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Ausflugstipp: Mit der Schwarzwaldbahn von Karlsruhe nach Konstanz

Besondere Bahnstrecken gibt es auf der ganzen Welt. Die Schwarzwaldbahn liegt in Baden-Württemberg und ist nicht nur für Eisenbahnfans ein absolutes Muß!

Wer ist nicht auch immer mal wieder auf der Suche nach einem Tagesausflug oder kurzem Wochenendtrip der nicht zu weit entfernt ist und dazu auch noch erschwinglich bleibt?! Wohl jeder. Im Süden Baden-Württembergs ist die Landschaft sehr vielseitig und abwechslungsreich. Mit der Schwarzwaldbahn fährt man einmal quer durchs Ländle und kann dabei vieles entdecken.

Anfahrt zur Schwarzwaldbahn

Die Schwarzwaldbahn ist bestens vom Fernverkehrsnetz der Deutschen Bahn erreichbar. Egal ob vom Norden, Süden oder Westen, immer ist die Schwarzwaldbahn am Besten mit dem Intercity Express (ICE) erreichbar. Die Anfahrt mit dem Fernverkehr endet in Karlsruhe Hauptbahnhof (oder Offenburg Hauptbahnhof, bzw. Baden-Baden Hauptbahnhof). Von (Süd)Osten kommt man am Besten mit dem Intercity (IC), Regional Express (RE) oder dem Schiff bis Konstanz. Es lassen sich aber auch Teilstrecken über andere Nebenbahnen erreichen und verbinden.

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Die Schwarzwaldbahn

Die Schwarzwaldbahn ist der Regional-Express (RE) zwischen Karlsruhe Hbf, Offenburg und Konstanz. Die Züge der Schwarzwaldbahn verkehren stündlich durchgehend zwischen Karlsruhe Hbf und Konstanz mit den Zwischenhalten in Rastatt, Baden-Baden, Bühl(Baden), Achern, Renchen, Appenweier, Offenburg, Gengenbach, Haslach, Hausach, Hornberg(Schwarzw), Triberg, St Georgen(Schwarzw), Villingen(Schwarzw), Donaueschingen, Immendingen, Engen, Singen(Hohentwiel), Radolfzell, Allensbach und Konstanz-Petershausen.

Um die Schwarzwaldbahn ausgiebig genießen zu können braucht man nicht viel. Man löst am besten online oder am Automaten das entsprechende Ticket und schon gehts los! Wer sich einen Tag lang die Strecke ausgiebig mit Zwischenstopps anschauen möchte, der sollte sich zum Beispiel das Baden-Württemberg-Ticket kaufen. Es gilt einen Tag lang für beliebig viele Fahrten in allen Regional- und Nahverkehrszügen sowie Stadtbahnen, Straßenbahnen und Bussen aller Verkehrsverbünde in ganz Baden-Württemberg.
Die Schwarzwaldbahn (KBS 720) beginnt offiziell zwar erst in Offenburg, aber der RegionalExpress der Bahn fährt schon ab Karlsruhe Hauptbahnhof. Wer sich also die schönsten Plätze im oberen Teil der Doppelstock-Wagen sichern möchte sollte seine Tour auch schon in Karlsruhe beginnen lassen.
Die Tour vom Oberrheinischen Tiefland bis zum Bodenseeraum dauert rund 3 Stunden.

Wie für jeden anderen (Bahn-)Ausflug auch ist es zu empfehlen etwas Proviant mitzunehmen. Wer entspannt die Strecke genießen und dazu noch etwas über die vorbeiziehende Landschaft und die Strecke erfahren möchte kann sich bei der Bahn den „AudioGuide Schwarzwaldbahnhier herunterladen. Achtung! Bitte die App noch zuhause oder in einem WiFi installieren und das erste Mal starten. Es werden dann noch die ganzen Audio-Files heruntergeladen. Auf der Strecke durch den Schwarzwald kommt es leider immer Mal wieder zu Mobilfunklöchern.
Die Fahrt auf der Schwarzwaldbahn ist zu jeder Jahreszeit ein wahres Naturerlebnis. In den Wintermonaten beispielsweise fährt man zuerst durch ein teils noch kilometerweites grünes Oberrheinisches Tiefland. Mit jedem Streckenkilometer Richtung Schwarzwald verschwindet dann allmählich das Grün und immer mehr Schnee zieht an einem vorbei. Wenn es dann wieder Richtung des Bodensees hinunter geht wechselt wieder die Farbe von Weiß auf Grün. Wunderschön!

Die Triberger Wasserfälle

Mitten im Südschwarzwald, in Triberg, lohnt es sich dann auch den warmen und bequemen Sitzplatz zu verlassen und die Fahrt zu unterbrechen. Tagsüber verkehrt der Regional Express stündlich auf der Schwarzwaldbahn und ein Zwischenstopp ist gar kein Problem. In Triberg lohnt sich nämlich auf jeden Fall der Besuch der Triberger Wasserfälle. Es sind Deutschlands höchste Wasserfälle. Über 160 Meter stürzt das Wasser der Gutach in sieben Fallstufen hinunter. Gerade im Winter ist ein Besuch sehr schön, wenn teile des Wasserfalls vereist sind. Abends sind die Triberger Wasserfälle schön beleuchtet.

Schwarzwald-Erlebnispfad Triberg

Wer gerne wandert kann auf der Schwarzwaldbahn auch das Erleben. Die bekannteste Wanderroute beginnt und endet am Zwischenhalt Triberg. Hier gibt es den „Schwarzwald-Erlebnispfad Triberg“ zu erwandern. Dieser Wanderweg besteht aus zwei Touren zu jeweils 6 Kilometern. Sie versprechen jeweils etwa zwei Stunden Wanderlust pur. Die Anfangs- und Endpunkte sind jeweils am Bahnhof Triberg. Direkt hier gibt es auch eine kleine Ausstellung zur Geschichte der Schwarzwaldbahn im Bahnhofsgebäude. Die beiden Strecken verlaufen entlang der Bahnstrecke und bieten teils tolle Blicke und Fotomotive. So lässt sich die einmalige Bahnstrecke einmal von einer ganz anderen Sicht aus erleben. Am Bahnhof Triberg steht übrigens als Erinnerung an alte Dampfzeiten seit 2011 die restaurierte Dampflok 50 245.

Die Schwarzwälder Kirschtorte

Was wäre der Schwarzwald ohne seine weltbekannte Schwarzwälder Kirschtorte? In jeder guten Konditorei darf dieses Backwerk natürlich nicht fehlen. So sollte man auf diesem Ausflug auch unbedingt mindestens einmal eine Schwarzwälder Kirschtorte vernaschen. Zum Beispiel beim Stopp in Triberg kann man noch einen Abstecher in eines der Kaffees machen und sich auf den nächsten Teil der Bahnreise bei einem leckeren Stück Schwarzwälder Kirschtorte freuen.

Danach kann man wieder in den nächsten Regional Express steigen und seine Fahrt an den Bodensee wieder aufnehmen. Auch die Strecke aus dem Südschwarzwald in die Bodenseeregion hinunter ist sehr reizvoll. Wieder ändert sich das Bild außen. Der Schnee verschwindet langsam und je näher der Bodensee kommt, desto nebliger kann es werden. Oder aber man erwischt einen tollen sonnigen Tag und kann so die ganze Pracht genießen.

Meine Reisetipps

Die Bahnfahrt auf der einzigen zweigleisigen Gebirgsbahn Deutschlands dauert insgesamt nur rund drei Stunden. Aus der Fahrt lässt sich aber auch eine kleine Reise durchs Ländle machen. Auf der Strecke lohnt es sich immer wieder auszusteigen, die Landschaft bewundern und genießen. Warum nicht auch irgendwo unterwegs übernachten?

Unterwegs bieten sich zum Beispiel folgende Zwischenhalte an:

  • Die Kurstadt Baden-Baden
    Ein Besuch der Kurstadt lohnt sich immer. Ob bei einem Besuch in den Thermen, dem Casino, oder dem wunderbaren Kunstmuseum Frieder Burda.
  • Der weltbekannte Europa Park in Rust bei Freiburg
    Egal ob man auf Achterbahnen steht, Shows liebt, oder eher die ruhigeren Fahrgeschäfte in den verschiedenen Themenländern genießen möchte. Ein Tag im Europa Park Rust geht schneller vorbei als einem lieb ist.
  • Das Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach
    Wie lebten die Schwarzwälder früher? Im Freilichtmuseum lässt sich das hautnah erleben. Einige (ur)alte Bauernhöfe wurden vor ihrem Zerfall oder Abriss gerettet und in Gutach liebevoll restauriert und wieder aufgebaut.
  • Das Deutsche Uhrenmuseum in Furtwangen
    Nicht weit von Triberg entfernt liegt Furtwangen. Früher das Herz der Schwarzwälder Uhrenindustrie. Heute beherbergt das kleine Städtchen das Deutsche Uhrenmuseum.
  • und vieles mehr.

Die rund dreistündige Fahrt bietet einem Reisenden viele verschiedene Eindrücke und geht leider viel zu schnell vorüber. In Konstanz angekommen bietet sich immer ein Besuch der Stadt an. Sollte man sich am selben Tag wieder auf die Heimreise begeben wollen, dann sollte man zumindest ein wenig den Hafen Konstanz genießen. Wer länger bleibt, der muss sich unbedingt auch die Stadt Konstanz ansehen.

Der Bodensee als Endpunkt ist natürlich auch ein Ideales Urlaubsziel. Die Region hat für jeden etwas zu bieten. Sei es den beliebten Bodenseeradweg, die weltbekannte Insel Mainau, die Pfahlbauten von Unteruhldingen oder die unzähligen Wassersportmöglichkeiten. Am Bodensee kann man durchaus ein paar Tage die Seele baumeln lassen.

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Geschichte der Schwarzwaldbahn

Die Schwarzwaldbahn ist eine wirklich besondere Strecke. Geschichtlich wie auch Geografisch. Die Schwarzwaldbahn wurde unter anderem durch die Industrialisierung der Uhrenindustrie nötig. Bis zu ihrer Fertigstellung 1873 musste man Waren mit der Bahn von Offenburg über Basel nach Singen an den Bodensee bringen. Ein gewaltiger Umweg. Nach der Fertigstellung der Schwarzwaldbahn verkürzte sich dieser Weg von 240 Kilometer auf nur noch 149 Kilometer. Dies war nur mit Hilfe des genialen Bauingenieur Robert Gerwig (* 2.05.1820 in Karlsruhe,   + 6.12.1885 in Karlsruhe) möglich.

Er schaffte diese Querverbindung durchs Land mit einem Höhenunterschied von rund 670 Metern so zu erbauen, dass normale Züge diese Steigungen ohne zusätzliche Lokomotiven zur Verstärkung benötigt wurden. Er schaffte es, die maximale Steigung auf der gesamten Strecke unter 20 Promille zu belassen. Damit hat die Schwarzwaldbahn keine Steilstrecke. Dies schaffte er mit Hilfe von 37 Tunnels und nur einem einzigen Viadukt. Zwei Tunnels, das Niederwasser- und das Große Triberger-Tunnel, sind sogenannte Kehrtunnels. Diese beiden Kehrtunnels liegen zwischen Hausach und St. Georgen. Auf diesem Streckenabschnitt wird ein Höhenunterschied von mehr als 564 Metern überwunden. Das funktioniert nur mit den Kehrtunnels, die die Bahnstrecke künstlich verlängern. Luftlinie liegen Hausach und St. Georgen etwa 21 Kilometer voneinander entfernt.

Die Schwarzwaldbahn arbeitet sich langsam auf 38 Kilometern nach unten. Damit ist die Schwarzwaldbahn eine der tunnelreichsten und brückenärmsten Gebirgsbahnen Europas. Dieses geniale Werk brachte dem Bauingenieur den Namen „Vater aller Gebirgsbahnen“ ein und wurde zum Vorbild vieler Gebirgsbahnen wie zum Beispiel dem alten Gotthardtunnel. In der Tat arbeitete der Bauingenieur Robert Gerwig zwischendurch auch am alten Gotthardtunnel mit.

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Führerstandsmitfahrt von Konstanz nach Offenburg mit bwegt auf der Schwarzwaldbahn – Quelle: bwegtBW

Weitere Infos (Bahn.de): Schwarzwaldbahn – Ein Erlebnis das verbindet

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6 Kommentare

Natur Park 23. Februar 2017 at 13:44

Die wunderschöne Schwarzwaldbahn! Ein tolles Ausflugsziel für Groß und Klein im Schwarzwald! Lässt sich prima mit weiteren Highlights der Region verbinden !

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André 23. Februar 2017 at 13:53

Absolut! Werde im Sommer auch mal abseits der Bahn erkunden müssen.

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Lothar 30. Dezember 2016 at 22:04

Hallo André,
ich bin auch begnadeter Zugfahrer und komme grad von eine Fahrt aus dem Tchechischen Potucky.
Auf Deinen Fotos ist viel Schnee zu sehen. Sind die Fotos aktuell?

Eine Frage noch zum eingesetzten Plugin für die Fotos. Welches hast Du da im Einsatz?

Grüße und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Lothar

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André 30. Dezember 2016 at 23:06

Hallo Lothar!
Nein, die Fotos entstanden im vergangenen Winter.
Das Plugin ist das von der NextCellent Gallery.

Guten Rutsch ins neue Jahr!
André

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Michael 29. Dezember 2016 at 10:11

Ich weiß´schon gar nicht mehr, wie ich hier gelandet bin denn die tollen Bilder haben mich in ihren Bann gezogen. Eine Tour, die ich auf jeden Fall mal machen werde. Danke für den Tipp.

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André 29. Dezember 2016 at 10:32

Das freut mich wenn ich Anregungen geben kann. Gerade die Strecke finde ich persönlich einen Traum.

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