Mittelrhein sucht mich, bzw. einen Burgenblogger

Vergangene Woche las ich begeistert den Tweet der Rhein-Zeitung:
„Da sechs Monate leben? Und dafür 2000 €/Monat bekommen? sucht

rheinzeitung tweet Die Rhein Zeitung sucht zusammen mit der Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE, Hüterin aller Burgen am Mittelrhein) und die Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz für den Zeitraum von Mai bis Oktober 2015 einen Burgherrn auf der Burg Sooneck hoch über dem Mittelrhein. Ziel der Social Media Aktion ist es innerhalb diesen sechs Monaten das Mittelrheintal, die Landschaft und deren Einwohner kennen zu lernen und natürlich regelmäßig darüber zu berichten. Als Aufwandsentschädigung wurden pro Monat 2000 Euro Brutto (Werksvertrag) ausgelobt.

Bei der Netzgemeinde stieß die Aktion auf unterschiedlichstes Echo. Von „Wow toll!“ bis „Was, nur 2000 Euro und dafür kein Urlaub?!“. Bei mir stieß die Aktion auf sehr hohe Aufmerksamkeit.

Mittlerweile sind ein paar Tage seit der Veröffentlichung vergangen und ich hab mir ein paar Gedanken dazu gemacht und bin zu dem Entschluss gekommen mich mit diesem Blogbeitrag für die Aktion „Burgenblogger“ zu bewerben!

Tja, was schreibt man also in so eine Bewerbung? „Nehmt mich!“ ist ja wohl zu einfach, wobei auch ehrlich. Im Prinzip wird sich meine Bewerbung nicht viel von anderen Bewerbern unterscheiden. Alle wollen da ja schließlich hoch.

Also, gehe ich mal anders herum an das Thema.
Warum möchte ausgerechnet ich das Projekt „Burgenblogger“ machen und was qualifiziert mich dafür überhaupt?

Mittelrhein Tatsächlich steht eigentlich für dieses Jahr in der ersten September Woche ein Besuch im Mittelrheintal an. Mit dem Zug fahre ich sehr gerne die Rheinstrecke wenn ich beruflich nach Essen muß. Zwar dauert die Strecke eine Stunde länger als auf der Schnellstrecke zwischen Stuttgart und Essen, aber diese Stunde lohnt sich jedes Mal, zu jeder Jahreszeit. Mal hat der Rhein Niedrigwasser, mal extremes Hochwasser. Immer fährt man dabei an kleinen, netten Ortschaften vorbei und dabei denke ich mir immer wieder: „Dort mußt Du auch mal hin“. Allerdings außer nach Koblenz hab ich es in diese Ecke des Rheins noch nie geschafft.

Es wird also höchste Zeit!

Andre Australia Ich teile gerne meine Erlebnisse im Urlaub mit anderen und habe deshalb irgendwann mal angefangen all dies im „Andrés Reise Blögle“ aufzuschreiben. Dort findet sich mittlerweile alles was mich rund um den Urlaub so beschäftigt. Vom Kurztrip nach Mallorca über einen vierwöchigen, täglichen Australien Reisebericht bis zum Blog über eine Caravan-Fahrt an der Mecklenburgischen Seenplatte. Immer interessiert mich dabei das „normale Leben“ vor Ort; abseits der Touristik.
So könnte ich mir nun auch sehr gut vorstellen für ein halbes Jahr in die Sphären des Mittelrheins zu tauchen und Land und Leute intensiv kennen zu lernen.
Ich denke über diese Aktion könnte man sicher auch wieder den Mittelrhein den Lesern schmackhaft machen. Irgendwie hat er ja bei vielen Leuten, wenn man sie danach fragt, oft den Charme von „eingestaubt“ und „Bustouristik“.
Ich bin mir aber sicher, dass der Mittelrhein noch viel mehr zu bieten hat als alten Mief.
Bisher schreibe im Blog und teile aktuelles via twitter, facebook und instagramm http://instagram.com/reisebloegle

Mittelrhein Klar ist meine Bewerbung auch nicht ganz uneigennütz. Als Burgenblogger auf Burg Sooneck zu wohnen und Land und Leute kennen zu lernen heißt für mich nicht nach alter Burgherren Art die Einwohner zur Audienz in meine Gemächer zu laden, sondern natürlich das ich raus zu den Leuten gehe! Und genau das klingt verlockend: Gehen!

In meinem Job als IT-Berater sitze ich meist tagelang beim Kunden den ganzen lieben langen Tag. Mit viel Bewegung ist da nichts. Abends , gebe ich zu, ist es einfach schwer den inneren Schweinehund zu überwinden und noch etwas für die Fitness zu machen. Somit wäre ein halbes Jahr auf dem Berg eine ganz gute Trainingseinheit. Wir können ja mal schauen ob es auch mit Gewichtsverlust verbunden sein wird. – äh es wird ja wohl nicht jeden Tag ein Rittermahl dort oben geben, oder?

Wartburg Lutherstube 1900 Überhaupt, wie muß ich mir denn das da oben vorstellen? Also meine Bilder derzeit im Kopf sehen ja eine kleine Kammer wie Luthers Stube auf der Wartburg bei Eisenach. Mit undichten Butzenfenster und einem Plumpsklo. Irgendwie schwirren mir auch die Bilder von „Ritter der Kokosnuss“ im Kopf herum. Ich werde aber nicht von der Verteidigungsmauer oben herunter schreien „Ihr schwulen Engländer!“. Sondern werde vielmehr jeden herzlichst empfangen der mal bei mir vorbeischauen möchte.

Meine Wünsche als Burgenblogger
Sollte ich der Auserwählte (was für ein Wort im Bezug auf den Burgherr, ähh Burgenblogger) sein, würde ich mir wünschen daß ich überall im Mittelrheintal mit offenen Armen und vielleicht auch Herzen willkommen geheißen werde. Sehr freuen würde ich mich natürlich auch, wenn sich hin und wieder auch mal Freunde und Bekannte bei mir sehen lassen würden. Ich denke ne Kaffeemühle wird’s dort oben schon geben um zu nem Kaffee einladen zu können.
Während meiner Zeit als Burgenblogger würde auch jedem interessierten meine Tür regelmäßig offen stehen. Allerdings Abends würde ich dann schon ab und an mal gern schlafen.
Schön wäre es am Ende ganz viele tolle Menschen kennen gelernt zu haben, viel über die Region gelernt zu haben und mit einem weinenden und lachenden Auge die Burg am Ende des Projektes zu verlassen.

Jetzt kommt natürlich die Frage „Ja was sagt Dein Arbeitgeber denn dazu?“. Ehrlich gesagt noch nichts. Um ihn dazu zu fragen ist es ja noch viel zu weit entfernt und unsicher ob ich überhaupt in die engere Auswahl kommen werde. Sollte es jedoch soweit kommen, dann glaube ich das wir uns da sicher einig werden. Es wäre ja eine Art „Sabbatical“. Ich habe jetzt seit 2009 durchgehend in Projekten gearbeitet bei denen ich unter der Woche irgendwo in Deutschland unterwegs war. Immer auf 150% lief und immer für den Kunden da war. Jetzt läuft diese Projektwelle gerade sowieso aus, also beste Zeit sich etwas zu erholen bevor man wieder mit neuem Elan und aufgeladenen Akkus neue Aufgaben in Angriff nehmen kann.

„2000 Euro für ein halbes Jahr ohne Urlaub sind ja lächerlich.“
Naja, ganz ehrlich gesagt finde ich das nicht. Meine Rechnung hier war ganz einfach. Welche Nebenkosten laufen bei mir im Monat derzeit auf und was würde dann von den 2000 Euro Brutto am Ende noch für mich übrig bleiben. Sicher ist, man wird keine großen Sprünge damit machen können. Also heißt es große Schlossgelage zu unterlassen. Aber wer weiß, vielleicht bekäme ich ja beispielsweise die Rhein Zeitung dazu ne Feier zu schmeißen?!

Ideen was ich in den sechs Monaten so machen könnte habe ich jedenfalls jetzt schon einige. Ich würde mich sehr freuen das Projekt machen zu dürfen und warte jetzt einfach mal gespannt was so passiert.

Und keine Sorge liebe Leser, ihr werdet die Ersten sein, die über den weiteren Verlauf meiner Bewerbung hier im Blog erfahren!

Ich wäre bereit!

In diesem Sinne
Euer Burgenblogger in Spee
André

Update 2.9.2014:
Gestern gabs einen kleinen Einblick in die zukünftige Wirkungsstätte Burg Sooneck in der Rheinzeitung: „Rundgang durch Burg Sooneck: Hier wird der Burgenblogger arbeiten
Lustig ist, das ich gestern mit der Bahn neugieriger Weise über die Rheinstrecke gefahren bin und mir die Burg vom Zug aus angeschaut habe.
Naja, langsam wird es spannend. Die Mitbewerber (rund 300) haben sich teils richtig ins Zeug gelegt um sich aus der Masse hervorzuheben. Ich habs bei dem einen Bewerbungsartikel belassen. Dieser Beitrag und die vielen Beiträge sonst hier im Blog sollten eine gute Ausgangslage sein und für sich sprechen.
Ich habe mir jedenfalls mal den 3. November im Kalender vermerkt.

Also dann! Wir sehen uns auf der Burg!
André

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