Ja, ich hatte Linksverkehr! #oz2012

Das bei dieser Überschrift natürlich gleich ganz viele den Blogeintrag anklicken, kann ich mir schon denken.
Aber was soll ich sagen?! Es stimmt!

Sodele, die erste Nacht in der Zivilisation hab ich wieder einwandfrei gemeistert. So ein Hotelbett ist schon eine feine Sache und dann morgens nach dem Aufwachen vom Balkon auf die Bucht zu schauen hat auch etwas für sich. Ganz toll: Nachts einfach auf die Toilette zu gehen ohne Schuhe anzuziehen und durch die Natur auf die Örtlichkeiten zu gehen. So lässt es sich leben.

„Das Beste, was man von Reisen nach Hause bringt, ist die heile Haut.“
Aus Persien

Nachdem ich heute so richtig ausgeschlafen hatte räumte ich meinen Camper Van aus und fuhr mit gemischten Gefühlen zur Vermietstation in Cairns. Nach einer kurzen Sichtung war es dann auch schon erledigt. Einfach so, ohne langes Trara.
Mittlerweile hatte ich meine fahrende Reisschüssel tatsächlich lieb gewonnen. Immerhin hat sie mich insgesamt (*Trommelwirbel*) 4192 Kilometer brav jeden Tag von a nach b gebracht ohne jemals ernsthafte Zicken gemacht zu haben. Ok, der Ölleuchte wars langweilig. Die hat immer mal wieder fröhlich vor sich her geblinkt. Sollte mir aber deshalb keine Sorgen machen, meinte der Vermieter umd er sollte Recht behalten.
So war ich also heute, nach 21 Tagen Selfdrive mein Spaceship los und ich mußte zu Fuß in die City laufen.

21 Tage Linksverkehr haben durchaus ihre Spuren hinterlassen. Es ist schon witzig wie man die ersten Tage doch vorsichtig fuhr, sich exakt an Geschwindigkeitsbegrenzungen hielt, hier und da mal den Scheibenwischer statt Blinker erwischte und vieles mehr. Jetzt kann ich von mir sagen bin ich auch diesem Verkehr, dem Linksverkehr, gewachsen. Zweispurige Kreisel links herum zu befahren, vorbei zu lassen, überholen, grüßen, sich bedanken, etc. sind mir ins Blut über gegangen. Wird mir fehlen und ich freu mich jetzt schon auf meine erste Fahrt in Deutschland 🙂

Manch einer begibt sich auf den Jokobsweg um mal eine Zeit lang inne zu halten und wieder zu sich selbst zu finden. Meiner einer hat dies alleine in einem Camper Van entlang der Australischen Ostküste gemacht. So ganz alleine durch die Gegend zu fahren, nur von Radio und Horst untermalt, bietet genügend Zeit sich über dies und jenes bewußt oder auch unbewußt Gedanken zu machen. Auch die Woche in Hervey Bay hat einiges dazu beigetragen. In dieser Woche konnte ich mal absolut entspannen. Alles in allem war der Urlaub allein aus dieser Sicht ein absoluter Erfolg.

Was mir auch viel gebracht hat in der ganzen Zeit hier in Australien ist das ich bis auf kleine Ausnahmen nie groß Deutsch gesprochen habe. Ok, in Hervey Bay war ich ganz froh mit Heidi und Peter Deutsch reden zu können, aber ansonsten konnte ich mein „rosty english“ mal wieder richtig flott machen.
Hab die wichtigsten Vokabeln in Australien gelernt: „Heya?!“ = „How Are You?!“, „Cheers Mate“, das man quasi überall und zu jeder Zeit verwenden kann, „bloody“, das unbedingt in keinem Australischen Satz fehlen darf und „no worries“. Damit kommt man schon mal ganz weit und vor allem ganz schnell ins Gespräch mit den Locals. Abgesehen davon bin ich auch Meister im Umschreiben von Wörtern, die mir nicht eingefallen sind, geworden.

„Wenn der Magen voll ist, singen die Vögel, und die Menschen lachen.”
Australische Weisheit

Nachdem ich also heute Nachmittag keinen fahrbaren Untersatz mehr hatte widmete ich mich ausgiebig Cairns City. Hab erstmal ein leckeres Café für Lunch gesucht und mein Lunch ausgiebig genossen. Dort hab ich übrigens die Asiaten (deren Namen mir schon wieder entfallen ist…) die ich in Hervey Bay kennen gelernt hatte wieder begegnet. Ihre Mitreisende Ines ist seit gestern Richtung Heimat geflogen und sie ist nun auf der Suche nach nem Job in Cairns da sie hier noch ein paar Wochen bleiben wird.

Ein Highlight (für uns Deutsche) in Cairns ist mit Sicherheit die „Cairns Esplanade Lagoon“. Mitten in der City, direkt am Ufer der Bucht ein öffentliches Freibad. Hier kann kommen und gehen wer will, es wird von Lebensrettern bewacht und bietet Duschen, Toiletten, BBQ und Liegeflächen. Genial, oder?! Die Form der Becken ergibt von oben gesehen übrigens die Umrisse Queenslands. Das is mal kreativ, liebe Architekten in Deutschland!
Die Esplanade entlang stehen natürlich Palme an Palme gereiht. Ich finde ja Palmen was ganz schönes, aber jetzt wäre es auch mal wieder schön zum Beispiel eine Kastanie zu sehen.

Viel mehr spannendes gab es heute eigentlich nicht mehr zu berichten. Verbrachte 1,5 Stunden im Keller vom Mercure. Nein, nein ich hab alles bezahlt 🙂 Aber meine Wäsche war mal wieder froh eine Runde durchgewaschen zu werden. Jetzt hab ich einen Stapel frisch gewaschener Wäsche, gut verpackt, die ich nicht mehr zuhause waschen muß. Toll gell?

Morgen hab ich ja meinen Daytripp geplant. Werde um 8:45 am Hotel abgeholt und Nachmittags dort wieder abgeladen. Da ich ja dann erst im offiziell geplanten Hotel in Cairns ankommen würde, schnappe ich dann mein Gepäck aus dem Mercure und ziehe eine Straße weiter ins andere Hotel. Etwas Abwechslung muß ja sein.

Soweit mal für heute.

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