Seminar oder Wassersport Jugendherberge?

Bei über 500 Jugendherbergen in Deutschland gibts für jeden die passende Jugendherberge. Was darfs denn sein?

Auf meiner kleinen Reise durch den Nordwesten der Republik standen heute zwei Jugendherbergen auf dem Programm die unterschiedlicher nicht sein könnten. Dennoch eint sie das Motto der Deutschen Jugendherbergen „Gemeinschaft erleben“.

Die Seminar-Jugendherberge Leer

Am Rand der Altstadt von Leer steht in Sichtweite zur Kirche das ehemalige Armenhaus aus dem Jahre 1788.  Das Haus wurde kürzlich komplett saniert und gilt derzeit als eines der hochwertigsten Häuser im Nordwesten. Dies lässt sich an diversen Details in der Jugendherberge festmachen. Beispielsweise wurden für dieses Haus eigens Betten konstruiert. So lässt sich in fünf Zimmern mit wenigen Handgriffen aus einem einfachen Bett ein Doppelbett für Paare machen. Für Seminare ist das Haus bestens ausgestattet. Insgesamt versorgen neun WiFi-Hotspots die 133 Betten und Tagungsräume. In jedem Zimmer liegen zusätzlich Netzwerkdosen. Was in Summe 250 Netzwerkdosen verteil in der gesamten Jugendherberge ergibt. So lässt sich nicht nur während der Tagung sondern auch im Zimmer online gehen.
Die Jugendherberge Leer versteht sich als Seminar und Familienjugendherberge. Das Haus bietet den optimalen Startpunkt für diverse Exkursionen und Tagesausflüge. Wir haben heute mit der „Koralle“ eine Hafenrundfahrt gemacht. Dort erfährt man so einiges Interessantes rund um Leer.
Wusstet ihr, dass Leer der zweitgrößte Reedereistandort nach Hamburg ist?

Interessant war in der Jugendherberge Leer zu sehen wo dieses Haus beim Thema Nachhaltigkeit den Schwerpunkt gesetzt hat. Das Haus ist der erste Integrationsbetrieb einer Jugendherberge im Landesverband Unterweser-Ems. Von den insgesamt 14 festen Mitarbeitern sind die Hälfte davon Schwerbehindert. Die Dienstpläne und Arbeitsplätze sind auf die Kollegen abgestimmt worden. So kann jeder Mitarbeiter nach seinen Stärken und Möglichkeiten eingesetzt werden. Dafür gabs dieses Jahr auch den Rudolf-Freudenberg-Preis als Integrationsunternehmen 2014.

Da wir passend zum Mittagessen da waren, waren wir eingeladen beim Veggie Day mit zu essen. Ja, ich habs überlebt! Alles war frisch zubereitet und roch nicht nur lecker, sondern schmeckte wirklich super. Vorweg gabs eine tolle Kürbiscremesuppe und als Hauptspeise konnte man zwischen einem tollen Nudelgericht oder einem leckeren Kartoffelauflauf wählen. Ich hab natürlich beides probiert. Ja, auch die Kartoffeln. Lecker.
Zum Salat muß ich mal etwas sagen. Ich kenn es noch so, daß man zum Essen einfach eine Schüssel Salat auf den Tisch gestellt bekam. Meist schon fix und fertig. So weit ich mich erinnern kann wurde der dann auch äußerst selten angerührt. Heute dagegen ist das Essen, also auch der Salat, in Buffetform. So kann man sich immer seinen Salat zusammenstellen und auch selbst mi diversen Dressings garnieren. Und selbst die kleinen Stöpsel einer Grundschule, die mit uns im Speisesaal saßen, haben fast alle einen Salat gegessen. Perfekt

Wie es halt so ist hatten wir aber nicht all zu viel Zeit. Also ging es dann flux weiter von Leer nach Bad Zwischenahn.

Die Wassersport-Jugendherberge Bad Zwischenahn

Als wir kurz vor der Jugendherberge Bad Zwischenahn ankommen konnte man schon einen erheblichen Unterschied zwischen den beiden heutigen Jugendherbergen erkennen. War die Jugendherberge Leer mitten in der Stadt und mehr auf Ausflüge und Seminare ausgerichtet besteht der Fokus bei der Jugendherberge in Bad Zwischenahn in der Nutzung des Geländes. Drum herum ist auch nichts außer eben Landschaft und dem Zwischenahner Meer.

Was das konkret bedeutet haben wir gleich live erleben können als wir dann am Haus angekommen sind. Das Haus selbst ist unscheinbar und dennoch modern mit 156 Betten ausgestattet die sich auf 6er, 4er und ein paar Doppelzimmer verteilen.
Wer hier her kommt, egal ob Gruppe oder Einzelreisende, kann vom hohen Programmangebot zehren. Viele kommen auch genau deswegen her. Die Jugendherberge ist das einzige Haus  mit einer ehrenamtlich geführten Segelschule. Hier kann man in den Sommermonaten den Segel- oder Sportbootführerschein machen. Leider ist Ende September dafür die Saison schon vorbei und von Optis und co war nichts mehr zu sehen.
Dafür war auf dem Gelände und am Wasser die Hölle los. Eine Klasse war gerade dabei in kleinen Gruppen jeweils ein Floß zu bauen. Dafür bekommen die Teilnehmer einfach das Material vier Tonnen, Holzlatten und Tampen gestellt und sollen damit versuchen ein Floß zu bauen. Das Ergebnis wird dann zusammen zu Wasser gelassen und bei den Paddelversuchen stellt sich dann heraus wie stabil das Floß geworden ist. Diese Aufgabe machte den Kids nicht nur sichtlich Spaß, sondern schweißt die Klasse auch zusammen. Eine klassische Teambildungsmaßnahme. Daher kann man solch Programme auch für Erwachsene buchen.
Das führt die Jugendherberge Bad Zwischenahn zusammen mit dem Partner WSM Funsport aus. In dieser Kooperation werden noch einige weitere Programme realisiert. Heute konnten wir noch die Klasse beim Bierkistenstapeln erleben. Aber am meißten Spaß hatten die Kids definitiv am Floßbau und am späteren damit im Wasser herumrudern. Begleitet wurde die Klasse dabei im Kajak von ihren Lehrern und von Mitarbeitern von WSM Funsport. Wäre das Wasser etwas wärmer gewesen und hätten wir mehr Zeit gehabt, hätte ich echt Lust drauf gehabt auch ein Floß zu bauen. So hab ich mich heute mehr darauf beschränkt auf dem Steg, in der Sonne liegend, dem Geschehen auf dem Zwischenahner Meer zuzuschauen.

Und so schnell wie heute wieder dieser Tag um war, so schnell wünsche ich mir den nächsten Sommer herbei. Vielleicht komm ich hier mal wieder vorbei und mach doch endlich mal den Segelschein. Wer weiß.

Sodele, für heute solls das aber mal gewesen sein. Morgen geht’s wieder zurück nach Bremen wo mein Einblick in die Welt der Jugendherbergen am Sonntag begonnen hatte.

Mein Fazit?
Gibt’s Morgen! Guts Nächtle!

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