Die Jugendherberge neu entdecken

Mein letztes Mal in einer Jugendherberge? Schon ewig her! Mittlerweile hat sich einges getan. Das möchte ich mir die nächsten Tage genauer anschauen.

Wann ward ihr das letzte Mail in einer Jugendherberge? Ich mußte da echt ein wenig überlegen. Es ist echt schon eine ganze Zeit her. Ich glaube so etwa 2009 dürfte es gewesen sein. Damals haben wir ein Wiedersehen einiger Kollegen aus dem Wasserrettungsdienst Küste organisiert. Die Jugendherberge unserer Wahl war damals die Festung Ehrenstein über den Dächern Koblenz, am Deutschen Eck.
Davor gabs ein paar DLRG Freizeiten und Lehrgänge in diversen Jugendherberger im Schwarzwald und der Klassiker: Die Abschlußfahrt in der Schule. Damals ging es im Nachtzug hoch in den Norden in die Jugendherber List auf Sylt.

Alle oben genannten Erlebnisse haben eins gemeinsam. Das Bild das ich mit Jugendherbergen seither verbinde. Das sind Schlafsäle mit mindestens vier Betten oder viel mehr, Nachtruhe ab spätestens 21 Uhr, Mädchen- und Jungenstockwerke, Baumwollschlafsack, oftmals mürrische Jugendherbergseltern, Zivis und vor allem diese große silbernen Teekannen die in jedem Frühstücksaal zu jeder Tages- und Nachtzeit herum standen. Aber ihr kennt das sicher auch noch, oder?

Ist das heute auch noch so? Wohl eher nicht. Die Jugendherbergen haben sich seither einer Verjüngungskur unterzogen. Um also die heutigen Jugendherbergen kennen zu lernen wurde ich vom Deutsches Jugendherbergswerk (DJH) eingeladen einige Jugendherbergen im Nordwesten der Republik kennen zu lernen.

Der Anfang machte heute die Jugendherberge Bremen

Die Jugendherberge Bremen hat vor neun Jahren ihr Domicil runderneuert und um einen modernen Neubau erweitert. Direkt an der Weser gelegen kann man eigentlich nicht besser unterkommen – wenn es nicht eine Jugendherberge wäre, oder?!
Tatsächlich mußte ich schon bei betreten des Eingangsbereiches meine (ur)alte Vorstellung von Jugendherberge über Bord werfen. Ein freundlicher Mitarbeiter begrüßte mich sofort an der Anmeldung, gegenüber saßen junge Leute gemütlich zusamen und plauderten. Auch als ich dann den Schlüßel für mein Zimmer bekam staunte ich nicht schlecht. Längst kein alter Schlüssel mehr mit einem dicken Holzanhänger oder so ähnlich sondern ganz so wie heute in neueren Hotels so üblich mit Chipkarten. Mein Zimmer im dritten Stock war dann auch gleich am Ende des Gangs gefunden. Ok, der Gang hat durchaus noch einen Charme eines Krankenhauses. Aber hier muß man wohl einfach auch kompromisse eingehen um so ein Haus mit vielen jungen Menschen über längere Zeit auch noch relativ gut ausschauen lassen zu wollen. Und mal ehrlich, wer übernachtet auch auf dem Gang?
Wer jetzt denkt ich bin dann in einen Schlafsaal oder zumindest Mehrbettzimmer gekommen, den muß ich enttäuschen. Die Jugendherbergen sind mittlerweile breit aufgestellt und bieten Unterkunft für große Gruppen und Schulklassen, für Familien und sogar für Aleinreisende, die gerne in einem einzelzimmer übernachten möchten. Ich war sehr positiv überrascht. Das Zimmer hat alles was man braucht. Schrank für seine sieben Sachen und eine Garderobe um Jacken oder ähnliches aufzuhängen. Es gibt ein Tisch mit Stühlen und ein WC mit Dusche. Was will man mehr? Ok, mein Zimmer glänzt zudem noch mit einer 1a Aussicht auf die Weser. Da kann außer dem Steigenberger um die Ecke kein hochpreisiges Hotel mithalten.

Bei einem Rundgang konnte ich dann noch die diversen Schulungs- und Aufenthaltsräume sowie eine tolle Terrasse besichtigen. Selbstverständlich für die Jugendherberge Bremen ist es auch Barrierefrei zu sein und so auch ein rollstuhlgerechtes Zimmer vorzuhalten. Sogar noch mehr. In diesen Zimmern lässt sich bei Bedarf auch ein Krankenbett zustellen um für jede Art von Gruppen Gastgeber zu sein.

Als Highlight bietet die Jugendherberge Bremen für Gruppen oder Klassen die Übernachtungsmöglichkeit auf einem Nachbei eines früher typischen Weserdampfers. Hier wird richtig durch die Bewegung der Wellen auf der Weser in den Kojen in den Schlaf gewiegt. Bei schönem Wetter kann man auch prima auf dem Deck Zeit verbringen.

Um etwas Bremen näher kennen zu lernen gab es noch eine interessante Stadtführung durch die Böttcherstraße und das Schnoorviertel. Mehr zu Bremen gibts demnächst in einem gesonderten Blogpost zu lesen.

Der erste halbe Tag Jugendherberge hat mich also schon mehr als umgehauen und mich neugierig auf die nächsten beiden Tage gemacht.
Morgen erzähle ich euch auch noch etwas über ein großes Thema bei den Jugendherbergen im Nordwesten, die Nachhaltigkeit.

Ich mach jetzt das Licht aus und schlaf in meinem Jugendherbergsbett. Ja Bett, nicht Lager und mit richtiger Bettdecke und keinem Baumwollschlafsack.

Ich wünch euch was! Bis Morgen!

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