1. Mai und der Rubel rollt in Moskau

Man könnte den heutigen  Tag einfach so beschreiben: Ich bin fix und alle!

Ich mußte heute Nacht feststellen das es sich im Bett doch entspannter schlafen lässt als im Liegewagen auf der Schiene. Hab wie ein Stein geschlafen.
Nach einem gemütlichen Frühstück im Hotel ging es raus ins Abenteuer Moskau.

Unser grobes Ziel war der Rote Platz. Also gings ab in die Metro um die Ecke. 5er-Ticket kaufen lief am Schalter wie am Schnürchen doch dann begann die Herausforderung Metro. Im Prinzip ist das Metro-Netz ganz einfach in verschiedene Linien, die je eine Farbe haben, unterteilt. Eine Linie, die braune ist eine Ring-Linie. Größtes Problem: die kyrillische Schrift! Es ähnelt bei Touris wie uns eher einem Memorie-Spiel. Man schaut sich die Buchstabenkombination des Zielbahnhofes auf der Karte an und versucht das passende Gegenstück auf einer der Tafeln in der Station zu finden. Naja, klappt eher schlecht als recht. Natürlich sind wir erst einmal in die falsche Richtung gefahren. Aber man merkt sich die gefahrenen Stationen und wechselt einfach in die Gegenrichtung um wieder an den Ausgangspunkt zu kommen und düst dann in die richtige Richtung. Eigentlich macht das aber nur bei den ersten Fahrten Probleme. Fährt man die selbe Strecke nämlich erneut kann man sich einfach an dem ausssehen der Stationen orientieren. Klappt einwandfrei. Zudem ist das Ticketsystem ja auch in Moskau so ausgelegt, das es egal ist wie lange ich im Metro-System unterwegs bin. Gezahlt wird immer der Zutritt zur Metro und damit fertig.

So kamen wir also ziemlich zügig an unsere Wunschstation den Puschkin-Platz. Wir waren kurz vor Mittag gestartet. So war die offizielle Parade zum 1. Mai schon vorrüber und wir gingen also nicht in einer Menschenmenge verloren. Allerdings waren alle Straßen die gestern noch unvorstellbar waren zu überqueren, noch abgesperrt und wurden gereinigt. Das läuft alles Generalsstabsmäßig ab. In Kollonnen fahren die Reinigungsfahrzeuge die Straße ab. Alle Zufahrtsstraßen waren von Lastern oder ähnlich großen Fahrzeugen versperrt, daß auch kein Auto unabsichtlich in die Parade fahren konnte. Überall wimmelte es von Polizei, Zivilpolizei, Militär und Prügeltrupps – ähh Schnelleinsatzgruppen. Toll ist die Sicherheit geregelt. Teilweise waren die Straßen und Gehwege noch voll gesperrt. Jedoch konnte man mit freundlichem Lächeln oft trotzdem durch. Anderen Orts mußte man dafür seine Tasche öffnen oder wurde gar nicht aufgehalten. Dafür dann aber beim verlassen des Sperrbereiches durch provisorische Schleusen geführt. Alles sehr skuril.

Dann, irgendwann, hatten wir es geschafft und wir waren am Platz der Revolution. Hier war noch eine Maikundgebung der alten Kommunisten. Irgendwie lustig, denn im Prinzip sah das nicht anders aus als bei ähnlichen Feiern bei uns. Auch die Charaktere ähnelten sich. War jedenfalls toll das mal live mitzuerleben.
Gegenüber schauten wir dann das Bolshoi-Theater von außen an. Vom 1. – 5. Mai spielt dort seit 30 Jahren erstmals wieder das Stuttgarter Ballett „Romeo und Julia“. Nach den obligatorischen Touri-Fotos ging es weiter ums Eck in das bekannte Tsum-Kaufhaus (oder Gum?).

Unweit vom Platz der Revolution ist der Kreml. Also liefen wir zum Kreml runter. Wir sind aber aus Zeit- und Wettergründen nicht in den Kremel und auch nicht ins Kreml Museum. Wir waren auf dem Roten Platz und schauten uns von außen die Basilius Kathedrale an. Sehr bunt, aber irgendwie auch viel kleiner als man sich das zuhause so vorgestellt hatte. Naja, ist ja oft so. War beim Eifelturm oder bei der Oper in Sydney auch nicht anders.
Wir sind danach dann einmal gemütlich um den Kreml, vorbei an der Ehrenwache am Denkmal des unbekannten Soldaten, spaziert. Der Kreml ist schon groß, merkt man dann. Zum Energie tanken sind wir dann wieder Richtung Puschkin-Platz hinauf gelaufen und haben beim imperalistischen Goldenen M eine Limonade geschlürft.

Gestärkt sind wir dann wieder runter zur Moskwa spaziert. Auch hier gilt wieder: Die Moskwa ist genauso dreckig wie die meißten Flüße anderer Großstädte wie die Themse oder auch die Donau. Nein, der Neckar ist zwar dreckig, liegt aber weder in Stuttgart, noch ist Stuttgart eine Großstadt die in dieser Liga spielt.
Wir sind vorbei an der Lenin-Bibliothek an der Moskwa entlang spaziert wo sich wohl sonst eher kein Tourist hin verirrt. Bis zum Kulturpark, der Partymeile,  haben wir es geschafft. Dann waren wir fix und fertig und sind dort in die Metro eingetaucht und haben es auf anhieb zur Metro am Hotel geschafft.
Den Abend haben wir dann mit einem guten Abendessen ausklingen lassen und liegen jetzt auf unseren Betten und schauen einen Deutschen Sender.

Morgen gehts Mittags zum Flughafen und dann via Düsseldorf zurück nach Stuttgart!

Mein Fazit:
Moskau ist sehenswert. Allerdings ist vom Kommunismus nicht mehr viel übrig geblieben. Selbst am 1. Mai haben alle großen Ketten wie Zara, Media Markt, McDonalds etc. pp. geöffnet. Nur einige wenige kleinere Läden hatten geschlossen.
Am besten ist Moskau zu Fuß und mit der Metro zu erkunden. Die Kyrillische Schrift und die Sprache sind zwar ein Hindernis, aber mit etwas Willen und Improvisation lässt sich auch diese Hürde überwinden. Moskau ist also ziemlich Europäisch geworden.  Der Rubel rollt. Und wie! Wer die Schweiz für teuer hielt, wird in Moskau sicher nicht froh. Kurzum alles ist schweine teuer.
Die Moskauer sind freundlich und vermitteln ganz und gar nicht das Bild des „Russen“ wie es oftmals in Deutschland existiert.

So, das ist schon wieder viel zu viel geschrieben. Möcht euch ja nicht vollblubbern.
In diesem Sinne bleibt wie ihr seid!

Bis Morgen Abend in Stuttgart!
Euer André

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