Fahrtziel Natur Schweiz – Unterwegs in den Bündner Bergen

Urlaub in mitten der schönsten Natur. Das hab ich im Herbst in Graubünden erleben dürfen.

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Was ist Fahrtziel Natur Schweiz überhaupt?

Seit 2016 engagieren sich das Netzwerk Schweizer Pärke, der Verkehrs-Club der Schweiz und der Bündner Vogelschutz gemeinsam mit der Rhätischen Bahn und PostAuto Graubünden in der Kooperation “Fahrtziel Natur®” für eine nachhaltige Mobilität und sanften Tourismus in den Bündner Pärken.
Die Idee kommt vom 2001 gegründeten Fahrtziel Natur Deutschland, dem die drei großen deutschen Umweltverbände Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) sowie die Deutsche Bahn angehören. Das Ziel ist den Klimaschutz durch Verkehrsverlagerung zu fördern indem man beispielsweise nachhaltige Mobilitätssysteme in den Zielregionen fördert, die mit dem umweltfreundlichen Verkehrsmittel Bahn erreichbar sind. Das können zum Beispiel die Verknüpfung mit kostenloser Mobilität auf Gästekarten (wie bei der KONUS Schwarzwald-Gästekarte) sein. Fahrtziel Natur möchte damit die Bekanntheit von Großschutzgebieten für Jung und Alt als attraktives Reiseziel erhöhen und gleichzeitig das Naturerbe, die heimische Artenvielfalt schützen und für den Umwelt- und Naturschutz begeistern.
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Graubünden mit dem Fahrtziel Natur erleben

Ein Urlaub in ein Fahrtziel Natur macht natürlich nur richtig Sinn, wenn auch schon die Anreise mit der Bahn geschieht. Nach Graubünden kommt man mit der Bahn aus Deutschland über Basel bzw. Zürich nach Chur. Die Strecke ab der Schweizer Grenze bereitet einen Sanft auf die Schweizer Berge vor. Zunächst fährt man in die flache Nordschweiz und entlang des Zürichsees. Ab dort wird die Landschaft immer enger und die Erhebungen immer höher. Nach St. Gallen fährt man am Wallensee entlang und ist mitten in den Alpen angekommen. Am Bahnhof Chur angekommen, merkt man sofort das man in der Schweiz ist.

Der Bahnhof hat zwei Ebenen. Auf der unteren Ebene kommen die Züge an und auf der oberen Ebene fahren die PostAutos ab. Die Schweiz fährt einen “integralen Taktfahrplan” auf dem Sektor des Öffentlichen Verkehrs in Europa führend. Der “integrale Taktfahrplan” macht es möglich, dass man von jedem Knotenbahnhof (wie z.B. Chur) regelmäßig und ohne lange Wartezeiten durchgängig bis ins hinterste Dorf eines Tals gelangt. Zuerst fahren in einen Knotenbahnhof nahezu gleichzeitig sämtlich Nah- und Fernverkehrszüge ein und nach einer Umstiegs Pause fahren dann alle PostAutose in das weit verzweigte Netz ab. Su muß man in der Regel nie lange auf seinen Anschlussbus oder Anschlusszug warten. Einfach Perfekt!
fahrtziel-natur.ch
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Mein erster Stopp: Wergenstein im Naturpark Beverin
Nach Wergenstein fährt man mit dem PostAuto und muss in Zillis umsteigen. Auch hierbei braucht man sich keine Sorgen machen, denn der Umstieg klappt perfekt. Die PostAutos sind auch im “integralen Taktfahrplan” aufeinander abgestimmt und warten aufeinander.
naturpark-beverin.ch
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Achtung! ”Obligatorische Reservation”
Auf manchen PostAuto Linien ist eine Sitzplatzreservierung erforderlich! Es kann sonst bei gut ausgelasteten Bus sein, dass man auf einen nachfolgenden Bus warten muss.

Wergenstein ist ein kleines Dorf auf 1489 Metern mit gerade mal 52 Einwohnern (12/2016).
Hier ist man weit ab von Stress und Hektik. Mitten im Naturpark Beverin. Übernachten kann man prima im Hotel Capricorns. Schöne Zimmer mit viel Holz und natürlich grandiosen Aussichten. Im Gebäude ist auch eine kleine Ausstellung über den Steinbock mit einem interaktivem Relief und Informationen über den Naturpark Beverin zu sehen. Hier oben kann man kleinere und große Wandertouren machen, oder einfach mal vom Alltag abschalten.
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Mein zweiter Stopp: Zillis im Naturpark Beverin
Wieder mit dem PostAuto erst einmal wieder etwas hinab bis nach Zillis. Hier sollte man unbedingt einen Abstecher in die Kirche St. Martin unternehmen. Die kleine Kirche ist zwar von außen eher unscheinbar, jedoch von innen besticht sie durch ihre weltberühmte Bilderdecke aus dem 12. Jahrhundert. Sie ist aus über 150 quadratischen Holztafeln geschaffen. Diese sind bemalt und zeigen unter anderem das mittelalterliche Weltbild. Ich fand die Kirche und das dazugehörige Museum im Rathaus sehr beeindruckend.
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Neben der Kirche gibt es aber auch noch ein weiteres Original in Zillis zu erleben. Das Gasthaus Alte Post und ihre reizende Gastgeberin Andreetta Schwarz. Hier gibt es echte Graubündner Köstlichkeiten wie die hausgemachten Capuns oder auch zum Nachtisch die typische Nusstorte. Capuns sind eine typische Bündner Spezialität. Man kann auch sagen die Schweizer Variante der Schwäbischen Maultaschen. Tatsächlich sind auch die Capuns aus einer Art Spätzleteig gefertigt. Nur werden die fertigen “Pakete” noch in(Schnitt-)Mangold eingewickelt. Für die Füllung gibt es “so viele Rezepte wie es Schwiegermütter gibt”. Ich hab schon mehrmals Capuns in Graubünden probieren dürfen, aber diese haben wirklich einmalig lecker geschmeckt!
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Weiter gehts zu einem wirklich besonderen Ort in Graubünden. Der Viamala-Schlucht.

Mit dem Cabrio bin ich die Strecke schon öfters gefahren, aber habe erst bei diesem Besuch einmal gehalten um in die Schlucht zu steigen. Mit dem PostAuto geht es direkt bis zur Haltestelle „Zillis, Viamala-Schlucht“.
dsc03950 Seit 1903 können hier, direkt neben der Nationalstraße Touristen in die Schlucht absteigen. Seit 2014 ersetzt nun neben dem Parkplatz endlich ein Besucherzentrum den bisherigen unscheinbaren Kiosk. Über Metalltreppen und durch den ein oder anderen Fels geht es über 321 Stufen hinunter zum tosenden Hinterrhein mit seinen Strudeltöpfen und Wasserfällen. Schon in der vorgeschichtlicher Zeit ging hier auf den engen 8 Kilometern zwischen Thusis und Zillis ein Saumpfad entlang. Teilweise stehen die bis zu 300 m hohen Felswände fast dicht an dicht. Ein wirklich einmaliges Erlebnis. Wer die Zeit und Chance einer Führung hat sollte sich das unbedingt gönnen.
viamala.ch
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Tipp: Viamala Canyoning
Von Juni bis September kann hier jeder ein technisch einfaches Canyoning (ohne Abseilen) erleben. Dabei bewegt man sich schwimmend und rutschend durch die Viamala-Schlucht.
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Mein 3. Stopp: Parc Ela
Perfekt zwischen den Alpenpässen Julier, Septimer und Albula liegt der größte Schweizer Naturpark. Der Parc Ela. Hier in der Romanischen Schweiz spricht man gewöhnlich drei Sprachen. Italienisch, Romanisch und Deutsch. Der Parc Ela ist ein geschütztes Gebiet von rund 548 Quadratkilometern Fläche. Ein Drittel des Parc Ela ist unberührte Natur wie der Gipfel des Piz Lunghin, der seine Wasser auf die Reise in drei Weltmeere schickt.
www.parc-ela.ch
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Im beschaulichen Örtchen Sur sollte man unbedingt einen Besuch auf dem Hof der Familie Cotti unternehmen. Die Bergbäuerin Claudia Cotti stellt Schafskäse her, gibt Webkurse und produziert Salben aus natürlichen Grundstoffen wie Bio-Olivenöl, reinem Bienenwachs und ätherischen Ölen. Das besondere an ihrem Käse: Sie stellt ihn noch klassisch im Kupferkessel auf Holzfeuer her. Zwar war sie bei meinem Besuch gerade mit der Herstellung des Käses fertig, aber Zeit für eine kleines Käse-Tasting im Reifekeller war dennoch!
berghandwerk.ch
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Einen besonderen Höhepunkt des Parc Ela stellt die Alp Flix, unweit von Sur, dar. Sie liegt auf etwa 2000 Metern in den Bündner Alpen oberhalb Sur. Hinauf geht es entweder zu Fuß, oder mit dem Bus alpin http://busalpin.ch. Er ist die Verlängerung des Postautos und bringt auch dort noch Urlauber hin, wo das PostAuto nicht  mehr hin fährt.
Die Alp Flix hat eine lange Geschichte. Im 16. Jahrhundert wurde dieses Hochplateau von den Walser gerodet. Dadurch ist uns heute die Alp Flix mit ihren über 2000 Tier- und Pflanzenarten als „Schatzinsel der Artenvielfalt“ bekannt. Hier kann man wunderbare Wanderungen machen und sich im Agrotourismushof “Cotti Agricultura” bei Kaffee oder Holunderblütensirup stärken und ausruhen. Auch über Nacht kann man hier oben auf der Alp Flix bleiben. Entweder in einem urigen Heuhotel, oder in einer original Mongolischen Jurte.
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Wer es nicht ganz so rustikal möchte, der kann auch im unweit entfernten Berghaus Piz Platta übernachten. Hier gibt es eine weitere Bündner Spezialität. Die Pizokels. Die Pizokels ist eine Mehlspeise die es in unzähligen Varianten gibt. Auch hier ist der Teig dem Spätzleteig sehr ähnlich. Allerdings gibt es auch süße Quarkpizokels.

Graubünden und seine Parks sind wahrlich fantastisch! Ich liebe ja die Schweiz sowieso, aber gerade in Graubünden ist es einfach wunderschön. Nette Menschen, tolle Natur und so viel zu entdecken!
Mal schauen, wann und wohin mich die nächste Reise nach Graubünden führen wird. Eines ist jetzt schon sicher: Auf alle Fälle wieder mit der Rhätischen Bahn von Preda nach Bergün und dann auch endlich mal ins RhB Bahnmuseum Albula in Bergün.
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Tipp: Wandern in Graubünden
Wandern in Graubünden ist perfekt. Schöne Wege, gute Beschilderung und durch die perfekte Verknüpfung von Bahn und PostAuto kann man nahezu überall Anfangen oder Aufhören. Allein in Graubünden gibt es etwa 11.000 Wegekilometer zu erwandern.

Wenn Du mehr über Fahrtziel Natur und Fahrtziel Natur Schweiz
erfahren möchtest kannst du Dich auf den folgenden Seiten darüber Inforieren.
Fahrtziel Natur | Fahrtziel Natur Schweiz

Meine Recherchereise wurde von
Fahrtziel Natur®
unterstützt. Herzlichen Dank!

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