Melbourne – Die Kulturperle Australiens

Auf einer Australienreise sollte Melbourne nicht fehlen. Warum? Dafür gibt es viele Gründe.

Melbourne, Australiens zweitgrößte Stadt nach dem Erzrivalen Sydney. Zur Stadt Melbourne gehört noch die ebenso benannte Region. Zusammen leben hier rund 4,6 Millionen Menschen.
Über den Fluß Yarra und den Port Phillip Bay ist Melbourne mit dem Meer verbunden.
Melbourne ist die Hauptstadt des kleinsten Australischen Staates Victoria. Hier muss die Uhr auf die Australien Eastern Time Zone (UTC/GMT +10 Stunden) gestellt werden. Auch in Australien kennt man übrigens die Sommer- und Winterzeit; die „Daylight Saving Time“ (DST).
Skyline Melbourne from the North

Die meisten Reisenden aus Europa starten ihren Australien Urlaub in Sydney oder Melbourne. In beiden Städten war ich mittlerweile zwei Mal und ich muss sagen, ich kann als Startpunkt absolut Melbourne empfehlen! Melbourne als Ausgangsort ist für Reisen an die Ostküste, in das Northern Territory oder auch für Reisen in den Süden und Westen bestens geeignet.

Wer aus Europa nach Melbourne fliegt und im Anschluss eine Reise mit dem Mietwagen oder Camper plant sollte mindestens zwei Nächte in Melbourne verbringen.
André Dietenberger

Zum einen um nach den Flugstrapazen sich etwas zu erholen und zum anderen um die tolle Stadt für sich zu erobern.
Der internationale Flughafen Melbourne Tullamarine (MEL) liegt im Nord-Osten der Stadt und ist etwa 25 Kilometer von Melbournes Central Business District (CBD) entfernt. Mit dem Taxi kann die Fahrt recht teuer werden.

Tipp:
Ich kann den SkyBus für 19 $ einfache Fahrt empfehlen. Er fährt alle 10 Minuten direkt vom Flughafen in die Stadtmitte. Wenn der Verkehr es erlaubt dauert eine Fahrt 20 Minuten. Man ist aber gut beraten einen Puffer zwischen 30 und 60 Minuten einzurechnen da die Strecke oftmals am Tag einfach mega voll ist.
Während Sydney hauptsächlich neben dem Hafen und der Oper als Finanz und Börsenplatz bekannt ist, zeigt sich Melbourne viel mehr als Trendsetter für Kunst, Mode und Lifestyle sowie als Sport- und Event Stadt. Victoria nennt sich deshalb auch „Victoria, the festival state“. Übrigens gibt es für die Neckereien zwischen Sydney und Melbourne auch einen Fachbegriff; die „Melbourne Sydney Rivalry“ oder kurz MSR.
Docklands - Victoria Harbour Die Melbournians, wie die Einwohner Melbourns genannt werden, lieben ihre Stadt fest und innig. – Naja fast. Auf das Wetter in Melbourne angesprochen wird jeder Melbournian die Augen rollen und schmunzelnd sagen „trotzdem“. In Melbourne gibt es auch vier Jahreszeiten wie andern Orts auch. Nur kann es einem in Melbourne jederzeit passieren, dass er die vier Jahreszeiten innerhalb nur wenigen Stunden durchlebt. Kurzum, das Wetter ist extrem wechselhaft. Macht aber nichts, Melbourne ist bei jedem Wetter einfach genial!

Unterwegs in Melbourne

In Melbourne ging es mir das erste Mal wie in jeder großen Stadt. Wo fange ich an und wie komme ich dort hin? Wer einigermaßen gut zu Fuß ist kommt eigentlich überall in Melbourne hin. Ich finde es ähnlich wie in Berlin. Man meint zuerst alles sei weit voneinander entfernt, aber eigentlich ist man zu Fuß relativ schnell am Ort des Begehrens. Ansonsten gibt es eine Bootstour auf dem Fluß Yarra oder zum Beispiel auch zwei Hopp-on/Hopp-off Bustouren Anbieter.
Yara River Der „City Sightseeing“ Hopp-on/Hopp-off Bus kostet ab 24,26 $/24h. Es gibt zwei Linien. Eine komplette Rundtour dauert jeweils 120 Minuten mit 12 bzw. 15 Haltestellen. Auf der City Linie fährt er alle 40 Minuten. Dieser Anbieter erkennt man an seinen roten Doppeldeckern, die in vielen Städten der Welt unterwegs sind. Der obere Teil ist offen und es gibt Kommentare in diversen Sprachen.
Der „Explore the CityHopp-on/Hopp-off Bus, kostet für 2 Tage 10$. Es gibt eine Linie. Diese dauert 90 Minuten mit 13 Haltestellen. Er fährt alle 30 Minuten. Der rote Bus ähnelt dem SkyBus, ist geschlossen und hat neben einer Klimaanlage auch free WiFi. Ebenso bietet er Kommentare zu Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke.
Ich selbst habe beide Busse nicht benutzt, denn es gibt in Melbourne eine viel Schwäbischere Art sich fortzubewegen. Nämlich mit der Tram.
Free Circle Tram (Linie 35). Diese Linie gibt es seit Mai 1994 und fährt in einem Rundkurs durch die Innenstadt. Das Besondere an dieser Linie ist, sie wird mit historischen Trams (w-class) bedient und fährt alle 12 Minuten ab. Eine komplette Runde dauert rund 60 Minuten. In der Tram gibt es auch Kommentare zur Stadt und ihren Sehenswürdigkeiten.

Tipp:
Diese Linie ist meist extrem voll da sie mittlerweile in jedem Reiseführer genannt wird. Am besten früh morgens oder gegen Abend nutzen.
Free Circle Tram (Linie 35) Seit Januar 2015 sind auch alle anderen Tram Linien innerhalb der Stadtmitte (CBD) und den Docklands kostenlos. Diese Free Tram Zone ist grün gekennzeichnet. Jeweils an der letzten kostenlosen Station wird dies an der Haltestelle angezeigt damit man aussteigen kann. Außerhalb dieser Zone muss ein Ticket (myki) gelöst werden.
Wer lieber mit dem Fahrrad unterwegs ist, kann dies bequem mit dem „Melbourne Bike Share“ machen. Man muss sich vorher registrieren und kann dann wie in vielen anderen Städten auch sich ein Rad mieten und an einer anderen Station wieder abgeben. In Melbourne fährt man mit Helm! Entsprechend hängen an nahezu allen Rädern auch blaue Helme zum nutzen.
Melbourne Bike Share

Was soll ich mir anschauen?

Ich war nun schon zum zweiten Mal da und ich habe noch lange nicht alles von dieser faszinierenden Stadt gesehen. Melbourne ist eine 140 Nationen starke Multikulti-Stadt. Zudem ist Melbourne eine Hochburg für Mode, Kunst, Festivals, Sport und Essen!
Jedes Jahr in den letzten beiden März Wochen findet das Food & Wine-Festival statt. Leider war ich etwas zu früh in Melbourne und kann nur von den Erzählungen vermuten was ich verpasst haben muss. Aber auch sonst hat Melbourne was beispielsweise das Essen anbelangt viel zu bieten.
Pearson & Murphy's Cafe Am besten plant man einfach nicht und isst einfach dort etwas, wo es einem gerade regelrecht anlacht. Neben viel Asiatischem gibt es auch viel Regionales, so wie aus jedem Winkel der Welt etwas zu essen. Wer von der Auswahl zu sehr erschlagen wird, der kann sich auf alle Fälle an einem der zahlreichen Burger-Läden einen solchen genehmigen. Australier können Burger! In jeder Variante. Ob mit oder ohne Fleisch. Ob mit Pute oder frischem Angus Rind. Ob mit Ananas, rote Beete oder Ei. Die Burger sind fast immer und überall ne Wucht!
Ähnlich verhält es sich abends mit dem Besuch von Bars. Einfach treiben lassen und spontan entscheiden. Entlang des Yarra sind in den letzten Jahren tolle Bars entstanden, aber auch an der South Warf oder in der City findet man überall kleine und große tolle Bars.
Arbory Bar & Eatery
Das Sportjahr beginnt im Januar mit dem Grand Slam-Turnier „Australian Open“. Ende März startet dann der Formel 1-Zirkus im Albert Park Melbourne in die neue Saison und dann gibt es noch das große Galopprennen um den Melbourne Cup Anfang November. Es ist das höchstdotierte Langstreckenrennen der Welt und ist in der Region Melbourne ein gesetzlicher Feiertag! Natürlich gibt es dazwischen noch ganz viel Cricket und Football (Footy) zu sehen.
Das Gebiet rund um die South Warf verändert sich seit einigen Jahren gewaltig. Wo früher noch die Waren für die Stadt per Schiff geliefert und gelagert wurden steht heute unter anderem das Melbourne Convention and Exhibition Centre (MCEC) und diverse Restaurants und Bars.
South Warf Fast würde man ein interessantes Gebäude zwischen Straßen, Parkhaus und Yarra übersehen.  Es ist die 1915 dort erbaute „Mission To Seafarers“. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Die Mission bietet Seefahrern, die oftmals Monate auf einem Schiff arbeiten und so ihre Familien nicht sehen oder kontaktieren können, einen Ort der Heimat an. 30.000 Seefahrer nutzen Jährlich die Mission und ihren Service. Seefahrer werden kostenlos vom und zum Hafen gefahren, sie können in der Mission mit der Familie zuhause telefonieren oder das Internet nutzen oder neben diversen Freizeiteinrichtungen auch die Möglichkeit zu einem Gebet oder Gespräch nutzen. Die Mission besteht aus einer Kapelle, einem Clubraum, einem Bürotrakt, einer kleine Wohnung und dem Narla Dome. Dieser war früher ein Fitnessraum und dient heute als Galerie für Ausstellungen.
Es lohnt sich einfach mal vorbei zu schauen und den Ort auf sich wirken zu lassen. Mir gefiel es sehr und ich wurde gleich zu einer Hausführung eingeladen.
South Warf - Mission To Seafarers Melbourne wird gerne auch „Hauptstadt der Street Art“ genannt. Gerade in den kleinen Zwischengassen, den „Laneways“ gibt es Street Art zu bestaunen. Die meisten Plätze sind offiziell von der Stadt dafür ausgewiesen, man findet aber auch an vielen anderen Stellen Street Art wenn man mit offenen Augen durch die Stadt geht.

Die bekanntesten Street Art Ecken:
Hosier Lane, Rutledge Lane, Caledonian Lane, Union Lane, 21 Degraves Street, Cocker Alley und Flinders Lane.
Die Stadt Melbourne hat ein eigenes Faltblatt dafür in ihren Tourist Informationen ausliegen oder auch im Internet abrufbar.
Street Art Bourke Street Mall ist Melbournes reine Fußgängerzone mit einer Vielzahl an Geschäften. Hier sind unter anderem auch die bekannten Australischen oder weltweiten Marken vertreten. Wer einmal eine etwas andere Shopping Mal sehen möchte, sollte noch das Melbourne Central aufsuchen. Hier wurde 1991 vom japanischen Stararchitekten Kisho Kurokawa rund um eine alte, unter Denkmalschutz stehende, Schrotkugelfabrik aus dem Jahre 1889 eine Shopping Mall errichtet. Das Highlight ist der alte Farbrikschlot, der von einer Glaskuppel überdacht wird.
Melbourne Central Nicht weit entfernt ist auch der bekannte Queen Victoria Market. Hier gibt es praktisch alles zu kaufen. Von Asiatischen Gewürzen bis zur Zucchini findet man hier alles. Man sollte nur vorher einmal die Öffnungszeiten studieren da er nicht immer geöffnet ist.
Queen Victoria Market Nach einem Einkaufsbummel sollte man dann unbedingt zur Flinders Street gehen. Hier gibt es einiges zu entdecken. Unter anderem das Einwanderer Museum. Vor allem abends ist der imposante Bau der Flinders Street Station ein Mekka für Fotografen. Direkt daneben ist vor einigen Jahren der Federation Square (auch Fed Square genannt) gebaut worden.
Flinders Street Station Hier ist neben der Melbourne Tourist Information auch das ACMI, das Australische National Museum für Film, TV, Video Spiele, digitale Kultur und Kunst, zuhause. Von hier aus geht es über Treppen hinunter zum Yarra Ufer. Dort ist abends eine tolle Stimmung in und um den Bars direkt am Fluss.
Einer meiner Höhepunkte ist die State Library Victoria. Sie ist auch in der näheren Umgebung und ist atemberaubend. Wer Bücher mag sollte unbedingt vorbei schauen. Es ist auch ein prima Ort um einfach mal etwas zu verschnaufen.
State Library of Victoria Auch wunderbar relaxen lässt es sich in Fitzroy Gardens. Ein größerer, schön angelegter, Park. Das untere Ende des Parks ist ziemlich gut besucht. Hier steht nämlich Cooks´Cottage. Es ist das Elternhaus des Seefahrers und Australien Entdeckers (April 1770, Botany Bay) James Cook. (AdR: Eigentlich hat aber der Holländer Willem Janszoon schon 164 Jahre vor Kapitän Cook die Nordküste entdeckt.)
Das Verrückte an Cooks´ Cottage?
Das Haus wurde 1755 in Yorkshire, England von seinen Eltern erbaut. Weder Cooks´ Eltern, noch James Cook selbst waren jemals in Melbourne. Trotzdem wurde 1933 das Haus Stein für Stein in England abgetragen und in Australien wieder aufgebaut. Die Spinnen, die Australier.
 Fitzroy Gardens - Cooks' Cottage Natürlich gibt es noch viele weitere tolle Sehenswürdigkeiten, Museen und Orte in der Innenstadt und drum herum. Ich habe mich nur auf das beschränkt was man wirklich in zwei, drei Tagen sehen kann.

Was muss ich mir nicht unbedingt anschauen?

 – Docklands: Der Stadtteil ist noch nicht so ganz fertig und sieht entsprechend aus. Zwischen geöffneten Restaurants sind noch einige (wieder) geschlossen. Ebenso bei Hotels. Hier kann man höchstens hin gehen wenn man in das Etihad Stadium gehen möchte, oder mit dem Melbourne Star Observatory Wheel fahren möchte.
Melbourne Star Observatory Wheel Sealife Aquarium: Außer das es unter den Eisenbahnbrücken an der Flinders Street steht ist es eben ein Sealife Aquarium. Meiner Meinung ähneln die sich alle mehr oder weniger.
Old Melbourne Gaol: Das alte Gefängnis der Stadt. Man erlebt in der ersten Hälfte mit einem Schauspieler das Leben der damals Gefangenen. Im Anschluss kann man sich das Gefängnis mit den Zellen alleine anschauen. Ich finde man kann die Zeit besser nutzen.
Royal Botanical Gardens: Mal ehrlich, ich war in keinem einzigen Botanischen Garten in Australien. Das ganze Land selbst ist doch für uns ein Botanischer Garten. Und Europäische Bäume muss ich in Australien nicht unbedingt anschauen.
Old Melbourne Gaol

Wo sich die Melbournians erholen

St. Kilda, Melbourne: Den schönen Strand mit den bekannten bunten Badehäuschen besuchen oder sich im Luna Park vergnügen. Abends dann eine Parade einer kleiner Zwergpinguin Kolonie bestaunen.
Phillip Island und Mornington Peninsula (maximal zwei Tage dafür investieren)
Nur knapp 2 Stunden nordöstlich von der Stadtmitte Melbournes entfernt liegt Phillip Island. Hier fahren die Melbournians fürs Wochenende oder zu den Ferien hin. Viele haben dort auch fest ihren Wohnwagen auf einem der Campingplätze stehen. Bekannt ist die Insel, die nur durch einen schmalen Straßendamm mit dem Festland verbunden ist, für ihre Zwergpinguin Parade. Ich hab sie mir gespart nachdem ich von echten Melbournians die neben mir zelteten Bilder gesehen habe. Eintritt, Tribüne und voll durchorganisiert. Für mich daher nicht sehenswert.
Phillip Island Mornington Peninsula fand ich landschaftlich schöner. Hier lohnt sich ein Ausflug auf den Berg Arthurs Seat. Am besten mit dem Auto hinauf fahren und dort die erst im Dezember 2016 frisch wiedereröffnete Seilbahn Arthurs Seat Eagle runter und hoch fahren. Der Berg wurde 1802 Arthurs Seat genannt wegen seiner Ähnlichkeit mit dem Berg Arthurs Seat in Edinburgh, Schottland. Eine einfache Fahrt dauert 14 Minuten.
Arthurs Seat Eagle Sorrento ist ein eher gehobeneres Küstenörtchen, aber durchaus sehenswert. Von der Mornington Peninsula kann man von Sorrento mit dem Fährschiff nach Queenscliff übersetzen und spart sich so in den Süden Australiens ohne den Umweg über Melbourns Innenstadt zu kommen. Die Fähre ist für die Camper-Vermieter kein Problem, da sie offiziell als Teil der Bundesstraße B110 geführt wird. Die Fährverbindung verkehrt täglich und dauert etwa 40 Minuten. Ein Auto/Camper mit Fahrer kostet 62 $.
Searoad Ferries Das Ziel Queenscliff ist ein altes Seebad aus den 1880er Jahren. Es ist für sein viktorianisches Erbe bekannt.
Von Queenscliff geht es dann auf die Great Ozean Road.

Jetzt ist der Artikel doch etwas länger geworden. Ich hoffe er gefällt euch und ihr wartet jetzt dann auf den nächsten Artikel über die Great Ozean Road!
Strand

Weitere Artikel zum Roadtrip 2017?
Singapur -online-
Australien ist schön, aber Heimat ist auch sehr schön! -online-
Tasmanien -online-
Melbourne -online-
– Great Ocean Road
– Adelaide
– Barossa Valley
– Nullabor Plain
– Wave Rock
– Cape Leeuwin
– Pinnacle Dessert
– Perth
– Rottnest Island

4 Kommentare:

  1. Soso, man kann auf dem Queen Victoria Market ALLES finden?
    Auch Maultaschen? 😀

    Guter Artikel 🙂

  2. #hach jetzt will ich da auch mal hin… Aber Fernreisen sind bei mir momentan eher nicht zu erwarten :/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Kommentare werden moderiert. Es kann etwas dauern, bis dein Kommentar angezeigt wird.