Mit dem Zug von Stuttgart nach Berlin

Mit dem Fernbus nach Berlin zu kommen ist eine Möglichkeit die ich ja schon getestet habe. Eine weitere Möglichkeit nach Berlin zu kommen bietet sich mit der Bahn an.
Persönlich kenne ich das Reisen per Bahn sehr gut, da ich beruflich nahezu ausschließlich mit ihr reise. Ich versuchte bei diesem Test trotzdem weitestgehend objektiv zu bleiben. Ich hoffe es ist mit gelungen.


Das Buchen:

Hier muß ich wohl etwas ausholen.
DB APP Zuerst einmal gibt es die Möglichkeit die Tickets via App, via Web, via Telefon, im DB Reisezentrum,  im Reisebüro oder am Automaten zu kaufen. Im Fernverkehr ist es zudem noch möglich im Zug beim Zugbegleiter eine Fahrkarte zu erwerben.
Die Bahn hat ein relativ breites, teils verwirrendes, Tarifspektrum. Bucht man beispielsweise über das Internet hilft einem die Bahn aber mittlerweile sich im Tarifjungle zurecht zu finden. Zum einen gibt es die Möglichkeit einen Verkehrsmittelvergleich zu machen und zum anderen wird nach Eingabe der Reisedaten beim Anzeigen der Verbindung schon auf Sparpreise aufmerksam gemacht. Diese sind leider oftmals ziemlich schnell vergriffen.
DB Sparpreise DB BahnCard DB UmweltMobiCheck Kleiner Tipp. Mal nach dem Sparpreis 1. Klasse schauen. Dieser ist oft nicht so schnell vergriffen und ist immer noch preiswerter als der reguläre Preis in der 2. Klasse.

Wie überall haben auch bei der Bahn die Angebote einen Haken. Die sogenannte Zugbindung. Dahinter verbirgt sich das diese Fahrkarte dann nur auf dieser einen Reiseverbindung mit den darauf angegebenen Zügen Gültigkeit besitzt. Man kann sich hier also nicht spontan entscheiden etwas früher oder später zu fahren, sondern ist eben genau an diese Verbindung gebunden. Die Zugbindung kann aber beispielsweise bei Verspätungen durch das Zugpersonal aufgehoben werden.
Möchte man flexibel bleiben und entscheidet sich daher für den Normalpreis wird dem Bucher dann noch die Option des Erwerbes einer BahnCard vorgeschlagen.
Sitzplatzreservierung Mittlerweile langt leider auch die Bahn bei der Sitzplatzreservierung ordentlich zu. Für 4,50 Euro pro Fahrtrichtung (max. ein Umstieg!) kann man sich im Internet sogar den Sitzplatz wählen.. Über die anderen Buchungsmöglichkeiten kann man leider bisher nur vorgeben ob man lieber einen Fenster- oder Gangplatz haben möchte.

Die Reise:

ICE vor InterCity Hotel Berlin Hbf Die meisten Hauptbahnhöfe liegen historisch bedingt zentral in der Stadt und sind gut an den Öffentlichen Personen Nahverkehr angeschlossen und somit auch außerhalb der Städte mit Bus und Nahverkehr gut zu erreichen.
Meine Reise von Stuttgart Hbf nach Berlin Hbf dauert regulär 5:45h. Tatsächlich wird dies auf der Strecke nahezu immer gehalten. Verspätungen unterhalb 5 Minuten erfasst  die Bahn allerdings nicht. Am Bahnsteig empfiehlt sich immer zuerst ein Blick auf die Wagenstandsanzeige. Dort kann man sehen in welchem Abschnitt des Peron der Wagen mit der gebuchten Sitzplatzreservierung halten wird. Meistens jedenfalls. Hin und wieder kommt es zu der beliebten Ansage „Zug verkehrt in umgekehrter Wagenreihung“. Dann ist hektisches Gewusel vorprogrammiert.
ICE Großraumwagen 2. Klasse Man sollte jedenfalls innerhalb 15 Minuten nach Abfahrt des Zuges seinen Platz gefunden haben. Danach hat die Reservierung keine Gültigkeit mehr. Da ich viel mit der Bahn reise kann ich auch auf die Bahn.Comfort Plätze zurückgreifen. Das sind Plätze, die nicht reserviert werden können. Hier dürfen sich Vielfahrer setzen ohne einen Sitzplatz buchen zu müssen. Bei überfüllten Zügen kann der Zugbegleiter auch diese Sitze kontrollieren und gegebenenfalls Personen die dort ohne Berechtigung sitzen zur Freigabe des Platzes auffordern.
ICE Sitze 2. Klasse Die Beinfreiheit ist in der zweiten Klasse etwas geringer als in der 1. Klasse aber durchaus noch in Ordnung. Die Sitze sind bequem und lassen sich variabel verstellen. Seit die Bahn pro Wagen einige Sitzreihen dazugepresst hat, kommt es nun hier und da vor daß man zwar einen Fensterplatz gebucht hat, dort aber gar kein Fenster mehr ist. Das ist unschön, beschert der Bahn aber mehr Gewinn, da so nun mehr Sitzplätze verfügbar sind.
Meinen Platz hatte ich schnell gefunden, Tischchen ausgeklappt und das Handy in die Steckdose unterm Sitz eingesteckt. Da es mittlerweile nur noch vereinzelt Abteile gibt kann es in den Großraumwagen schon mal recht laut werden. Vor allem zu Spitzenzeiten sind mittlerweile die Fernverkehrszüge gnadenlos überfüllt. So stehen nicht selten Fahrgäste in den (Zwischen-)Gängen.
ICE Bordbistro Die Fahrzeit lässt sich mehr oder weniger entspannt genießen. Die Zeit kann man gut nutzen um ein Buch zu lesen, etwas zu schreiben, sich mit anderen zu unterhalten oder mal einen Besuch im Bordbistro oder Bordrestaurant zu unternehmen. Gleichzeitig kann man sich so die Füße vertreten.
Seit einiger Zeit wird die IC und ICE Flotte runderneuert. Trotzdem kann es vorkommen das man auf alte, oder schlecht gereinigte Züge trifft.
Das Personal, die Zugbegleiter und das Gastropersonal, sind in der Mehrheit immer Hilfsbereit und freundlich. Klar gibt’s auch hier Ausnahmen. Generell gilt aber auch hier: Wie man in den Wald hinein ruft, schallt es auch heraus. Oft müßen die leider als Blitzableiter herhalten.
Am Ende der Reise kommt man jedenfalls absolut entspannt ans Ziel.

Kosten:

DB Preise Der Normalfahrpreis ist gefühlt relativ teuer. Nutzt man die Bahn nur sehr selten und kann oder mag nicht auf Sparpreise etc. zurückgreifen stimmt dies auch.
Fährt man hin und wieder lohnt sich eigentlich immer die BahnCard 25. Damit gibt es nicht nur auf den Normalpreis 25 Prozent, sondern auch auf alle Angebote. Die BahnCard 25 gibt es immer mal wieder auch vergünstigt als Schnupperabo.
Für Vielfahrer wird sich sehr schnell auch eine BahnCard 50 lohnen. Meist ist diese mit drei Fahrten schon hereinfgefahren.
Ist man absoluter Dauerreisender ist die BahnCard 100 eine Überlegung wert.
Bei Fernverkehrsfahrten ab 100 Kilometern gibt’s automatisch die Option „CityTicket“ dazu. Das berechtigt das Weiterfahren in den meisten Verkehrsverbünden bis zum Ziel bzw. vom Ziel zum Bahnhof. Bei der BahnCard 100 ist in diesen Verkehrsverbünden dies jederzeit nutzbar.

Fazit:

Auch wenn die Bahn nicht mehr das beste Image hat und man leider auch nicht mehr immer sagen kann „pünktlich wie die Eisenbahn“, ist die Bahn trotzdem ein äußerst zuverlässiges Verkehrsmittel. Vielleicht nicht immer die schnellste oder preiswerteste Möglichkeit, aber auf jeden Fall eine der bequemsten und entspanntesten Möglichkeiten von A nach B zu reisen.
Ich selbst bevorzuge die Bahn vor Auto und Flugzeug. Innerdeutsch fliegt man bestuhlt wie in einem Hühnerstall. Das Auto mag zwar individuell sein, aber entspannt ankommen ist in der Regel Fehlanzeige.

In diesem Sinne: Abfahrt!

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