Unterwegs in Nikosia auf Zypern

Das Reise Blögle in Nikosia. Der Hauptstadt Zyperns.

Als Kind war ich mit meiner Familie schon einmal auf Zypern. Lang, lang ists her. Nun hatte ich die Gelegenheit mal wieder die Mittelmeerinsel zu besuchen und hab mich in die Hauptstadt Zyperns gestürzt. So, schon im zweiten Satz meines Artikels mitten in die Nesseln gesetzt. Dass Nikosia die Hauptstadt Zyperns ist stimmt – Aber halt nur halb. Da es einfach zu Nikosia dazu gehört muss ich kurz ausholen.

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Geschichte Zyperns -light-

Zypern war schon immer eine strategisch wichtige Insel. Nikosia gibt es seit dem 7. Jahrhundert v. Chr. 1878 wurde auf dem Berliner Kongresses beschlossen, dass Großbritannien Zypern annektieren durfte. So wurde Zypern 1925 zur britischen Kolonie. In der Folge formierten sich verschiedene Unabhängigkeitsbewegungen. Da die Volksgruppe der Griechen rund 80 Prozent der Zyprioten ausmachte forderte man den Anschluss an Griechenland. Die Türkische Minderheit wollte auch die Unabhängigkeit von der Kolonialmacht, bestand aber auch auf einen türkischen Teil der Insel. 1959 wurde Zypern unabhängig. Die drei Staaten Griechenland, Türkei und Großbritannien durften Militärische Stützpunkte auf Zypern errichten. Durch diverse politische Auseinandersetzungen zwischen der Griechischen Mehrheit und der Türkischen Minderheit kam es 1960 zu massiven Ausschreitungen. Diese konnten nur durch eine Friedenstruppe der Uno beigelegt werden.
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Das Ergebnis war die faktische Teilung Zyperns in zwei Teile durch die sogenannte „Green Line“. Der Anschluss Zyperns an Griechenland wurde 1974 durch einen Militärputsch des griechischen Militärregimes erzwungen. Als Reaktion darauf besetzte die Türkei kurzerhand rund ein Drittel der Nordinsel und rief die Türkische Republik Nordzypern aus. Diese wird allerdings bis heute nur von der Türkei anerkannt. Somit gibt es völkerrechtlich seit eh und je nur ein Zypern. Man spricht deshalb immer vom türkisch besetzten Norden und vom freien, dem griechischen Süden.
Faktisch ist Zypern seither gespalten und durch eine Grenze getrennt. Zwischen 1974 und 2003 waren diese Grenzen geschlossen und nur unregelmäßig geöffnet. Seit 2003 ist die Grenze für Zyprioten offen. Seither gab immer wieder Annährungen und Bestrebungen die beiden Teile zu vereinigen. Der letzte Versuch scheiterte anlässlich des EU-Beitritts Zyperns 2004.

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Wie kommt man hin?

Aus Deutschland eigentlich nur mit dem Flieger.
Mit dem Flugzeug kommt man zum Beispiel ab Stuttgart nach Limassol in 3:40 Stunden.

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Nikosia – letzte geteilte Hauptstadt der Welt.

Was diese Teilung in der Praxis bedeutet kann man heute am besten bei einem Spaziergang durch die Hauptstadt Nikosia erfahren. Die historische Stadt wurde in venezianischer Zeit durch eine einzigartige sternförmige Stadtmauer gesichert. Diese 5 Kilometer lange Mauer steht bis heute nahezu vollständig. Bei meinem Besuch von Nikosia habe ich nur den südlichen Teil der Stadt besucht. Aber bei einem Spaziergang entlang der Stadtmauer bekommt man eine Vorstellung von der Größe der damaligen Stadt. Besonders beeindruckend im südlichen Teil ist unter anderem das Famagusta Tor.
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Es ist das größte, von insgesamt drei Toren der venezianischen Stadtmauer. Ursprünglich wurde es nach seinem Erbauer, dem Architekten Giulio Savorgnano, „Porta Giuliana“ benannt.  Später wurde es dann in Famagusta Tor umbenannt, denn durch dieses Tor kam man an den Hafen Famagustas. Heute ist das renovierte Tor das Kulturzentrum der Stadt. Hier finden viele Ausstellungen statt. Vor allem abends verbreitet das beleuchtete Tor den Charme von vergangenen Zeiten.

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Etwas unscheinbarer ist da das Paphos Tor. Zum einen ist aktuell eine Baustelle um eine Seite des Tores und zum anderen liegt das Tor etwas niedriger als das heutige Bodenniveau. Zudem befindet sich das Paphos Tor nahezu direkt an der Demarkationslinie zum besetzten Teil der Stadt.  Direkt auf dem kleinen Tor mit Tonnengewölbe steht übrigens heute die Paphos Tor-Polizeidienststelle mit Blick auf den besetzten Teil der Stadt. Hier zu stehen ist etwas befremdlich.
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Auf der einen Seite das Paphos Tor mit der Griechischen Flagge und auf der anderen Seite, hinter Stacheldraht, die Türkische Flagge. Die Häuser direkt an dieser Pufferzone, der sogenannten „green line“, sind verfallen und unbewohnt. Hier ist die Zeit quasi 1974 stehen geblieben. Die Bezeichnung „green line“ kommt angeblich daher, dass damals der UN-General, der die Demarkationslinie der Stadt auf einer Karte einzeichnete, dies mit einem Grünen Stift tat. 
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Was für uns aber befremdlich aussieht, scheint für die Zyprioten alltäglich zu sein. Man hat mit der Zeit gelernt mit dieser Grenze zu leben. Bei einem Spaziergang durch die Stadt und deren Straßen muss man immer mal wieder umdrehen, weil diese Plötzlich mit Grenz-Barrikaden endet. Auch das einem immer mal wieder eine UN-Patrouille begegnet ist hier absolut normal. Auf Zypern nennt sich die UN Friedenstruppe übrigens „United Nations Peacekeeping Force in Cyprus“, oder kurz UNFICYP.

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Nur ein paar Schritte weiter steht die nächste Besonderheit Nikosias. Die Heilig-Kreuz-Kirche von 1902. Sie ist innen wie außen relativ unspektakulär gehalten. In ihr werden regelmäßige Gottesdienste gehalten. Das Besondere der Kirche ist ihre Lage. Die Demarkationslinie verläuft eigentlich mitten durch die Kirche. Wenn man sich im vorderen Teil der Kirche befindet ist man quasi mitten im besetzten Gebiet. Umso mehr ist dieser Ort ein Ort der Ruhe und des Friedens.

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Wenn man entlang der Stadtmauer spazieren geht, kommt man auch am Freiheitsdenkmal oder auch Befreiungsdenkmal vorbei. In Reiseführern verschwindet der Hinweis darauf allmählich. Das Denkmal wurde nie vollendet. Eigentlich sollte um den Sockel Wasser als Symbol der Insel Cypern laufen. Errichtet wurde es in der Zeit, als die Türken den nördlichen Teil besetzten. So wurde das Denkmal auch immer mal wieder umgedeutet. Lange stand nur der Marmorsockel ohne Figuren. Irgendwann kamen dann die 15 der 17 geplanten Bronzefiguren hinzu. Ganz oben steht die personifizierte Freiheit. Die restlichen Figuren symbolisieren das Militär, die Landbevölkerung Zyperns, Arbeiter, Kirche und Gefangene. Die letzten beiden Figuren sollten der griechisch zypriotischer Geistliche Makarios, so wie der Anführer des antitürkischen Kampfes, Grivas, darstellen. Diese wurden jedoch nicht mehr realisiert. So ist dieses Denkmal auch irgendwie ein Abbild der Situation Zyperns.

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Ein anderes Bildnis der Zyprioten zeigt das mittlerweile Kult gewordene Graffiti „Die Menschen Zyperns“, dem das Gemälde „Das Volk von Zypern“ von Adamantios Diamantis als Inspiration diente. Es schmückt die Wand einer kleinen Gasse in der Innenstadt Nikosias. Dargestellt werden hier Zyprioten in den unterschiedlichsten täglichen Situationen. Vom Musiker, den Touristen, über den Bäcker bis zum Opa mit seinem Enkelkind findet man sie in dieser Street Art verewigt.
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Auch sonst sieht man in Nikosia auffällig viel Street Art. Am auffälligsten sind sicherlich die großen Werke an Wänden und Häusern. Wer aber durch Nikosia mit offenen Augen geht, wird auch viele kleinere Kunstwerke hier und da entdecken können.

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Vor lauter Street Art darf man aber ruhig auch den Blick immer wieder schweifen lassen. Zwar könnte man vermuten, dass Nikosia gerade durch die jüngere Geschichte eher ruhig und zurückhaltend ist. Doch ganz das Gegenteil ist der Fall. Nikosia verändert sich gerade in den letzten Jahren rasant. Bei meinem Besuch hatte ich ein ähnliches Gefühl wie bei meinen Besuchen in Belgrad. Beide Städte befinden sich mitten im Aufbruch und diese Energie liegt irgendwie spürbar in der Luft.
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In der Innenstadt und in den Stadtteilen entstehen coole und hippe Bars oder Restaurants, die Seitenstraßen entlang der Fußgängerzone „Ledra Straße“ verwandelt sich abends zur quirligen Szenemeile. Überall dringen coole Rhythmen von den Bars auf die Straßen und überall ist eine gewisse Leichtigkeit zu spüren. Man wird davon unweigerlich mitgerissen und ist plötzlich ein Teil dieser pulsierenden Stadt.
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Am Tag ist die Ledra Straße auch die Haupteinkaufsstraße. Hier ist immer was los. Wer, so wie ich, die „Ledra“ entlang schlendert und sich dabei die unterschiedlichen Geschäfte und Häuser betrachtet stolpert plötzlich fast über die Grenze. Ein unscheinbares Häuschen, 2 Soldaten und ein paar kleine Pylonen und Flatterband machen auf den „Ledra Street Crossing Point“ aufmerksam. Hier kann man seit 2008 ganz problemlos mit seinem Zypriotischen- oder EU-Reisepass in den besetzten Teil spazieren. Lediglich Bürger mit Türkischem Pass dürfen weder vom Süden in den Norden, noch anders herum reisen. Leider war bei diesem Besuch die Zeit zu kurz um auch diesen Teil Nikosias anzuschauen.

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Mittwochs und samstags empfiehlt sich auch ein Besuch des Wochenmarktes „OCHI Open Market“ (Konstantinou Paleologou auf der Constanza Bastion). Wie überall auf der Welt finde ich Märkte immer spannend um die typischen Produkte des Landes oder der Region kompakt vorzufinden und auch direkt versuchen zu können. Mitten im Zentrum steht der Shakolas Tower. Von außen sicherlich keine Schönheit, aber im obersten Stockwerk befindet sich eine kleine Dauerausstellung die sich der geteilten Stadt Nikosia widmet und die Teilung in einer Video-Dokumentation ziemlich gut versucht zu erklären. Vor allem aber ist der 360°-Blick über beide Teile Nikosias ein Besuch wert. Von hier oben kann man sich am ehesten ein Bild von der Größe der ehemaligen Stadtbefestigung Nikosias machen.

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Am Ende der „Ledra“ trifft die Haupteinkaufsstraße auf einen großen Platz direkt an der Venezianischen Stadtmauer. Heute ist es der zentrale Platz der Stadt und beherbergt an seiner Spitze Das Rathaus von Nikosia. Heute heißt dieser Platz Eleftheria Square (Platz der Freiheit) und war zu meinem Besuch mehr eine Baustelle als ein Platz. Hier wird sich das neue, das moderne Nikosia in Kürze präsentieren. Es entsteht ein riesiger, verkehrsberuhigter Platz mit vielen Begegnungsmöglichkeiten. Im Hintergrund des Platzes steht seit kurzem der Tower 25 – White Wall vom französischen Stararchitekten Jean Nouvels und sorgt mit seiner Begrünung für ein erfrischendes Microklima um den Turm herum.

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In der Altstadt Lefkosia (Nikosia) gibt es natürlich viele sehenswerte Gassen und Gebäude. Vor allem aber die Panagia-Chrysaliniotissa-Kirche. Sie ist vermutlich die älteste Kirche Nikosias aus der byzantinischen Zeit. Leider sind die Orthodoxen sehr streng und erlauben keine Bilder von Innen zu machen. Also hilft nur eins: Selbst hinein gehen und staunen!

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Unterwegs in der Region Nikosia.

Nicht nur Nikosia selbst ist sehr spannend und abwechslungsreich. Auch außerhalb der Stadt, in der Region Nikosia, gibt es das ein oder andere zu erkunden. Die Gegend ist hügelig bis bergig, auch Zypern hatte unter dem Sommer 2018 zu leiden. Bei meinem Besuch im Oktober fehlte in der Landschaft definitiv Farbe. Alles war in einem grau-gelben Ton gehalten. Im Frühjahr, nach ausreichend viel Regen, sieht es hier sicherlich wunderschön aus.
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Mein erster Ausflug ging in das 40 Kilometer entfernte Dörfchen Lythrodontas. Naja, eigentlich sogar noch etwas weiter in die Berge hinauf zu einem ganz besonderen Weingut. Hier oben im Nirgendwo haben sich die Designerin Kristina Apostolou und der Önologe Lefteris Mohianakis ihren Lebenstraum erfüllt.
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Das vielgereiste Paar wollte irgendwo auf Zypern einen Ort schaffen, an dem sie gemeinsam eine Familie gründen und sich verwirklichen konnten. In den letzten 10 Jahren haben sie sich nahezu alle Wünsche diesbezüglich erfüllt. Das Haus ist durch Nachwuchs belebt und ihre kleine, aber sehr feine Weinmanufaktur ist mittlerweile weltweit bekannt. Dabei ist Kristina für das Marketing, die Konzepte und das Design (Flaschen, Website, Schriftgut, etc.) zuständig, während Lefteris sein Wissen in den verfahren der uralten Weinherstellung immer weiter verfeinert und ausbaut. Das Ziel der Weinmanufaktur THE „anama concept ist es Qualitätsweine und Spirituosen aus dem einzigartigen Produkt der Weintraube zu gewinnen und dabei so wenig wie möglich Mechanik in der Produktion zu gebrauchen und im Endprodukt ein Stück Zyperns schmecken zu können.
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Dabei greifen sie auf uralte Traubensorten zurück, die ausschließlich von Hand gepflückt und gekeltert werden. Heraus kommen einzigartige Weine, wie der Kyprion Nama. Einem Wein aus sonnengetrockneten Weintrauben, wie er vermutlich schon vor 5000 Jahren gekeltert wurde. Kein Wunder, dass so eine Flasche 280 Euro kostet. Die Verkostung dazu war für mich eine Offenbarung! Egal ob es der Dessertwein oder auch der Brand war, der Geschmack war unbeschreiblich und so von mir noch niemals auf Zunge oder Gaumen erlebt. Tja, ich glaube ich wäre am liebsten Dort geblieben. Das müssen auch die beiden Gastgeber gemerkt haben. Am Ende meines Besuchs wurde ich zur Weinernte eingeladen.

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Wenn man schon in der Gegend ist, kann man in Lythrodontas noch eine restaurierte renovierte Getreide- und Olivenmühle besuchen. In dieser Region gibt es die meisten Olivenbäume Zyperns.

Etwa 70 Kilometer von Nikosia entfernt liegt eines der schönsten Zypriotischen Bergdörfern. Kalopanagiotis lebt vom Agrotourismus und von Pilgern. Hier gibt es von der einfachen Pension bis hin zur Luxus-Hotelanlage mit freischwebenden Glas Pool alles.
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Vor allem durch die Scheunendachkirche St John Lampadistis ist das Dorf schon sehr früh bekannt geworden. Sie steht mit einigen anderen Kirchen in der Region seit 1985 auf der UNESCO-Welterbe Liste. Die Scheunendachkirchen sind bekannt für ihr sehr tief gezogenes Dach (wie bei einer Scheune) um nach außen nicht die Schönheit der Kirche zu zeigen. Im Inneren ist diese Kirche reichlich verziert mit viel Ikonen, viel Gold und viel dunklem Holz. Eigentlich sind es genaugenommen drei Kirchen die man hier anschauen kann. Die Kirche wurde immer wieder an- und umgebaut.
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Unterhalb des Klosters. Fließt der Fluss Setrachou. Auch hier findet man doch ziemlich viele Touristen. Über den Fluss führt eine venezianische Brücke (heute nur noch für Fußgänger). Die Brücke ist ein beliebtes Fotomotiv für Touristen.
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Nachweislich seit der Antike wurde hier aber schon auf Wellness gemacht. Direkt am Fluss entspringen elf Sulfid Quellen, die seither als Heilquellen genutzt werden. Vor allem gegen Hautprobleme soll das stark sulfidhaltige Wasser helfen. Ob es wirklich hilft konnte ich nicht feststellen. Nur das es extrem nach Schwefel roch war unvermeidlich wahrnehmbar.

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Fun Fact Nikosia.

Auf Zypern fährt keine Eisenbahn. Das war nicht immer so. Nikosia, bzw. Zypern hatte eine Bahn, die Cyprus Government Railway (CGR). Dies war eine Schmalspurbahn als Zypern unter britischer Herrschaft stand. Zwischen 1904 bis 1951 wurden mit ihrer Hilfe transportiert. Noch heute kann man hier und da Reste dieser Bahnlinie auf Zypern entdecken. In Nikosia zum Beispiel gibt es noch ein Teilstück, dass in eine Allee integriert wurde. (Synergasias, Kaimakli)

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Essen und Trinken in Nikosia.

Nikosia ist auf Zypern, ist am Mittelmeer. Wer also befürchtet verhungern zu müssen, den kann ich absolut beruhigen. Wer hier mit weniger Kilos auf den Hüften aus dem Urlaub zurückkehrt kann eigentlich nur krank, oder aber Vegetarier gewesen sein. Natürlich gibt es auch in der Zypriotischen Küche Gemüse und Salate, jedoch ist es definitiv als Beiwerk eines Essens zu sehen. Sonst beherrschen die Karten der Restaurants natürlich Fisch, Meeresfrüchte und vor allem Fleisch.
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Fleisch in Hülle und Fülle. Viel Schaaf und Ziege, aber auch Rind und Schwein wird man eigentlich immer und überall bekommen. Die Karten sind in den größeren Touristischen Gebieten auch auf Englisch. Draußen auf dem Land sollte man Griechisch können, oder keine Scheu davor haben sich mit Händen und Füßen zu verständigen. Beides klappt ganz gut. Die einfachste Variante ist in der Regel für sich eine „Mezze“ zu bestellen. „Mezze“ ist eigentlich kurz gesagt das mediterrane Allerlei. Da werden dann alle (Grill)Köstlichkeiten, Gemüse, Halloumi und co aufgefahren. Aber Achtung! Nacht gleich beim ersten Mal vollstopfen! So eine „Mezze“ hat mehrere Gänge. Die Küche bringt einfach die Gerichte nach und nach zum Gast. Wie sie eben fertig werden. Am Ende gibt’s dann einen süßen Abschluss. Dazu sollte man unbedingt einen zyprischen Kaffee trinken. Ich liebe ihn! Aber auch hier ist Achtung geboten. Er ist verwandt mit dem türkischen Mokka. Unten in der Tasse liegt also das aufgegossene Kaffeepulver. Also immer den letzten Schluck drinn lassen, wenn man das Kaffeepulver nicht im Mund haben möchte. Danach kann man glücklich und zufreiden in sein Hotelzimmer kugeln.

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Prima als Nachspeise kann ich die Sokola empfehlen. Ich hoffe, ich bekomm es noch richtig zusammen, die Sokola ist ein Schokoladencreme-Biskuit mit gerösteten Erdnüssen. Es schmeckt jedenfalls herrlich!

Und dann gibt’s da noch dies typische traditionelle Süßigkeit Zyperns, die Soutzoukos. Es ist ein Konfekt aus Mandeln oder Walnüssen, die an langen Schnüren aufgefädelt werden und die dann mit einer Traubensaft-Kuvertüre 6 Tage lang immer wieder überzogen und getrocknet werden. Am Ende werden die, in handliche 20-30 cm große, Stücke geteilt und vakuumiert verpackt und verkauft. Optisch sehen sie aus wie eine Mischung zwischen einer Kerze und einem Dildo. Zum Verzehr werden sie in Scheiben geschnitten und gegessen. Geschmacklich haben sie mich nicht wirklich überzeugt. Viel zu süß und viel zu wenig Geschmack.
Was die Zyprioten hier allerdings als „typisch Zypriotisch“ verkaufen gibt es genauso auch in Georgien. Dort nennt man diese Süßigkeit Tschurtschchela.

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Meine Recherchereise wurde von
Nicosia Tourism Board &
Fremdenverkehrszentrale Zypern
unterstützt. Herzlichen Dank!

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