Shanghai – Megacity – Megabeeintruckend

Als es mich im Sommer 2018 das erste Mal in die Volksrepublik China zog, hatte ich nicht all zu viele Vorstellung von diesem großen und weiten Land. Viel habe ich auf meiner kurzen Reise nicht gesehen, aber das was ich gesehen habe, war beeindruckend.

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Bei Ankunft auf dem Shanghai Pudong International Airport ahnt man noch nicht, in welche große Stadt es einen verschlagen hat. Der Flughafen ist wenig beeindruckend, eher nüchtern. Längst nicht so bunt und abwechslungsreich wie beispielsweiser der in Singapur. Aber bevor man den Flughafen verlassen darf merkt man schnell wohin man gereist ist. Man gelangt in eine gewaltige Einreise-Halle. Hier wird man noch einmal vom Zoll und co ausgiebig gecheckt bevor man so richtig nach China eintreten darf. Tja, und dann geht man durch die Flughafentür und man steht vor einer schar Menschen, die mit Schildern auf irgendwelche Menschen oder Gruppen warten. Aber alles irgendwie sehr organisiert und sehr gesittet. Vom Flughafen kommt man in das Zentrum entweder mit dem Bus (wie ich leider), oder schneller mit dem „Maglev“, dem chinesischen Transrapid.

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Und dann gehts in eine der wohl aufregendsten Städte, die ich bisher erleben durfte. Schon bei der Fahrt ins Zentrum der Stadt kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Autobahn, bzw. Straßen die mal kerzengerade verlaufen. Mal am Boden, mal über eine Schleife in luftiger Höhe, oder auf einer Brücke verlaufen. Darunter das quirlige Leben. Hier und da ältere Siedlungen und daneben große, Wohnsilos die unserem Osten mehr als Konkurrenz machen. Dann sieht man auf freier Fläche, wie ein neues Viertel aus dem nichts gestampft wird, oder alte Bebauung neuer weichen muss. Spannend sind die Einrüstungen der Häuser zu sehen. Hier in Asien sind diese traditionell aus Bambus gefertigt. Scheinbar aber mindestens so stabil wie unsere Stahlrohr-Gerüste.

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Leider hatte ich auf meiner Reise für diese wahnsinnig spannende Stadt nur zwei Tage zur Verfügung. Wenn ihr mich fragt, ich hätte hier glaube locker eine Woche durch die Straßen laufen können. Zu entdecken gibt es quasi an fast jeder Ecke etwas.
Wenn alle zuhause sind in Shanghai, dann sind das mal knapp 25 Millionen Menschen. Ja, nicht in China, nur in Shanghai. Dementsprechend kann man sich wohl vorstellen das die großen Hauptzubringer Straßen, oder die Straßen im Zentrum nahezu den ganzen Tag verstopft sind. Deswegen sieht man in der ganzen Stadt hier und da mal große Baustellen, denn das U-Bahn Netz wird ständig ausgebaut. Die Straßen sind voll mit Autos und die meiste Zeit der Fahrt steht man eigentlich im Stau.

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Trotzdem war die Luft in der Stadt nicht so dreckig wie ich es mir vorgestellt hatte. Vielleicht war das mal so, aber mittlerweile setzt China vor allem in den Metropolen auf e-Mobilität. Roller fahren so gut wie nur noch elektrisch und auch e-Autos sind im Verhältnis viel mehr zu sehen als bei uns in Deutschland. Man findet auch überall Lademöglichkeiten. Entweder moderne Ladesäulen oder einfach Steckdosen, die man für kleines Geld quasi mieten kann. Aber auch zu Fuß ist es gerade im Zentrum echt spannend. So viele Menschen auf einem Haufen ist Wahnsinn. Auf der Einkaufsstraße Nanjing tummeln sich am Tag rund 1,5 Millionen Menschen.
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Aber keine Angst, es ist alles auch etwas größer und man steht sich jetzt nicht dauernd auf den Füßen. Aber wenn es am Wochenende dann langsam Abend wird und die Sonne beginnt unter zu gehen, dann strömen die Massen aus der Einkaufsstraße hinunter auf die berühmte Uferpromenade Bund (Dian Chi Lu) zu.

psx_20180916_173327 Da wird das Gedränge dann doch etwas abenteuerlich. Die Polizei regelt in dieser Zeit sogar den Fußgängerstrom. Auf dem rechten Gehsteig darf nur zur Uferpromenade gegangen werden und auf der linken Seite kommen Menschen von der Uferpromenade in das Zentrum. Da müssen dann sogar Autos trotz Grünphase manchmal etwas länger warten. Belohnt wird man am Bund dann mit einem atemberaubenden Blick auf die futuristische Skyline des Bezirks Pudong. Danach lacht man, wenn man an die Skylines von Melbourne, London oder gar Frankfurt denkt. Es ist ein Wow-Erlebnis.
psx_20180916_173307 Die beiden bekanntesten Wolkenkratzer sind der Fernsehturm Oriental Pearl Tower. Er ist wegen seiner Kugeln sehr bekannt. Der Höhepunkt ist dann natürlich der 632 Meter hohe Shanghai Tower (上海中心大厦). Er hat 128 Etagen über und 5 Etagen unter der Erde und man kommt mit insgesamt 106 Aufzügen auf die unterschiedlichsten Ebenen. Der Shanghai Tower ist nach dem Burj Khalifa in Dubai das zweithöchste Hochhaus der Welt (Stand:09/2018). Die bekannteste Ebene ist natürlich die Aussichtsplattform. In nur 45 Sekunde geht es mit einem der schnellsten Aufzüge in den 121. Stock. Hier ist man auf 561 Metern und kann einen einmaligen Blick über Shanghai genießen. Von dort oben sieht man die Windungen des Huangpu-Flusses und die vielen Frachtschiffe, die darauf verkehren, kann die vielen Häuser und Hochhäuser von oben sehen und kann nur das Gewusel der Menschen unten erahnen.
psx_20180916_172335 Hochhäuser in zählen ist in Shanghai übrigens vergebene Liebesmüh. Es sind allein irgendetwas über 3000 Hochhäuser von über 35 Metern Höhe. Die Zahl steigt monatlich.
Tipp: Wer es etwas preiswerter haben möchte kann auch auf den Jin Mao Tower gehen. Er ist auch unter den Top 10 der höchsten Gebäude der Welt und seine Aussichtsplattform befindet sich im 88. Stockwerk auf 381 Metern.
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Wieder auf festem Boden angekommen sieht man neben den Hochhäusern auch ganz viele Gebäude aus der Kolonialzeit. Dieser Mix ist mir aus Australien sehr vertraut. Kein Wunder, dass man in Shanghai schon einen großen Europäischen Einfluss spürt. In Shanghai ist die Welt zuhause und so kann es durchaus vorkommen, dass man hier und da auch deutschsprachigen Menschen über den Weg läuft.
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Generell kann ich sagen ist das Zentrum, aber vor allem auch der Bund am Abend noch imposanter zu erleben als am Tag. Die Lichter der Hochhäuser, der Schiffe und deren Spiegelungen im Fluss werden jeden auf seine Weise in Bann ziehen.
Auch die nächtliche Einkaufsstraße Nanjing ist mit seinen Lichtern und den Massen an Menschen einfach ein pures Schauspiel, das man einfach auf sich wirken lassen muss.
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Eine beliebte Attraktion im Herzen Shanghais ist der weitläufige Yu-Garten. Er ist ziemlich groß und zeigt einen typisch, traditionellen Chinesischen Garten mit seinen Pavillons, Türmen und Teichen. Wer noch außerhalb Shanghais einen Besuch eines Gartens geplant hat, kann getrost darauf verzichten. Klar ist er schön, aber natürlich mitten in Shanghai auch entsprechend voll. Erholung oder die innere Ruhe sucht man hier eher vergebens.
psx_20180916_172601 Übrigens quasi direkt neben dem Yu-Garten (1559) ist die „Altstadt“. Ein beliebtes Fotomotiv. Wer allerdings die echte Altstadt erwartet, der wird schnell enttäuscht werden. Hier hat man eine Shoppingwelt in typische Chinesische Fassaden gesteckt. Kann man sich getrost schenken.
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Ich kann jedem nur empfehlen ein wenig abseits des Zentrums unterwegs zu sein. Man kann sich einfach mal etwas treiben lassen und einfach drauf los gehen. Zurück zum Hotel geht es immer mit einem der Taxis die überall in der Stadt umherfahren, oder man steigt in eine U-Bahn und versucht sein Glück Richtung Bund zu kommen. Aussteigen kann man zum Beispiel an der Renmin Guangchang (People’s Square) Station. Das ist der derzeit (2018) größte U-Bahnhof Shanghais. Tickets gibts am Automaten in Englisch, ab da ist man auf sein Gefühl, oder auf Fragen angewiesen. Ich fuhr damit gleich in die richtige Richtung, brauchte aber ne gute viertel Stunde bis ich nen Ausgang aus der riesigen U-Bahn Station gefunden habe. Ja, die Beschriftung war natürlich nur in Chinesisch gehalten. Was solls.
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Spannend sind die unterschiedlichsten Wohnviertel. Vom Namen her wohl früher meist nach Tätigkeiten der Bewohner getrennt taucht man mit Betreten solch eines Viertels in eine andere Welt ein. Ich fand es spannend einfach die verschiedenen Fenster und deren Auslagen zu sehen, wie sich ältere Frauen Unterhielten oder Männer gerade an einem Fahrrad herumbastelten. In einem Arbeiterviertel wurde am Eingang auf den Geburtstag von Karl Marx hingewiesen.
psx_20180916_171049 Mehr konnte ich leider nicht lesen. In einem anderen Viertel war die Straße mit einer schönen Baumallee geschmückt. In den alten Kolonialreihenhäuser waren unten kleine, exklusive Geschäfte wie ein Hutmacher oder Schuhmacher untergebracht. Ziemlich exklusiv und wohl eher eine Ecke für Besserverdienende.
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Ebenfalls einen Besuch wert ist das Künstlerviertel Tianzifang (田子坊). Hier im renovierten französischen Viertel geht es eher modern und hipp zu. Kleine Boutiquen, Galerien, Bars und co laden zum Bummeln und verweilen ein. Wieder ein anderes Stück Shanghai kann hier erlebt werden. Es ist klar touristisch, aber trotzdem sehenswert.
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Fun Fact:
Shanghai wird korrekt shànghǎi (上海) ausgesprochen und bedeutet etwa „Stadt über dem Meer“. Dabei ist eine korrekte Aussprache wichtig, Denn bei falscher Aussprache, nämlich shānghài (伤害), ändert sich die Bedeutung plötzlich zu „jemanden verletzen“.

So, das war auch schon mein Bericht über Shanghai. Ich hab ziemlich viel geschrieben und hab nicht wirklich viel von dieser Weltmetropole gesehen. Es ist jedenfalls eine Stadt, die ich gerne noch einmal, aber dafür länger besuchen würde.

Bist Du schon einmal in Shanghai gewesen?
Wie hast Du es gefunden?
Würde mich über einen Kommentar dazu sehr freuen!

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  Zu dieser Recherchereise wurde ich von China Tours eingeladen. 

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