Lupinenkaffee, eine Alternative zum Bohnenkaffee

Ich trinke gerne und leider oftmals auch viel zu viel Bohnenkaffee. Magenreizungen sind das Ergebnis. Daher hab ich mir mal eine Alterative angeschaut.

Die Lupinen

Die Lupine zählt zu den Leguminosen, gehört somit zur gleichen Pflanzenfamilie wie Erbsen oder Bohnen. Wie diese enthält sie kein Koffein, ist aber sehr eiweißreich. Den meisten sind sie vielleicht als blühende Blumen auf Feldern bekannt. Der ein oder andere weiß vielleicht noch das die (Bitter)Lupinen giftig sind, aber dass Lupinen seit Anfang des letzten Jahrhunderts auch als hochwertiges Grundnahrungsmittel angebaut werden ist eher unbekannt.
Neben Lupinenöl, Lupinenmehl, Lupinenmilch, Lupinensalat, Lupinenmargarine sowie Lupinenpapier oder gar Lupinenseife wurde schon ab 1918 der Lupinenkaffee produziert. Damals noch mit aufwendigen Verarbeitungsprozessen um die giftigen Bitterstoffe zu lösen. Erst ab 1926 wurden die Bitterlupinen durch Züchtung als Süßlupinen angebaut. Allerdings geriet die Pflanze nach den beiden Weltkriegen nahezu in Vergessenheit.
Erst seit einigen Jahren ist die Lupine wieder auf Feldern zu sehen.
Gerade auf Feldern von Bioland Höfen werden Lupinen wieder verstärkt auf dem Feld eingesetzt. Durch ihre bis zu 150cm langen und dicken Wurzeln bindet die Lupine reichlich Stickstoff und hilft so dabei den Boden des Feldes innerhalb der Fruchtfolge zu regenerieren. Die Lupinen werden somit gerne als Gründünger eingesetzt.
Übrigens wurden früher die Lupinen auch für therapeutische Zwecke gegen Arthrose eingesetzt. Ob es half ist nicht überliefert.
Lupinen blühend

Der Lupinenkaffee „Lupinello“

Über den Einsatz der Lupinen als Gründünger kam Linda Kelly auf ihrem Bioland Hof auf die Idee auch mal neues mit den Lupinen zu versuchen. So wurde nach alten Rezepten zur Herstellung von Lupinenkaffee gesucht und dann in der heimischen Küche die ersten Versuche gewagt.
Die einjährige Pflanze wird bis zu 120 Zentimeter hoch, ihre Blätter bestehen mehreren haarigen Blättchen und die blitzblauen Blüten haben zum Teil weiße, gelbe oder rosa Punkte. Das Wesentliche für den Kaffee sind jedoch die großen, flachen, braungefleckten Samen, die in weichen Hülsen stecken.
Nachdem die Lupinen im Spätsommer geerntet werden, müssen sie gereinigt und getrocknet werden. Bei den ersten Versuchen passierte das einfach in einer Pfanne. Da Linda Kelly heute aber ihren Kaffee als Bioland Kaffee anbieten möchte, muss er auch nach strengsten Bioland Richtlinien produziert und verarbeitet werden. Das heißt reinigen, trocknen und mahlen nach ganz speziellen Vorgaben und mit eigens dafür angeschafften Maschinen.
Das Etikett des „Lupinello“ wurde von Linda Kelly selbst entworfen und gezeichnet.
Bei der Röstung wird beim „Lupinello“ auf eine schonende Art Wert gelegt. Dabei werden die Samen bei niedriger Temperatur rund 20 Minuten langsam und schonen geröstet.
Lupinen Blech geröstet

Der „Lupinello“ ist ein Ersatzkaffee und ist daher:

  • Koffeinfrei
  • Frei von Kaffeesäuren
  • Glutenfrei
  • Magenschonend
  • Kaffeeersatz für schwangere Frauen

Für Veganer sind die Lupinen generell auch als Eiweißersatz interessant.
Der Lupinenkaffee

Achtung! Bei Erdnussallergikern kann es zu Kreuzreaktionen mit Lupinen kommen.

Die Zubereitung

Das Kaffeepulver des Lupinenkaffees hat etwas adere Eigenschaften als Kaffeepulver vom herkömmlichem Bohnenkaffee. Daher ist es nicht für Kaffeevollautomaten geeignet.
Mit der Siebträgermaschine ist die Zubereitung prinzipiell möglich. Wegen der hohen Dichte des (Lupinen-)Kaffeepulvers darf man dies allerdings vor dem Brühvorgag nicht verfestigen/pressen.
Am besten gelingt die Zubereitung auf die ganz klassische Art Kaffee zu kochen indem man mit einem (Porzellan-)Kaffeefilter direkt in die Kanne aufbrüht.
Die richtige Dosierung muss man für sich herausfinden. Grob 1 bis 1,5 gehäufte TL (Kaffeemaß) für eine Tasse ist ein guter Richtwert.
Lupinenkaffee Lupinello

Der Genuss

Ich war auf den Geschmack sehr gespannt. Ersatzprodukte schmecken ja nicht unbedingt immer auch automatisch gut. Der Lupinenkaffee hat mich aber gleich bei der ersten Verkostung überrascht. Er kommt weich, mit einer kakaoigen, nussigen Note daher und ist am ehesten mit einem herkömmlichen Filterkaffee zu vergleichen. Wer starken Bohnenkaffee wie Espresso gewohnt ist wird daher eher enttäuscht werden müssen.

Tipp

Wem der Lupinenkaffee für den eigenen Geschmack etwas zu schwach daher kommt, kann man zum Beispiel einen guten herkömmlichen Bohnenkaffee mit Lupinenkaffe „strecken“. Das Ergebnis ist etwas intensiverer im Geschmack bei immer noch magenschonenden Eigenschaften.

Lupinenkaffe „Lupinello“ kaufen

Der „Lupinello“ vom Biolandhof Kelly ist Bioland zertifiziert nach Kontrollstelle DE-ÖKO-006 und kann in der Bodenseeregion in einigen Supermärkten und Bioläden oder direkt auf Bestellung bezogen werden.

Biolandhof Kelly/Warnke – Oberndorf 20/1 – 88634 Herdwangen
Familienbild

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