Von Norseman über Lucky Bay zum Wave Rock

Nach der Nullarbor Plain weiter Richtung Westen.

Noch den beeindruckenden Tagen durch die Nullarbor Plain ist man ehrlich gesagt schon auch froh, endlich in Norseman und damit am Ende dieser Wüste zu sein. Auf meinem Weg weiter in den Westen wollte ich auf jeden Fall den weltbekannten Wave Rock besuchen. Der liegt mehr oder weniger auf dem Weg. Ok, eher weniger. Um genau zu sein, waren es gute zwei Tage Umweg die ich dafür gefahren bin.
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Von Norseman kann man mit einem geländegängigen Camper auf dem „Heritage Trail“ 28 Kilometer auf einer alten Piste, parallel zur Hauptstraße, im Goldenen Outback durch die Zeit reisen. Die Piste wurde zur Goldgräber Zeit ende des 19. Jahrhunderts genutzt und führt an verlassenen Geisterdörfern und alten Minen vorbei. Eines der sehenswertesten Stellen ist die rund 22 Kilometer von Norseman entfernte alte Stadt „Dundas“. Heute sieht man von ihr nur noch ein paar Fundamente und das ein oder andere Straßenschild. Den Rest hat sich die Natur längst wieder zurück geholt. Eine kleine Grillstelle läd zu einem Buschpicknick ein. Wirklich besonders sind aber am Rand die „Dundas Rocks“. Das ist eine über 2 Millionen Jahre alte Felsfomation die einfach so in der Landschaft steht. Und wen man so um die Steine geht schwingt da schon ein wenig Mystik mit. Sehr beeindruckend. Vor allem, da man auf diesem „Tourist Drive“ doch meist allein unterwegs ist und außer der Natur nichts um einen rum statt findet.
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Tipp:
Wer im Outback unterwegs ist, sollte sich im Supermarkt für ein paar Dollar ein Fliegennetz für den Kopf besorgen. Ja, es sieht bescheuert aus, aber ohne macht es wirklich keine Minute im freien Spaß.

Der kürzeste Weg non Norseman zum Wave Rock führt kurz an das Meer. Nach Tagen in der Nullarbor Plain ist man darüber auch wirklich froh! Da die Strecke zum Wave Rock an einem Tag nicht zu machen ist, sollte man am besten knapp auf halber Strecke, hier am Meer, eine Übernachtung einplanen. Mindestens! Ich wollte nach der Einsamkeit wieder Zivilisation sehen und bin direkt nach Esperance gefahren und hab mich auf den dortigen Campingplatz gestellt. Im Ort kann man wieder alles einkaufen oder mal wieder Essen gehen. Esperance hat einen kleinenStrand. Hauptsächlich ist Esperance für seinen Tiefseehafen bekannt. Er ist mit 19,5 Metern der tiefste Hafen Südaustraliens.
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Wirklich schön ist es allerdings rund 50 Kilometer östlich von Esperance, im „Cape Le Grand National Park“. Dort kann man auch campen. Es gibt zwei Plätze, den am „Le Grand Beach“ und den an der „Lucky Bay“.  Beide sind mit WC, Duschen und BBQs ausgestattet.

Tipp:
Unbedingt mindestens am Vortag einen Platz online über den National Park reservieren da die Plätze selbst in der Nebensaison sehr begehrt sind. Wer Zeit hat mindestens 2 Nächte buchen!
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Der Nationalpark ist bekannt für die Strände Le Grand Beach, die Hellfire Bay, die Thistle Cove, die Rossiter Bay und vor allem die Lucky Bay.
Die Lucky Bay gilt als eine der schönsten Buchten Australiens. Zu Recht!
Die Strände bestechen durch ihren weißen Sandstrand und das türkisblaue Meer. Hier stammen ganz viele Werbefotos über Australien her. Wer früh morgens oder Abends an den Strand geht, kann sich mit etwas Glück den Strand mit Kängurus teilen. Ich war zwar vormittags da, aber schon zu spät dafür. Die jungen Hüpfer hatten Hunger und waren in den Büschen rund um den Parkplatz zu finden.
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Wer noch etwas ganz spezielles erleben möchte kann auf dem Rückweg nach Esperance noch einen Abstecher auf einen Rinderhof machen. Der Bauer hat sich 2011 in seinen Garten eine 1:1 Replik von Stonehenge gebaut. Das Westaustralische Stonehenge zeigt ungefähr den Zustand wie das Original um 1950 vor Christus ausgesehen haben muss. Der Clou: Es wurde so errichtet, dass auch in der Australischen Version die Winter- und Sommersonnwende korrekt im Steinkreis eingefangen wird.
Der ganze Spaß kostet 10 Dollar pro Person. Es wird nur Bargeld angenommen!
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Dann folgt die lange Strecke wieder zurück ins goldene Outback. Und man ist wirklich wieder mitten im Nirgendwo. Allerdings sieht man hier und da mal Landwirtschaftliche Maschinen auf den Feldern oder auf der Straße. Alles etwas größer als bei uns. Da muß dann schon mal die zweispurige Straße für den Traktor kurzfristig gesperrt werden.
dsc09146 Irgendwann am späten Nachmittag kommt man dann in Hyden an. Hier gibt es nicht viel zu sehen außer dem Zeltplatz. Der ist ganz ok und hat den Vorteil, dass man sich die sonst fälligen Parkgebühren von 10 Dollar am Wave Rock sparen kann und man die Welle Abends oder am frühen Morgen für sich alleine hat.
„Die schönste Welle der Welt“ sagen viele zum Wave Rock. Diese 15 Meter hohe und 110 Meter lange Granitfelsformation sieht aus wie eine riesige, versteinerte Welle. Sie wurde in den letzten 2,7 Millionen Jahren durch Erosion geformt.
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Noch in Deutschland war für mich klar dort vorbei schauen zu müssen. Als ich dann vor Ort war, habe ich den Wave Rock dann aber in 10 Minuten gesehen gehabt und war ehrlich gesagt etwas enttäuscht. Interessanter Weise ging es am Campingplatz einigen so wie mir. Viele sind extra die 350 Kilometer von Perth raus gefahren um ihn zu sehen. Immerhin kann man dem Wave Rock noch auf den Kopf steigen. Die Kante ist zwar aus gutem Grund abgesperrt, aber auch auf dem Plateau gibt es interessante Steine zu sehen die nicht so bekannt sind. Zudem weiß ich nun, dass direkt an den Wave Rock ein Wasserreservoir anschließt.
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Mein Fazit:
Zwei Tage Umweg durchs goldene Outback fahren für 10 Minuten „Uiii“ kann man sich gut sparen.

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