Mit dem Flugzeug von Stuttgart nach Berlin

Mittlerweile bin ich nun schon von Stuttgart nach Berlin mit dem Fernbus und mit der Bahn gefahren. Eine weitere, oft genutzte, Möglichkeit bietet da das Reisen mit dem Flugzeug. Mal schnell von A nach B fliegen um am besten am selben Tag wieder zurück nach A zu fliegen. So geht das heute.

Das Buchen:

Für meinen Testflug mit Air Berlin mußte ich nicht buchen, da ich dies mit einer Dienstreise verbinden konnte.
Aber auch wenn man selbst einen Flug bucht stellt das keine all zu großen Schwierigkeiten mehr dar. Ist man bereit jeden Preis zu zahlen ist man als Flugreisender jederzeit flexibel unterwegs. Da kann dann schon mal ein Flug von Stuttgart nach Berlin um die 300 Euro kosten. One Way versteht sich. Also ist das erste was man lernt seine Reise so früh wie möglich zu planen und zu buchen. Ist man zudem noch zeitlich flexibel und nutzt eher die Flieger, die nicht hauptsächlich von Geschäftsreisenden genutzt werden, kommt man mit Rund 100 Euro pro Strecke ganz gut hin.
buchung_sitzplatz Der Buchungsprozess bei Air Berlin ist intuitiv und übersichtlich.
Ähnlich wie bei der Sitzplatzreservierung bei der Bahn sieht diese auch bei Air Berlin aus. Man kann sich den Flieger ansehen und seinen bevorzugten Platz auswählen. Ist man nur Gelegenheitsflieger bei Air Berlin zahlt man für die Sitzplatzreservierung bei der Buchung noch einmal extra. Auch Air Berlin verlangt für die begehrten Sitzplätze (Notausstieg etc.) zusätzlich einen kleinen Aufpreis und nennt sie XL Sitze.
Am Schluss der Buchung bekommt man einen QR-Code der das Ticket darstellt.

Die Reise:

In meinem Fall das, genau wie beim Fernbus, zuerst einmal mit einer fast ein stündigen Anreise verbunden. Ich muß halt einmal quer durch Stuttgart und zum Flughafen rauf. Das macht von vorn herein den zeitlichen Gewinn etwas schmäler.
p1020587 Da ich mit großem Gepäck reise muß ich das Gepäck aufgeben und muß dementsprechend also gut ne Stunde vor Boarding am Flughafen sein. Mit kleinem Gepäck kann man kurzfristiger planen. Nutzt man dann noch den online check in geht das wirklich ratz fatz. Nach der Gepäckaufgabe heißt es Zeit totschlagen. Wenn man so wie ich mit einem der ersten Flieger los möchte ist dies ziemlich mühselig. Der Flughafen ist nahezu menschenleer, die Läden sind noch zu und auch sonst wacht der Flughafen erst langsam auf.

p1020589 Irgendwann sollte man dann aber doch mal durch  die Sicherheitskontrolle gehen. Für viele zwar sicherlich Routine, aber ich finde dies als eine ziemlich nervige Angelegenheit. Ist man dann erst auf der anderen Seite heißt es dann wieder warten oder shoppen. Man verbringt bei der Reise mit dem Flieger definitiv mehr Zeit mit Warten als mit dem eigentlichen Reisen. Auch ärgerlich.

Nach einer gefühlten Unendlichkeit kommt dann der Flieger und nachdem dieser von seiner Fracht befreit wurde und einmal grob gereinigt wurde beginnt endlich das Boarding. Jeder hat ja eigentlich seinen Sitzplatz. Trotzdem beginnt ein kleiner Wettbewerb wer am schnellsten am Gate und im Flieger ist. Völlig irrsinnig, aber sieht auch irgendwie lustig aus wenn man die Anzüge so drängeln und rennen sieht.

Wie schon erwähnt ist das eigentlich Fliegen der kleinste Teil der Reise mit dem Flugzeug. So heißt es nach dem Boarding erstmal warten das man vom Gate weggedrückt wird und auf die Rollbahn darf. Bis dann mal der Flieger an der Startpiste und an der Reihe ist vergeht auch nochmal etwas Zeit.
p1020598 Ich fliege ja eigentlich gerne, aber Langstrecke. Die zwei dreier Reihen sind sehr Kosteneffizient angeordnet. Was das heißt? In einem ausgebuchten Flieger, wie es Morgens bei den Verbindungen Stuttgart – Berlin der Fall ist, geht’s auf Kuschelkurs mit dem Sitznachbarn. Für mich geht da eigentlich nur ein Gang Platz. Am Fenster wird’s recht ungemütlich für den Kopf wegen der Schräge, In der Mitte sitzt man gequetscht zwischen zwei anderen Fluggästen. Am Gang hat man wenigstens die Chance mal kurz die Füße seitlich etwas lang zu machen. Im normalen aufrechten Sitzmodus der Bestuhlung drücken meine Knie in die Rückenlehne des Vordermannes. Dabei noch von „Beinfreiheit“ zu reden ist fast schon frech. Die Flugzeit zwischen 45 Minuten bis zu einer Stunde echt kommen einem dadurch auch mindestens dreimal so lange vor.

Fliegen ist ungefährlich,
wenn man genauso oft landet wie startet.

Klaus Klages (*1938)

p1020614 In der kurzen Flugzeit hat die Crew gerade so Zeit einmal mit dem Service durch das Flugzeug zu kommen. Immerhin ist bei Air Berlin im Flugpreis ein Getränk und ein Snack inkludiert. Gegen die Getränke gibt es nichts auszusetzen. Standard. Morgens gab es als Snack eine sogenannte „Laugenstange“. Naja, da sollte Air Berlin wohl mal auf eine Weiterbildung bei der Bäckerinnung gehen. Das Ding schmeckte ungelogen nach Gummi. Auf keinem Fall aber nach frischem Teig und schon gar nicht nach einem Laugengebäck. Da auch kein Salz auf der Lauge verwendet wird wundert es den Profi allerdings auch nicht das es nach nichts schmeckt. Wie denn auch?

p1020605 Während des Fluges ist es im Innenraum auch ziemlich laut. Ich saß, wie immer, auf bzw. knapp hinter den Triebwerken, aber im Verhältnis zu einer Langstreckenmaschine scheinen die Cityflieger wohl eher bescheiden Schallisoliert zu sein. Klar, das bedeutet Gewicht und somit weitere Kosten die man einsparen kann.
Ich hatte das Gefühl, Air Berlin würde in ihrer Aircondition Duftnoten benutzen.  Ok, würde wahrscheinlich keine Gesellschaft zugeben, aber die Luft die aus den Düsen strömte hatte einen angenehm frischen, leicht vanilligen Duft. Schon etwas auffällig.
Die Crew war super freundlich und zuvorkommend. Davon könnte sich so manche Crew bei der Bahn eine Scheibe von abschneiden.

p1020620 Kurz nachdem ich meinte meine Knie nicht mehr zu spüren waren wir auch schon wieder im Landeanflug auf Berlin. Kurz darauf rollten wir zu unserer parkpossition.
Dann heißt es wieder warten. Warten bis die Maschine mit Treppen versehen wurde und die Busse bereit stehen. Nach einer kurzen Fahrt steht man dann schon am Rollband und wartet wieder. Diesmal auf sein Gepäck. Auch das dauert seine Zeit. Hat man dann seine sieben Sachen zusammen ist man ja noch längst nicht an seinem Zielort. Wir sind in Tegel. Also ziemlich weit von Mitte entfernt. Ins Zentrum kommt man entweder mit dem Flughafen-Bus oder mit dem Taxi.

Kosten:

Das Fliegen billig sei, halte ich für ein Gerücht. Rechnet man alles zusammen und vergleicht auch die ähnlichen Tarife steht der Flieger ziemlich schlecht da. Oft wird ein Billigticket eines Fluganbieters mit dem Normalpreis der Bahn verglichen, das ist natürlich Unsinn. Vergleiche ich beide Normalpreise ist beispielsweise die Bahn gar nicht mehr so teuer wie gerne behauptet wird.

– Zubringer von Zuhause zum Flughafen: 3,70 U- und S-Bahn oder 64,90 Euro Taxi
– Flugpreis: 298,85 Euro (Normalpreis) oder 118,85 Euro (Flugbindung)
– m.E. nötige Zusatzkosten: 11,99 Euro Sitzplatzreservierung (20,00 Euro XL Sitzplatz)
– Zubringer von Flughafen zum Hotel: 2, 60 Euro Bus (45 Meinten) oder 20,00 Euro Taxi (25 Minuten)

Fazit:

Über die Ökobilanz des Fliegens möchte ich hier nichts sagen. Schaut man sich die Rechnung dafür von einer Fluggesellschaft an gibt’s natürlich nichts Besseres. Schaut man sich die Rechnung von der Bahn oder einem Umweltverband an sieht das ziemlich anders aus. Mein Fazit fällt daher relativ kurz und knapp aus.
Schnelles Verkehrsmittel, ziemlich teuer, unbequem und laut.

In diesem Sinne: Ready To Take Off!


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