Eine Städtereise nach Dresden – Teil 2

Nicht nur direkt in Dresden ist was zu erleben, sondern auch in den Stadtteilen oder abseits der Touri-Gruppen bietet Dresden allerlei zu entdecken.

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Dresden entdecken – etwas außerhalb

Wenn man etwas mehr Zeit in Dresden hat, lohnt es sich mal mit der Straßenbahn in die Elbhänge zu fahren und die Aussicht sowie die berühmten Elbschlösser zu bestaunen (STB 11 „Elbschlösser“).
Wenn man dabei entlang der Bautzner Straße wieder abwärts läuft hat man rechter Hand ein tolles Waldgebiet das zum spazieren einlädt oder linker Hand immer wieder eine tolle Aussicht auf die Elbe hinunter. Fast wieder unten angekommen, sollte man sich noch die Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden (Bautzner Straße 112A, STB 11 „Angelikastraße“) anschauen. Hier saß bis zur Wiedervereinigung das Ministerium für Staatssicherheit und das Amt für Nationale Sicherheit (MfS/AfNS) für die Bezirksverwaltung Dresden. Hier kann man sich ein ungefähres Bild davon machen wie es Beschuldigten und Inhaftierten in der DDR erging. Ich fand es sehr bedrückend aber auch sehr interessant.
Folgt man danach der Bautzner Straße weiter Talwärts kommt man auch an der neuen und umstrittenen Waldschlösschenbrücke vorbei. Durch den Bau dieser Brücke verlor die Stadt Dresden bewusst den Titel UNESCO-Weltkulturerbe „Elbtal Dresden“.
An der Waldschlösschenbrücke kann man dann in die Straßenbahn 11 einsteigen und 2 Stationen bis zum „Diakonissenkrankenhaus“ fahren. Hier gibt es nämlich eine Hostienbäckerei. Übrigens ist die Hostienbäckerei der Diakonissenanstalt Dresden die einzige ihrer Art in Mitteldeutschland.
Fast genau gegenüber steht die in allen Reiseführern hoch gelobte Dresdner Molkerei Gebrüder Pfund GmbH. In der Tat eine schönes und gut erhaltenes Einzelhandelsfachgeschäft aus alten Zeiten wie man es sich vorstellt. Mit reichlich verzierten Fließen. Ich fands weder dort, noch im Kaffee nett. Es herrscht hier extremer Bus-Tourismus. Entsprechend freundlich waren auch die Angestellten als ich vorbei schaute.
Dresden - Elbhänge, Schlösser, Pfund, Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden, Hostien Bäckerei

Ein weiterer schöner Halbtagesausflug geht dann ganz bequem mit der Straßenbahn (STB 6,12) zur bekannten Brücke „Blaues Wunder“ in den Stadtteil Loschwitz. Am besten am „Schillerplatz“ aussteigen und direkt über die Brücke gehen.
Wer links in die kleine „Schillerstraße“ einbiegt und bis zur Hausnummer 19 läuft, kommt auf ein kleines, uriges Häuschen. Das Schillerhäuschen. Ein Minimuseum mit kostenlosem Eintritt mit der Geschichte über Schiller in Dresden.
Läuft man vom Blauen Wunder rechts entlang zum Körnerplatz kommt man zur Talstation der Standseilbahn aus dem Jahre 1895. Eine Fahrt lohnt sich auf jeden Fall. Wer Zeit hat kann dies mit der Schwebebahn verbinden. Sie wurde 1901 fertig gestellt und ihre Talstation ist unweit östlich vom Körnerplatz (Pillnitzer Landstraße 5) zu finden. Durch eine kleine Wanderung von Bergstation zu Bergstation gibt das einen tollen Ausflug mit einer Einmaligen Sicht auf das Elbtal.
Dresden - Zahnradbahn, Schwebebahn, Blaues Wunder

Tipp:
Die Dresdner Verkehrsbetriebe GmbH hat eine kleine aber feine kostenlose Broschüre für Dresden Besucher herausgegeben: „Dresden entdecken mit Bus und Bahn

Dresden „Do´s“

Erich Kästner Museum (STB 3, 6, 7, 8, 11 „Albertplatz“)
Deutsches Hygienemuseum (STB 1,2,4,12 „Deutsches Hygiene Museum oder STB 10,13 „Großer Garten“)
Großer Garten mit der Parkbahn (STB STB 10,13 „Großer Garten“)
Samstags (ganzjährig!) Elbeflohmarkt am Käthe-Kollwitz-Ufer bzw. Albertbrücke (STB 6,13 „Sachsenallee“)
Russisch-Orthodoxe Kirche Dresden (Fritz-Löffler-Straße 19, STB 3,8 „Reichenbachstraße“)
Dresden - Russisch-Orthodoxe Kirche, Elbeflohmarkt, Großer Garten mit der Parkbahn

Dresden „Don´ts“

Stadtrundfahrt mit dem Sightseeing Bus. Dresden am besten zu Fuß oder mit dem Bus und der Straßenbahn erfahren.
Dresdner Molkerei Gebrüder Pfund GmbH (Bautzner Straße 79, STB 11 „Pulsnitzer Straße“)
Eigentlich wirklich schön, wird aber von jeder Busreisegesellschaft angefahren und entsprechend gelaunt ist das Personal zur Hochsaison.

Dresden genießen

Zur Kaffeezeit kann ich in Dresden natürlich eine original Dresdner Eierschecke empfehlen. Das ist eine Art Käsekuchen aus drei Schichten. Der Boden ist aus Hefeteig gemacht. Die mittlere Schicht ist ein Quark-Vanille-Pudding mit Butter, Ei, Zucker und Milch. Der Deckel wird aus cremig gerührtem Eigelb mit Butter, Zucker und Vanillepudding hergestellt, in die dann schaumig geschlagenes Eiweiß untergehoben wird. Wirklich sehr lecker und fast bei jedem Bäcker oder Konditor zu finden!

Zur Mittagszeit einfach was kleines auf die Hand. In der Dresdner Altstadt wird man da an jeder Ecke nach seinem Geschmack fündig. Ich kann zum Beispiel den Dampfschwein Foodstore (Dresden Neustadt, Luisenstraße 26) wärmstens empfehlen wenn man gerne Burger isst. Hier gibt es seit einem Jahr erstklassige pulled pork Burger! Das regionale Fleisch wird jeden Tag frisch von der benachbarten Fleischerei geliefert.

Vielleicht ist man bei einem Besuch der Dresdner Neustadt gerade etwas durstig unterwegs. Dann bietet sich ein Besuch des Craft Beer Store & Pub Dresden (Görlitzer Straße 25, STB 13 Görlitzer Straße) an. Hier gibt es Craft Biere aus der ganzen Welt und auch aus Sachsen. Wie eines der ältesten Craft Biere Sachsens: Die Gose. Ein Milchsäurehaltiges Gebräu. Sollte man mal probiert haben. Wem Rivella schmeckt, dem sollte der Geschmack gefallen. Einmal in der Woche gibt es spezielle Tasting Abende. Einfach auf deren Webseite informieren.
Dresden - Dampfschwein Foodstore, Craft Beer Store & Pub Dresden, Dresdner Eierschecke

Für den Abendlichen Gaumenschmaus hat man es in Dresden nicht schwer etwas zu finden. Man sollte vielleicht die Häuser direkt um die Frauenkirche und co meiden. Dort herrscht nahezu überall Touri-Abfertigung. Macht man den Schritt über die Elbe in die Neustadt, zwischen Palais- und Albertplatz bietet sich beispielsweise Wenzel Prager Bierstuben (Dresden Neustadt, Königstraße 1) an, Dort gibt es leckere Böhmische Kost in schönem Ambiente und fairen Preisen.
Wem das zu viel an einem lauen Sommerabend ist und man lieber an der Elbe bleiben möchte, gibt es den SchillerGarten (Schillerplatz 9). Er ist direkt am Blauen Wunder und bietet einen schönen Biergarten mit Blick auf die Elbe und das Blaue Wunder.
Oder man verbindet das Abendessen mit etwas Kultur in der alten Ziegarrettenfabrik Yenidze. Was aussieht wie eine Moschee war früher eine Zigarettenfabrik. Hier kann man hoch über Dresden lecker Abendessen und sich im Anschluss direkt in der Kuppel bei Erzählungen aus 10001 Nacht verzaubern lassen.

Für Zwischendurch oder zum Nachtisch kann ich euch eine echte Rarität empfehlen. Auf der Prager Straße (fast am Hotel Pullmann) gibt es noch das originale DDR Streicheis!
Die Familie Haselbauer stellt seit 1872 das köstliche Eis her. Es ist eine Mischung zwischen dem normalen Eis und dem Softeis, schmeckt leicht vanillig und ist dabei aber nicht sehr süß.
Achtung! Es gibt an prominenterer Stelle am Dr.- Külz-Ring 14 eine gleichnamige Eisdiele. Diese ist aber nicht das Original (nur Namensrechte gesichert) und schmeckt meiner Meinung nach auch nicht so gut!
Dresden - Familie Haselbauer Streicheis, Ziegarrettenfabrik Yenidze, Wenzel Prager Bierstuben

Für Feinschmecker, die gerne etwas nachhause mitnehmen möchte, schlage ich unbedingt einen Besuch im Käseeck Schlüter (Rothenburger Straße 44, STB 13 „Görlitzer Straße“) in der Neustadt vor. Ein kleiner, aber feiner Laden der über Generationen geführt wird. Torsten Schlüter bietet dort über 120 verschiedene Käsesorten an. Dazu noch frisches Obst und Gemüse.
Das Highlight wird von Torsten Schlüter selbst hergestellt und reift im tiefen, alten Keller rund 3 Monate. Am Schluss liegt in der Käsetheke der sogenannte Dresdner Berle. Es besteht aus pasteurisierter Schafsmilch (Bruch) das zu einem runden Hartkäse heranreift. Das Dresdner Berle gibt es dann entweder natur, oder mit leckerem Mantel aus Gewürzen in den Sorten Ingwer Curry, frischer Knoblauch oder Rucola Knoblauch. Das Dresdner Berle wird einzeln in Krepp verpackt und mit Bast zugebunden. So bleibt es gekühlt mehrere Jahre frisch und genießbar.
Beim Besuch und vor dem Kauf einfach mal probieren und sich vorstellen wir der Käse über Pasta oder einem frischen Salat schmecken könnte.
Mittlerweile weit über die Stadtgrenzen Dresden auch als “Sachsen-Trüffel” bekannt.
Dresden - Dresdner Berle vom Käseeck Schlüter

Wer lieber schleckiges aus Dresden mitbringen möchte hat zwei Möglichkeiten. Zur Weihnachtszeit (bzw. ganzjährig) bei der Konditorei Emil Reimann einen echten Dresdner Stollen besorgen. Genial! Filialen gibt es einige in Dresden. Z.b. in der Neustädter Markthalle oder an der Frauenkirche.
Kennt ihr die Buchstaben-Kekse?! Die und noch einiges mehr werden in Dresden hergestellt. Die Firma Dr. Quendt hat einen kleinen Werksverkauf. Entweder mit dem Auto hinauf fahren oder mit der STB 3 bis zur Endhaltestelle Coschütz Gleisschleife und dann in den Bus Nr. B/66 umsteigen und die zweite Haltestelle „Rathausstraße“ aussteigen (Oder mit dem Bus 66 ab Hauptbahnhof bis „Rathausstraße“. Bei der Fahrt hat man teilweise einen tollen Blick über Dresden.).

Am Rande und schön zu wissen

Im Restaurant LESAGE bei der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen gibt es die original VW-Currywurst. Seit über 40 Jahren wird die Currywurst extra für die VW Kantinen hergestellt. Dabei werden nur hochwertige Gewürze und regionales Fleisch aus Norddeutschland verwendet. Der Clou: Die VW-Currywurst hat ordnungsgemäß eine Teilenummer.
Das Originalteil „Currywurst“ von Volkswagen hat die Teilenummer 199 398 500 A
Restaurant LESAGE, Lennéstraße 1, Dresden. (STB 1, 2, 4, 10, 12, 13 Straßburger Platz)
Dresden -  Original VW-Currywurst mit Teilenummer

Tschüssi und Ade

3 Kommentare:

  1. Pingback:Eine Städtereise nach Dresden - Teil 1 - Reise Blögle

  2. Hallo Andre,

    die „Gläserne Manufaktur“ als solche würde ich jedoch unter den „Don’ts“ aufführen, da wir davon sehr enttäuscht waren. Beim ersten Besuch wollten wir spontan eine Führung mitmachen, hatten aber nicht vorher reserviert (stand auch nicht auf der Homepage, dass es besser wäre zu reservieren). Daher konnten wir an dem Tag gleich wieder gehen. Beim zweiten Urlaub in Dresden hatten wir dann für den Nachmittag eine geführte Tour reserviert, jedoch war bei Führungsbeginn um 15:00 Uhr (unter der Woche) bereits Dienstende für die Bandarbeiter, sodass man von der Arbeit garnichts sehen konnte. Und auch während der Führung gab es fast nur Informationen, die man schon vorher auf der Homepage oder vor Ort lesen konnte. Zudem kommt man auch mit einer Führung nicht wirklich näher ran an das Geschehen im Werk. Eine Führung dort kann man sich also sparen.

    Zum Thema Essen empfehle ich direkt an der Frauenkirche ein Brauhaus (dessen Name mir gerade nicht mehr einfällt) mit selbstgebrautem Bier und Quarkkeulchen.

    • Moin Dirk!
      Ich hab sie mir gar nicht näher angeschaut. Denke Dresden hat so genug zu bieten. Lediglich die Currywurst wollte ich mal probieren. Ist aber geschmacklich nun auch keine Sensation. Also lieber in dem Eck ins Hygiene Museum oder gegenüber in den großen Park mit Parkbahn!
      Grüßle André

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