppen oder Familien am Tisch sitzen. Man kommt so unweigerlich immer wieder mit anderen Menschen in Kontakt. Das fand ich wieder sehr toll zu spüren.

Die Mitarbeiter denen ich in dieser kurzen Zeit begegnete waren alle herzlichst und man merkte ihnen wirklich an das sie ihre Arbeit in der Jugendherber gern machen. Eben nicht nur ein x beliebiger Job. Vielleicht sogar so etwas wie Berufung. Eben auch bei den Mitarbeitern konnte ich das „Gemeinschaft erleben“ spüren. Dort haben überall Teams gearbeitet und keine Einzelkämpfer.

Ich wurde wirklich mehr als positiv überrascht von den Jugendherbergen heutzutage.
Sie bieten für Groß und Klein, Single oder Familie nahezu überall in Deutschland eine gute Alternative zu anderen Unterkünften. Besonders wenn man das Angebot anschaut das man dort zusätzlich geboten bekommt. Bei den vielfältigen Programmangeboten kann glaub kein anderer Anbieter so leicht mithalten.

Ich werde mir für 2015 einen Jugendherbergsausweis zulegen und Mitglied werden. Zum einen muß so etwas unterstützt werden und zum anderen ist das für mich eine echte Alternative beim Städtetripp. Egal ob in Deutschland oder in der Welt.

P1050894Zum Schluß aber noch eine kleine Bemerkung die mir echt negativ aufgefallen ist.
ich glaub in jeder der fünf besuchten Jugendherbergen gabs auf den Toiletten das teure „fertig zubereitete“ zwei-Blatt Klopapier im Spender. Ich denke hier könnte man auch ganz normales Klopapier beziehen. Auch wenn es vielleicht kaufmännisch keinen Unterschied machen sollte vermittelt es eher Verschwendung als alles andere.

In diesem Sinne kann ich nur sagen probiert es selbst:
„Gemeinschaft erleben“

Ade

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