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Bahnreise durch die Schweiz

Berge, Seen und fantastische Landschaften. Die Schweiz lässt sich am besten mit einer Bahnreise durch die Schweiz erfahren.

Die Schweiz und ich haben schon immer ein enges Verhältnis. Nein, um das gleich zu klären ich habe kein Nummernkonto in Zürich. Geboren und aufgewachsen bin ich in direkter Nachbarschaft zur Schweiz. Und bis heute mag ich die Schweiz und deren Eidgenossen.Dieses mal hatte ich mir eine Woche Zeit genommen um gemütlich eine Bahnreise durch die Schweiz zu machen und dabei entspannt Land und Leute kennen zu lernen.

Tag 1: Stuttgart nach Samedan

Von Stuttgart kommt man über zwei Wege mit dem Zug in die Schweiz. Entweder mit dem ICE über Karlsruhe und Freiburg die Rheinschiene entlang nach Basel oder mit dem InterCity von Stuttgart über Singen die Gäubahn entlang nach Zürich.

Schon auf der Strecke in die Schweiz fährt man durch eine wirklich tolle Landschaft. Man fährt durch kleine Täler mit Bächen, vorbei an Tuttlingen der Medizintechnik-Stadt weiter durch Schaffhausen, dem Grenzbahnhof. Hier, beziehungsweise in Neuhausen kann man einen tollen Blick auf den Rheinfall werfen bevor es weiter nach Zürich geht.

In Zürich muß man auf der Bahnreise durch die Schweiz das erste einmal umsteigen. Aber auch auf einem der größten Bahnknoten der Schweiz geht das Umsteigen schnell und ebenerdig. So muß ich nur ein paar Gleise weiter um den InterCity nach Chur zu erreichen. Pünktlich wie ein Schweizer Uhrwerk fährt der Zug dann ab und kurz nach dem Bahnhof Zürich auch wieder zum stehen zu kommen. Auch im Bahnland Schweiz kommt es mal vor, dass ein Zug auf der Strecke liegen bleibt. Daher konnten wir nicht die direkte Strecke nach Chur nehmen sondern mussten die Strecke am Zürichsee entlang nehmen.

ie ihr euch denken könnt habe ich mich über diesen Umweg eher gefreut. Die Strecke ist traumhaft. Man fährt teilweise direkt am Ufer entlang des Zürichsees. Die Bahnreise durch die Schweiz führt vorbei an kleinen Seebädern und hin und wieder an vereinzelten privaten Seegrundstücken. In den letzten Jahren wurde ein toller Radweg entlang des Zürichsees ausgebaut. Sicherlich auch mal was diesen zu erradeln. Auf dem Weg nach Chur kann man richtig verfolgen wie sich allmählich die Landschaft ändert. Immer mehr wird die Landschaft bergiger und die Täler enger. Und dann komm ich in Chur an.

Umsteigen in der Schweiz ist für uns Deutsche DB-geplagten ein Traum. Die Schweiz fährt seit Jahren einen sogenannten Integralen Taktfahrplan. Was das bedeutet kann man gut am Bahnhof Chur erklären. Zu jeder Stunde kommen aus allen Ecken der Region Züge und Busse gleichzeitig im Bahnhof Chur an. Die Umstiegszeiten sind in der Schweiz nicht 5 Minuten oder weniger, sondern etwas länger. Damit ist aber selbst mit meinem ungeplanten Umweg gewährleistet, fast immer den Anschluß zu bekommen. Das heißt, man kann immer noch bequem den Zug wechseln oder vom Bus zum Zug oder umgekehrt gehen. In Chur befindet sich die Postautostation oberhalb der Bahnhofsgleise. Hier stehen ebenso Busse bereit die Reisenden in die Gegenden zu fahren, die nicht von der Bahn angefahren werden. So kommt man in der Schweiz mit dem Öffentlichen Verkehr in jedes noch so kleine und weit entfernte Dorf. Das Zusammenspiel von Postauto und Bahn funktioniert wunderbar. Eben wie ein Schweizer Uhrwerk. Hat man sich erst einmal daran gewöhnt, möchte man es gar nicht mehr missen.

Ich hatte meine Zugverbindung so gewählt, damit ich mit der Rhätischen Bahn (RhB) von Chur nach Samedan mit einem bestimmten Zug losfahren konnte. Warum das? Weil dies ein Höhepunkt meiner Bahnreise durch die Schweiz werden sollte. Die Rhätische Bahn ist im Kanton Graubünden für den Bahnverkehr verantwortlich. Ab und an führt die RhB mit ihrem RegionalExpress einen historischen Speisewagen mit, den Gourmino.

Dieser wird nicht sonderlich beworben, sondern muß man wissen oder genau lesen. Dort kann man im Voraus schon einen der 34 Plätze reservieren lassen oder auf gut Glück versuchen einen Platz zu bekommen. Diese alten Speisewagen sind wahre Museumsstücke werden aber eben regelmäßig auf dieser Strecke eingesetzt. Mit einer echten Küche bietet das fahrende Restaurant ein Menü oder ein paar a la Carte Speisen an.

Ich hatte mich schon bei der Reservation für das Menü entschieden. Es gibt dann ein sehr leckeres Drei-Gänge Menü. Ein Koch und eine Servicekraft schmeißen auf der Fahrt diesen Speisewagen alleine und sehr aufmerksam. Man wird nicht nur durch das Menü, sondern auch vom Service verwöhnt. Immer wieder wird einem nachgeschenkt oder sich erkundigt wie es schmeckte. Ich kann nur jedem empfehlen dies einmal selbst zu erleben. Köstlich speisen, nostalgisches gerappel und eine wunderschöne Landschaft die an einem vorbei zieht während man es sich schmecken lässt. Perfekter kann ein Urlaub und eine Bahnreise durch die Schweiz eigentlich nicht beginnen.

Wenn ihr meine Bahnwoche am Schluß komplett durchgelesen habt, werdet ihr vor allem eines feststellen:
Man braucht keinen teuren Zug wie Glacier Express & co.

Diesem reinen Touristenzug begegnet man immer mal wieder auf der Bahnreise durch die Schweiz. Einheimische sucht man in diesem Zug jedoch vergebens. Die Fenster sind zwar etwas höher und gehen bis in die Decke, aber die klassischen roten Regionalbahnen der RhB lassen dafür ihre Fenster teilweise noch wie früher öffnen. Auch die Touristischen Höhepunkte auf der Strecke zwischen Chur und St. Moritz werden in den normalen Zügen via Lautsprecher rechtzeitig vorher angesagt. So fährt man mit dem UNESCO Welterbe RhB (Thusis-Tirano) die traumhaften Strecken weit über den Tälern am Bergrand entlang über den Solis-Viadukt bei Tiefencastel, den fantastischen Landwasserviadukt kurz vor Filisur sowie die beeindruckenden Albulaviadukte und Kehrtunnel bis nach Samedan.
Für Bahnbegeisterte lohnt sich eine Unterbrechung der Fahrt in Bergün. Dort hat die RhB ihr Albula Railway Museum. Dort kann man unter anderem auf einem Zugsimulator eine Fahr mit dem bekannten Krokodil über die Albula-Strecke erleben oder viel zur Geschichte der RhB erfahren.

Der Zug fährt von Chur bis St. Moritz. Meine Fahrt endet aber kurz vor St. Moritz in Samedan. Mitten im Engadin. Hier werde ich zwei Nächte bleiben. Meine gewählte Unterkunft hier ist das Hotel Palazzo Mÿsanus (mittlerweile leider geschlossen). Sowohl Hotel als auch Hotelmanager Mauro Darrico kenne ich schon eine ganze Weile. Entsprechend herzlich wurde ich dann auch schon zum einchecken erwartet. Beziehen durfte ich dann auch die Palazzo Suite. Ein weiteres Highlight! Das Hotel ist in einem typischen Engadiner Haus und wurde behutsam renoviert und zum Hotel umgebaut. Damit gehört es zu den swiss historic hotels.

Der erste Abend auf der Bahnreise durch die Schweiz verlief nach einem reinen Bahntag dann auch nicht sehr ausschweifend. Ich bin noch mit meinem Freund Mauro gut essen gegangen und hab danach den Abend auf meinem Zimmer ausklingen lassen.

Tag 2: Samedan, St. Moritz, Samedan

Der zweite Tag auf der Bahnreise durch die Schweiz stand vor meiner Abreise noch ohne Plan auf dem Programm. Mauro hat mir am Vorabend aber angeboten mit mir eine Wanderung zu machen. Wenn man schon einmal die Möglichkeit bekommt mit einem einheimischen dessen Bergwelt zu erklimmen sollte man dies auch machen. So fuhren wir mit dem Zug ins Teilort Punt Muragl. Dort ging es dann mit der Standseilbahn auf 2456 Meter nach Muottas Muragl. Sie ist mit ihren über 100 Jahren übrigens auch die zweitälteste Standseilbahn Graubündens. Bei schönem Wetter kann ja jeder wandern. Deshalb war ja fast schon klar das es anfing zu Regnen sobald wir oben an der Bergstation waren. Zwar war dadurch die Sicht nicht so schön wie sie wohl bei Sonne wäre, aber dafür waren relativ wenig Mitwanderer auf dem Berg. So sind wir dann den Vormittag zur Alp Languard (2330m) gewandert. Mal mit mehr, mal mit weniger Regen. Zwar haben wir keine Murmeltiere gesehen, trotzdem war die Tour wunderbar.

Nach einer kleinen Verschnaufpause auf der Alp fuhren wir dann bei Starkregen mit dem Sessellift zur Talstation runter. Von dort fuhren wir durchnässt, aber glücklich zurück nach Samedan.

Den Nachmittag habe ich dann zum einen mit Erholen, Trocknen und etwas durch das Dorf schlendern verbracht. So ausgeruht ging es dann am späten Nachmittag mit Mauro zusammen mit der Bahn nach St. Moritz. Schon am Bahnhof St. Moritz föllt einem eines auf: Der Chic. So wurde beispielsweise für die Ski Alpin WM 2017 ein ganz verrückter Zugang zum See gebaut. Da St. Moritz am Hang liegt ist geht von der Stadt eine Überdachte Fahrtreppenanlage über mehrere Ebenen bis hinunter zum See. In Stuttgart wäre dies etwa so, als wenn man Fahrtreppen zur Karlshöhe einrichten würde.

St. Moritz selbst ist jetzt nicht so mein Fall. Extrem touristisch, und natürlich absolut auf die millionenschwere Klientel ausgerichtet. Im Sommer ist zwar außer den entsprechenden Läden und dem Palace Hotel nicht all zu viel zu sehen, aber das allein reicht mir persönlich schon zu genüge. So sind wir dann etwas am See entlang zu unserem abendlichen Ziel, dem Hotel Waldhaus am See, gegangen.

Das Hotel Waldhaus am See hat nämlich die größte Whisky Bar der Welt. Den „Devil’s Place“. Hier gibt’s mehr als 2500 verschiedener Whisky Abfüllungen. Hier gibt’s vor allem schottische Single Malt Whiskys, aber auch eine große Auswahl an Blended-, Irish- und Bourbon-Whiskys. Wände sucht man hier vergebens. Jede Wand ist eine Vitrine.
Aber auch den schönsten Ort muß man irgendwann mal verlassen und uns plagte langsam der Hunger. So fuhren wir dann mit der Bahn wieder zurück nach Samedan und gingen dann noch sehr leckere Ravioli zum Abendessen.

Tag 3: Samedan nach St. Maria

Nach einem leckeren Frühstück war es Zeit für mich wieder aufzubrechen. So führte ich meine Bahnreise durch die Schweiz fort, indem ich von Samedan mit der Rhätischen Bahn weiter bis nach Zernetz fuhr. Dort stieg ich um in ein Postauto nach St. Maria im Val Müstair. Die Fahrt mit dem Bus hat es in sich. Die Straße in das Tal ist nicht immer sehr breit und die Strecke führt über den Ofenpass. Weit höher als im Auto zu sitzen und dann den steilen Abhang hinunter zu schauen ist schon sehr speziell. Im Val Müstair liegt übrigens auch der über 100 jährigen Schweizer Nationalpark, Hier sieht man wieder das perfekte Zusammenspiel von öffentlichem Verkehr und Tourismus.

An jedem zweiten Wanderparkplatz ist auch ein regulärer Halt des Postautos. So lässt sich also der Nationalpark ganz individuell erwandern. Wird man irgendwann müde, oder das Wetter passt einem nicht mehr, wandert man den nächsten Postauto-Halt an und wird so stündlich an sein Zielort gebracht.
Übrigens sind seit ein paar Jahren alle Postautos mit kostenlosem WiFi ausgestattet. Und selbst im kleinsten Tal ist in der Schweiz für besten Empfang gesorgt. Schwarze Lücken wie bei uns in Deutschland gibt es in der Schweiz so gut wie nicht.

Angekommen in St. Maria bezog ich gleich mein Zimmer im Hotel. Auch dieses Hotel war wieder in einem typischen Haus der Gegend untergebracht und ebenso die Einrichtung der Gegend typisch gestaltet. Die Freundlichkeit ist im Hotel Crush Alba zwar nicht besonders groß geschrieben, aber die Örtlichkeit und das Frühstück trösten darüber hinweg.
Ich bin ins Vall Müstair ja auch nicht wegen dem Hotel sondern wegen etwas ganz anderem gekommen. Hier in diesem kleinen Ort gibt es nämlich auch die kleinste Whisky Bar der Welt. Ebenso wie die größte Whisky Bar hat es auch sie schon in das Guinness Buch der Rekorde gebracht. Neben Schottischen Whiskys gibt’s auch Whisky aus der eigenen Destille und sogar ein kleines Whiskymuseum.

Wenn man hier im Nationalparkgebiet während des Sommers mit dem Postauto unterwegs ist, sollte man immer mit vollen Bussen rechnen. Neben den einheimischen Fahrgästen kommen dann noch vor allem Morgens und Abends Wanderer des Nationalparks hinzu. So ist aber eine Fahr im Postauto hier immer recht abwechslungsreich und unterhaltsam.

Tag 4: St. Maria nach Lugano

So ging es nach einem leckeren Frühstück für mich am nächsten Morgen wieder mit dem Postauto zurück nach Zernez. Dort stieg ich wieder in einen Zug der RhB und fuhr wieder auf meiner Bahnreise durch die Schweiz weiter über Samedan bis nach Pontresina. Dort stieg ich erneut um und fuhr mit der Bahn weiter bis nach Tirano, Italien. Auch auf dieser Strecke gibt es einige Höhepunkte zu erleben. Die Strecke fährt übrigens auch der Bernina Express, aber wie ich schon beim Glacier Express erwähnte ist dies absolut nicht notwendig. Dieses Geld kann man sich getrost sparen und dafür Abends das Gesparte für ein gutes Abendessen investieren.

Die Strecke schraubt sich die Südseite des Berninapasses hinauf zur Alp Grüm. Der letzten Station im Deutschen Sprachraum und im Übrigen auch einer Ansiedlung, die nicht ans Straßennetz angeschlossen und nur mit der Bahn zu erreichen ist. Ab hier gehts dann wieder hinunter Richtung Italien. Vorbei an Cavaglia, das durch seine Gletschermühlen bekannt ist und dem weltberühmten Kreisviadukt in Brusio.

Auf der Strecke Pontresina – Tirano wird in den Sommermonaten Juli und August bei schönem Wetter übrigens hinten ein sogenannter Cabrio-Wagen angehängt. Ein offener Wagen der Kindern wie auch Fotografen gleichfalls begeistert. Wenn Platz vorhanden ist sollte man sich das nicht entgehen lassen.

In Tirano angekommen verlässt man den Bahnhof durch den Zoll. Wir sind kurzfristig in Italien. Der kleine Platz auf den man kommt ist etwas Besonderes. Es gibt den RhB Bahnhof (Schweiz) und den FS Bahnhof (Italien). Da ich hier etwas Aufenthalt hatte war es gut, dass ich ein paar Euros zur Hand hatte um mir ein kleines Mittagessen zu gönnen. Kurz danach ging es dann weiter mit dem Postauto (2. Kl.) bzw. mit dem Glacier Express Bus (1. Kl.). Ich nahm natürlich den regulären Gelben. Dann geht es mit dem Bus nach Lugano. Die Fahrt führt dann entlang des Comersees und durch das Veltlin. Meist durch enge Straßen die eigentlich nicht für Busse gemacht sind. Entsprechend kann es mal eng werden oder gar für manch Autofahrer heißen ein paar Meter rückwärts zu fahren damit der Bus um die Kurve kommt. Auch diese Strecke ist absolut erlebenswert und kann ich wirklich nur jedem wärmstens empfehlen.

In Lugano angekommen hieß es dann wieder bei leichtem Regen mein Quartier zu finden. Hier habe ich nach einem Hotel gesucht das praktisch für Zugreisende ist. Der Bahnhof Lugano liegt im oberen Teil der Stadt wobei das eigentliche Zentrum am Fuß des Berges am Luganersee liegt. Deshalb habe ich mich für das Hotel Acquarello entschieden. Es liegt mitten im Zentrum und ist trotzdem in null komma nichts vom Bahnhof zu erreichen. Wie das? Ganz einfach. Man steigt im Bahnhof Lugano in die Standseilbahn und fährt direkt ins Zentrum runter. Direkt um die Ecke ist auch schon mein Hotel. Sehr praktisch. Es ist zwar sicher nicht das erste Haus in Lugano, dennoch sind die Zimmer einwandfrei und bieten alles was man braucht. Lediglich der Früstücksbereich erinnert etwas an frühere Zeiten in der Jugendherberge.

Lugano selbst habe ich nur im Regen erlebt. Dies hat sich natürlich nicht gerade positiv auf meinen Eindruck der Stadt ausgewirkt. Auffällig sind die Arkaden, die fast an jedem Gebäude im Zentrum sind. Praktisch bei Regen. Kulturell ist Lugano durch seine Festivals bekannt. So zum Beispiel das Estival Jazz Lugano.

Tag 5: Lugano nach Montreux

Nach einem Frühstück in mitten einer Asiatischen Reisegruppe fuhr ich auf wieder mit der Standseilbahn zum Bahnhof Lugano. Meine heutige Bahnreise durch die Schweiz hatte zwar einige Umstiege im Programm, dafür versprach auch diese Strecke wieder sehr speziell zu werden.

Zuerst ging es von Lugano mit einer S-Bahn nach Giubiasco. Von dort ebenfalls mit einer S-Bahn weiter nach Locarno. Eigentlich auch ein Ort um besichtigt zu werden. Ich jedoch wollte heute noch weiter und begab mich vom Bahnhof Locarno um die Ecke in eine unterirdische Station. Ich fuhr nun nämlich mit der FART von Locarno nach Domodossola. Diese Fahrt ist wahrlich etwas besonderes. Es ist eine Fahrt die sich auch weit oben am Berg ein Tal entlang schlingert. Das Tal ist aber ziemlich eng. Unterhalb des Zuges führt eine kleines Passstraße entlang und vereinzelt sind mal Häuser zu sehen. Diese knapp zwei Stunden Fahrt kommt man aus dem schauen nicht mehr heraus und ist zum Schluss fast schon enttäuscht schon in Domodossola zu sein.

Von hier geht es in einem InterRegio nach Brig von wo man in einen InterCity nach Montreux umsteigt. Die ganze Fahrt dauert etwa fünfeinhalb Stunden. Aber schon die letzten Kilometer entlang des Genfer Sees freut man sich schon endlich in Montreux anzukommen. Der Bahnhof Montreux ist auch wieder etwas oberhalb der Stadtmitte, aber diese ist zu Fuß leicht zu erreichen. Mein Hotel lag ungefähr auf halben Weg zwischen Bahnhof und See. Mein Hotel der Wahl war das Hotel Rouvenaz. Schon bei der Begrüßung stellte sich heraus das dies eine gute Wahl war. Das Rouvenaz ist ein modernes Hotel in altem Gemäuer. Die Zimmer sind Tip Top ausgestattet. Ich hatte das Glück ein Zimmer mit Seeblick zu bekommen. Wunderbar!

Das Rouvenaz liegt direkt am See. Lediglich die Straße muß überquert werden um direkt an der Promenade zu sein. Eigentlich müsste man das Hotel überhaupt nicht verlassen. Denn das Rouvenaz hat eine kleine Bar, die Morgens auch für das Frühstück genutzt wird. Desweiteren gibt es direkt ein Restaurant neben dem Hotel sowie eine Gelateria die zum Rouvenaz gehören. Ganz Montreux hat ein ganz besonderes Flair, irgendwie etwas zwischen Schweizerischen und Meditarrnem Flair. Sehr bekannt ist Montreux für sein Jazz Festival. Schon Charly Chaplin genoss hier sein Lebensende und auch Freddie Mercury verbrachte hier lange Zeit seines Lebens bis kurz vor dem Tod. Hier, in den Queen-Studios komponierte und registrierte er sein letztes Album mit Queen, Made in Heaven, auf dessen Plattenhülle übrigens der Genfersee zu sehen ist.

So machte ich einen ausgiebigen Spaziergang auf der Promenade entlang dem Casino, großen Villen und einem Tennisplatz bis zum alten Yachthafen. Dort verschlägt es relativ wenige Touristen hin. Entsprechend angenehm und ruhig ist dieser Teil der Stadt. Dort gibt es eine Bahnstation oder noch viel besser eine Standseilbahn. Die Talstation Territet ist gut ausgeschildert. Von dort geht es mit einem kurzen Zwischenhalt auf die Bergstation Glion.

Langsam wird man hinauf gezogen und sieht die fantastische Landschaft und den Genfersee immer schöner als Panorama. An der Talstation angekommen kann man dort direkt auf einer Terrasse bei toller Sicht über den See sich stärken oder auf das nächste Highlight die Fahrt mit der Zahnradbahn warten. Entweder man fährt von hier direkt mit der Zahnradbahn wieder zum Bahnhof Montreux, oder kann mit der Zahnradbahn nochmals höher hinauf fahren. Beides ist wirklich empfehlenswert und man wird mit einer einmaligen Aussicht belohnt. Die Seilbahn sowie die Zahnradbahn gehören teilweise übrigens zur GoldenPass Bahn, auch wieder so ein Touri-Zug.

Nach einem leckeren Abendessen verbrachte ich dann den Abend wie es sich gehört am See und habe das abendliche Montreux genossen. Also hier könnte ich es auch länger aushalten.

Tag 6: Montreux nach Luzern

Entsprechend schwer fiehl am nächsten Morgen auch der Abschied. Nach einem sehr leckeren Frühstück schaute ich aber zuerst noch auf dem Markt auf der Promenade vorbei. Ein buntes Treiben von diversen Händlern mit allerlei Erzeugnissen.

Nun hieß es sich auf den Weg zum letzten Etappenziel meiner Bahnreise durch die Schweiz zu machen. Luzern. Viele Wege führen von Montreux nach Luzern. Dieses mal nahm ich aber den Kürzesten. Mit einem EuroCity fuhr ich von Montreux nach Lausanne (gerade mal eine Station) und stieg dort in einen InterRegio nach Luzern um. So ist man in nicht ganz drei Stunden vom Genfersee am Vierwaldstättersee. Hier hatte ich auch wieder ein Hotel in Bahnhofsnähe gesucht und mich für den Waldstätterhof entschieden.

Bei Luzern denken die meisten sicherlich sofort an die bekannte Kapellbrücke, das Wahrzeichen der Stadt. In der Tat schön anzusehen. Gutes, selbstgebrautes Bier bekommt man in der Nähe der Kapellbrücke im Restaurant Rathaus Brauerei. Sollte man unbedingt mal vorbei gehen und zumindest das Weizen trinken. Extrem fruchtiger Geschmack versüßt einem den Aufenthalt noch etwas mehr. Ein weiteres touristisches Highlight ist dann das Löwendenkmal. Das Denkmal ist den gefallenen Soldaten des Sturmes auf den Tuilerienpalast. Schon damals gab es Schweizer Söldner. Wenn man dort hin läuft stellt man fest das dieses Denkmal früher einmal wohl sehr wichtig für den Tourismus war. Heute fällt man als Europäer vor dem Löwen eher auf. Im Minutentakt fallen dort Asiatische Reisegruppen ein. Kaum einer davon wird wirklich wegen der Geschichte dort hin kommen. Vielmehr wegen eines Felsen vor einem Wasserbecken und extra für die Reisegruppen dort stehenden Schweizer in volkstümlicher Tracht und einem Alphorn. Damit sind wohl alle Schweiz Klischees auf einem Bild festgehalten. Für ein paar Münzen gibt’s dann noch ein Bild zusammen mit dem Schweizer Original. Alles in allem sieht das alles etwas verstörend aber auch lustig für mich aus.

Wenn man länger Zeit in Luzern hat, lohnt sich eine Fahrt auf dem Vierwaldstätterssee. Man kann dies perfekt mit einem Ausflug auf den Pilatus oder die Rigi. Beides in Kombination mit einer Schifffahrt ein toller Tagesausflug. Aber auch in Luzern lässt es sich aushalten. Es gibt auch ruhiger Ecken sobald man nur ein, zwei straßen weiter von den Touristik-Punkten geht. Oder man sucht das Gedränge auf einem der zahlreichen Festivals wie zum Beispiel das Luzern Blue Balls Festival. Es ist das größte Kunst- und Kulturfestival der Schweiz. Hier gibt’s alles. Von Blues-, Jazz-, Soul-, Funk-, World-, Rock- und Pop-Konzerten über Ausstellungen zu den Themen Fotografie, Street-Art, Video sowie Film. Man weiß gar nicht wohin zuerst. Mit ganz vielen Eindrücken geht auch dieser Tag dann schnell zu Ende.

Tag 7: Luzern nach Stuttgart

Der letzte Tag der Bahnreise durch die Schweiz kommt schneller als man denkt. Gerade ist man gefühlt erst aufgebrochen um einmal rund um die Schweiz mit der Bahn zu fahren schon ist man auf der letzten Etappe unterwegs. Etwas wehleidig steige ich deshalb in Luzern in den Zug. Ein InterRegio bringt mich nach Basel SBB. Von dort heißt es Abschied nehmen von der Schweiz und von den Schweizer Bahnen. Ich steige in Basel SBB nämlich in einen ICE der mich nach Karlsruhe bringt. Dort steige ich noch einmal in einen InterRegioExpress um, der mich dann an mein Ziel bringt. In vier Stunden bin ich dann wieder zuhause in Stuttgart angelangt.

So schnell geht dann auch eine Woche Bahnreise durch die Schweiz vorbei. Wieder mit vielen neuen Eindrücken und wieder mit neuen Ideen für eine erneute Reise in die Schweiz heist es dann aufs heimische Sofa und die Füße hoch zu legen. Schön wars.

Mobil in der Schweiz

Die Schweiz ist weltweit das Bahnland Nr. 1. Nirgendwo anders ist das Bahnnetz so dicht und gut verzweigt wie in der Schweiz. Die Schweiz nutzt für ihren gesamten öffentlichen Verkehr den integralen Taktfahrplan, das wohl best funktionierenste Model schlecht hin. Für ausländische Urlauber gibt es diverse Möglchkeiten um in der Schweiz mit Bus und Bahn zu reisen.

Aus Deutschland kommt man preiswert mit dem (Super) Sparpreis der DB in die Schweiz. Für BahnCard Besitzer gibt es 25% auf den Normaltarif mit Grenzübertritt (RAILPLUS)
Für BahnCard 100 Fahrer interessant sind die Grenzbahnhöfe Deutschland/Schweiz: Basel Bad Bf, Friedrichshafen Stadt, Konstanz, Schaffhausen, Waldshut

Um in der Schweiz mit der Bahn mobil zu sein gibt es die Möglichkeit reguläre Tickets zu lösen oder eines der Angebote für ausländische Touristen zu kaufen. Das Swiss Travel Pass hat dabei eine breite Palette an verschiedenen Tickets. Je nachdem was man vor hat Regional begrenzt oder als totale Flatrate, die die Benutzung von vielen Bahnen sowie Busse und den meisten Schiffen beinhaltet. Man sollte aber immer vergleichen und nachrechnen ob es sich für einen selbst lohnt.

Meine Bahnreise durch die Schweiz-Woche war komplett regulär gebucht. Dort wo ich extra Bahnen nutzen mochte, waren die im Paket mit dem Hotel schon inkludiert und die einzelnen Bahn-Teilstrecken waren nahezu immer preiswerter regulär als in Verbindung eines der oben genannten Tickets.

Aber Achtung! Manche Züge oder Busse sind nur in Verbindung mit einer Sitzplatzreservierung nutzbar!

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2 Kommentare

r_walther@yahoo.de 25. August 2014 at 13:14

Sorry, aber das Löwendenkmal hat nichts mit demm Ersten Weltkrieg zu tun.
Revolutionäre mit grosser Übermacht die von
den Schweizern heldenhaft verteidigten
Tuilerien. Die Garde wurde beinahe restlos
vernichtet. Auch die 200 Schweizergardisten,
die den König während des Sturmes auf die
Tuilerien in die Nationalversammlung begleitet
hatten, mussten ihre Pflichterfüllung mit dem
Leben bezahlen: Vom Revolutionstribunal zum
Tode verurteilt, wurden sie alle hingerichtet.
Am 7. August 1821 war das
Werk vollendet. Drei Tage später, am 29.
Jahrestag seit dem Tuilerien-Sturm, fand die
feierliche Einweihung statt.
http://www.gletschergarten.ch/fileadmin/user_upload/Downloads/Garten/loewendenkmal_2008_d_1.pdf

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Andre 26. August 2014 at 09:01

Hallo!
Herzlichen Dank für die Korrektur.
Sollte natürlich nicht passieren. Habe nun den Artikel dahingehend abgeändert.

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