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Der Lotharpfad im Schwarzwald

1999 fegte Orkantief Lothar über den Schwarzwald. Wo Naturgewalten viel zerstörten, entwickelt sich im Laufe der Zeit ein neuer Wald.

Anreise zum Lotharpfad

Wanderer: GPS: 48°30’24.24″N 8°13’22.86″E
ÖPNV: Bus Linie 12 (Wochentags) bis Haltestelle „Lotharpfad“
Bus Linie F2 bzw. F 11 (Wochenende) bis Haltestelle „Lotharpfad“
(Achtung: Eingeschränkten Verbindungen von November bis April!)
Auto: Ca. 20 km von Freudenstadt und 35 km von Baden-Baden.
Schwarzwaldhochstraße (B 500) ca. 3,5 km vom Schliffkopf entfernt, Richtung Freudenstadt.
Der Parkplatz Lotharpfad liegt zwischen der Alexanderschanze und dem Schliffkopf direkt an der Schwarzwaldhochstraße (B 500).

Orkantief Lothar

Es war am 2. Weihnachtsfeiertag 1999. Schon während des Tages windete es unter anderem in ganz Baden-Württemberg recht ordentlich. Das Orkantief Lothar zog von der Biskaya über West- und Mitteleuropa hinweg. Am Abend kam Lothar in seiner vollen Wucht auch über Baden-Württemberg herein. Auf dem Feldberg im Südschwarzwald verweigerte das Windmessgerät bei weit über 200 km/h den Dienst. Spitzenböen von etwa 270 km/h werden angenommen.

In ganz Europa richtete Lothar, einer der schlimmsten Stürme der letzten 100 Jahre, unvorstellbare Schäden an. Riesige Waldflächen wurden von Lothar an diesem Tag nicht nur im Schwarzwald einfach platt gemacht. In den Wäldern Baden-Württembergs hinterließ das Orkantief Lothar rund 40.000 Hektar Kahlfläche. 30 Millionen m³ Festmeter Sturmholz mussten in den Tagen, Wochen und Monaten danach aus den Wäldern gebracht werden.

Lehr- und Erlebnispfad Lotharpfad

Auf dem Schliffkopf, an der Schwarzwaldhochstraße (B500), entstand eine der unzähligen Orkanschneisen im Schwarzwald. Hier, zwischen der Alexanderschanze und dem Schliffkopf entschloss man sich auf einem rund 900 Meter langen Stück einen Lehr- und Erlebnispfad einzurichten: Den Lotharpfad.

Ende Juni 2003 war es dann soweit und der Lotharpfad wurde eröffnet.
Es wurden Stege angelegt, auf denen man über die vom Orkan Lothar verwüstete Fläche gehen kann. Der Besucher konnte so viele Jahre sehen welchen Schaden der Orkan damals angerichtet hatte. Gleichfalls konnte man seit Eröffnung des Lotharpfades aber auch gut mitverfolgen wie sich die Natur wieder ganz alleine regenerieren kann, wenn man ihr Zeit und Raum dafür gibt. Hier wird erlebbar, wie ohne menschliches Eingreifen neuer Wald entsteht. Im Totholz leben viele Insekten und Pilze und überall wachsen neue kleine Bäume.


So lässt sich hier direkt mitverfolgen, wie ein robuster Mischwald entsteht. Der Lotharpfad führt über Stege, Leitern und Treppen zu Aussichtpunkt. Bei schönem Wetter hat man eine wunderbare Sicht über die Höhenrücken des Nordschwarzwaldes und ins Tal bis Richtung Oppenau.

Der Lotharpfad bietet sich daher wunderbar bei einem Schwarzwaldurlaub für einen Abstecher an. Für Jung und Alt gibt es hier spannende Natur zu erleben. Während den Sommermonaten bieten die Ranger des nahegelegenen Nationalparkzentrums am Ruhestein geführte Touren an. Start und Ziel ist dann das Nationalparkzentrum am Ruhestein.

Der Lotharpfad ist nicht komplett barrierefrei.
Bei Sturm, Schnee- und Eisglätte ist der Lotharpfad gesperrt!

Mehr Infos zum Lotharpfad und dem Nationalparkzentrum am Ruhestein gibt es hier.

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