<style>.lazy{display:none}</style>Bad Säckingen - Eine Kleinstadtperle am Hochrhein
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Bad Säckingen – Eine Kleinstadtperle am Hochrhein

Bad Säckingen ist mit Sicherheit noch ein kleiner Geheimtipp zum Urlaub machen. Es muss nicht immer die große, hektische Stadt sein um als Urlaubsziel anziehend zu sein.

Ich finde ja man kann tolle Wochenendausflüge oder Urlaube machen ohne dafür wirklich weit wegfahren oder gar fliegen zu müssen. Manchmal sind es die eher unscheinbaren Orte oder Gegenden, die einen wirklich zur Ruhe und zur Entspannung bringen.
Heute geht es deshalb ganz in den Süden Deutschlands, nach Bad Säckingen. Die Kleinstadt liegt direkt am Hochrhein. Das ist direkt an der Schweizer Grenze und ganz grob in der Mitte zwischen Waldshut-Tiengen und Basel.

Bäder- und Kurstadt Bad Säckingen

Den Titel „Bad“ trägt Säckingen ja nicht umsonst stolz im Namen. Bad Säckingen war und ist heute wieder eine stolze Bäder- und Kurstadt. Nach dem Einbruch in den 1990er Jahren kommen heute wieder viele Menschen für ihre Reha nach Bad Säckingen. Aber auch um einfach ausgiebiges Wellness in der Hochrhein-Therme Aqualon zu zelebrieren. Hier gibt es eine große Therme, eine große Saunalandschaft, Wellness und Spa Angebote. Auch eine Fitness Welt mit Kursen ist dabei. Gebadet wird dabei in der Bad Säckinger Bad- und Fridolinsquelle bei angenehmen Temperaturen von 28 bis 34 Grad.

Altstadt

Das schmale steht dem Münster genau gegenüber. Es ist ein schmales Haus Namens Fuchshöhle am Münsterplatz und fällt durch seine üppige Fassadenmalerei aus dem 16. Jahrhundert auf. Es ist übrigens nicht nur nett anzuschauen, sondern hier kann auch gut gegessen, selbst gekocht oder köstliche Produkte gekauft werden. Wer gerne Sterne beim Essen bevorzugt kann das in der Genuss-Apotheke mit gerade mal rund 20 Plätzen zelebrieren. Sie gehört damit zu den kleinsten Sternerestaurants Deutschlands. Der Koch, Raimar Pilz, legt viel Wert auf Kulinarik und Genuss mit regionalen Zutaten.
Ein Spaziergang entlang der Rheinuferpromenade und der alten Stadtmauer mit ihrem Diebsturm bietet tolle Blicke auf den Rhein.

Längste gedeckte Holzbrücke Europas

Eine Verbindung über den Rhein ist an dieser Stelle als Holzbrücke seit 1272 nachzuweisen. Durch Hochwässer wurden die Holzpfeiler, die ursprünglich als Tragwerk dienten, immer mal wieder weggerissen. Zusätzlich haben Kriege die Brücke immer mal wieder zerstört. Sie wurde jedoch immer wieder danach auch aufgebaut. Die heutige Holzbrücke ist zwar etwas jünger, hat aber dennoch schon 450 Jahre auf dem Buckel. 1573 wurde sie angeblich errichtet. So genau weiß man es nicht. Klar ist nur, dass die Bauarbeiten des Wiederaufbaus damals etwa von 1570 bis 1590 dauerten. Aber schon 1973 nahm man dieses Datum gerne als Anlass zum Feiern.

Bis zum Neubau einer Brücke für den Straßenverkehr 1979 floss über die Holzbrücke der Straßenverkehr der Bundesstraße B 34. Und das mit einer maximalen Fahrbahnbreite zwischen gerade mal 3,4 und 3,8 Metern. Damals war nicht sehr viel Platz für Passanten. Heute ist die Brücke nur noch zu Fuß oder mit dem Rad zu überqueren.

Die Holzbrücke Bad Säckingen ist mit ihrer Länge von 203,7 Metern die längste gedeckte Holzbrücke Europas. Und das Schöne: Hier tummeln sich erheblich weniger Touristen als um die 80 Zentimeter kürzere Kapellbrücke in Luzern herum. Und ich finde eigentlich zu unrecht. Die Holzbrücke Bad Säckingen ist mindestens ebenso beeindruckend.

Der Rhein, der Grenzverlauf iund die Brücke

Dass der Grenzübertritt allerdings nicht immer so friedlich und einfach war wie heute, zeigt die Geschichte. Mit der Französischen Revolution und dem Friede von Lunéville zerriss Napoleon 1801 die zuvor zusammenhängenden österreichischen Territorien auf den beiden Rheinseiten. Napoleon zog die Grenze einfach in der Mitte des Rheins. Napoleon schlug die rechtsrheinischen Gebiete dem deutschen Baden und die linksrheinischen dem Kanton Aargau zu. Genauer gesagt wurde im Jahr 1808 in einem Staatsvertrag (Rheinbundakte) zwischen dem Kanton Aargau und dem Großherzogtum Baden festgelegt, dass der tiefste Punkt des Rheins die Grenze beider Länder markieren soll (Landesgrenze Talweg). Tatsächlich verschob sich dieser durch veränderte Strömungen immer mal wieder. Dies hatte regelmässige Neuvermessungen zur Folge. 
Seit Anfang der 2000er Jahren ist man entlang des Rheins dabei, dies für beide Seiten friedlich zu bereinigen. Man hat sich nun darauf verständigt, als Grenze die tatsächliche Mitte des Rheins zu nehmen. In Bad Säckingen ist damit 2023 die Deutsche Staatsgrenze auf der Holzbrücke um 8,2 Meter in die Schweizer Richtung verschoben worden.
Die Deutsch-Schweizer Grenze ist heute mit einem breiten weißen Streifen innerhalb der Holzbrücke gekennzeichnet. 

Interessantes zur Holzbrücke

Übrigens: Die nebenan liegende Fridolinsinsel war bisher je zur Hälfte den beiden Staaten gehörend. Durch die Grenzverschiebung liegt die unter Naturschutz (Naturdenkmal) stehende Insel ganz zu Deutschland.
Es gibt noch eine weitere Besonderheit der Holzbrücke. Die Holzbrücke einschließlich des Vorplatzes in Stein auf Schweizer Seite gehört formell der Stadt Bad Säckingen. 

Die Holzbrücke spielte auch im Bauernkrieg 1848 eine Rolle. Friedrich Hecker und Gustav Struve waren hier die Anführer. Als die Revolution zu scheitern begann, retteten sich rund 600 Mann über die Holzbrücke vor dem Erschießen in die Schweiz.
Zweimal wurde die Holzbrücke bisher geschlossen. Einmal während des Zweiten Weltkrieges und einmal während der Corona Pandemie 2020.  

Zum Ende des Zweiten Weltkrieges gab es Pläne von der SS, die Holzbrücke zu sprengen. Dies wurde glücklicherweise nicht umgesetzt. 

In den 1920er Jahren vorderte die Stadt Säckingen wegen anhaltender Sanierungsarbeiten die Brücke abzureisen und durch eine neue zu ersetzen. Glücklicherweise hat man zwar eine neue Brücke ende der 70iger Jahre gebaut, aber die Holzbrücke nicht abgerissen.

Das Schweizer Militär hatte sich gegen ein Überqueren der Deutschen über die Holzbrücke vorbereitet. Im Winter 1938/39 wurde der Brückenkopf auf Schweizer Seite mit zwei Minenkammern versehen. Diese waren durch einen unterirdischen Gang vom Keller des Zollgebäudes aus zugänglich. Der Bevölkerung und den Deutschen Behörden blieb dies unbekannt, wie man spätestens 2014 feststellen konnte. Anlässlich von Sanierungsarbeiten an der Holzbrücke in jenem Jahr sperrte das Schweizer Militär für zwei Tage die Brücke. In dieser Zeit beseitigten sie funktionstüchtige Sprengladungen, die sich in zwei Pfeilern der Holzbrücke befanden. In den Hohlräumen der Brückenpfeiler sollen mehrere hundert Kilogramm TNT eingelagert gewesen sein. Die Holzbrücke war die letzte der Schweizer Grenzbrücken, die von diesen sogenannten Sprengfallen aus dem Kalten Krieg befreit wurde (Desarmierung).

2023: 450 Jahre Holzbrücke Bad Säckingen

2023 feiert Bad Säckingen das 450 jährige Bestehen der einmaligen Holzbrücke. Unter anderem gibt es vom 1.11.2023 bis zum 31.03.2024 eine Wechselausstellung zum Thema Holzbrücke in den Räumen des Hochrheinmuseum Schloss Schönau zu sehen.

Münster St. Fridolin

Mitten im Zentrum Bad Säckingens gibt es dann noch zwei Höhepunkte zu bestaunen. Etwas großes und etwas schmales. Das große ist das Münster St. Fridolin aus dem 17./18. Jahrhundert. Es wurde im Barockstil gebaut und ist einen Besuch wert. Das kostbarste ist der Fridolinsschrein aus dem Jahr 1764. Am Fridolinstag, am Sonntag nach dem 6. März, wird der Rokkokoschrein in einer feierlichen Prozession durch die Straßen Bad Säckingens getragen.

Schlosspark

Zu jeder Kurstadt gehört ein Kurpark – ähh Schlosspark. Um das kleine Schloss Schönau ist ein netter Garten zum ausruhen angelegt. Im Sommer finden hier die unterschiedlichsten Konzerte statt. Früher pilgerten Urlauber in den Schlosspark um den „Trompeter von Säckingen“ zu sehen. Eine Bronzefigur die an den gleichnamigen ehemaligen Beststeller des Dichters Joseph Victor von Scheffel (1826 – 1886) aus Karlsruhe erinnern soll. Es geht dabei um eine Liebesgeschichte aus Bad Säckingen, die der Dichter als er in Bad Säckingen lebte aufschnappte und als Dichtkunst niederschrieb. Damals war Bad Säckingen auch als „Trompeterstadt“ Weltbekannt.

Wohnmobil Stellplatz Bad Säckingen

Unweit des Schlosses ist übrigens auch ein gut ausgebauter Wohnmobil Stellplatz. Die Lage nah am Rhein und unweit der Stadtmitte ist für einen Stopp mit dem WoMo wirklich zu empfehlen. Unterhalb des Schlosses, zwischen dem kleinen Teehaus und dem Rheinufer ist im Sommer eine Strandbar zuhause. Hier lässt sich wunderbar ein warmer Sommertag bei kühlen Cocktails verbringen.

Fahrgastschiff Trompeter

Wer dann doch lieber ein wenig den Charme des Rheins erleben möchte, sollte unbedingt mit dem Fahrgastschiff Trompeter eine Runde drehen. Neben den Rundfahrten werden auch Frühstücks- und Sommerbuffetfahrten angeboten. Ein weiterer Turm befindet sich etwas weiter den Rhein entlang der Stadt. Es ist der Gallusturm von 1343 und ist eigentlich kein Turm der Stadtmauer wie viele Besucher vermuten, sondern er wurde als Wellenbrecher für das damals noch Inselstädtchen Säckingen erbaut.

Musical im Gloria Theater

Bad Säckingen musste vor vielen Jahren sein einziges Kino schließen. Lange wusste man nicht was mit dem Gebäude machen bis sich 2006 das Gloria Theater neu erfand. Es brachte ein eigens geschriebenes Musical mit Künstlern aus der Region auf die Bühne. Mittlerweile wurde dies wieder mit einem Kinobetrieb und Künstlern wie Rüdiger Hofmann und co regelmäßig ergänzt. Ein echter Überflieger war das Musical „Happy Landing“. Es ging um die ganz große Liebe, um Freundschaft und Träume einer Amerikanischen Stewardess in den 60er Jahren die sich verliebt…

Mountainbike-Arena

Heute dürfte wohl viel mehr Urlaubern die Radsportlerin Sabine Spitz bekannt sein. Die begeisterte Radsportlerin stammt aus Bad Säckingen und hat vor allem mit dem Mountainbike unzählige Preise ergattert. Neben etlichen Titeln brachte sie auch einige Olympiamedaillen mit nachhause.
Sie ist auch Namensgeberin für die Sabine Spitz Mountainbike-Arena, ein 3,9 Kilometer langer Mountainbike-Kurs der durch den Südschwarzwald führt. Ideal für begeisterte MTB´ler.

Naturpark Südschwarzwald

Bad Säckingen ist Teil des Naturpark Südschwarzwald. Er umfasst ein Gebiet von Herbolzheim und Triberg im Norden bis nach Waldshut-Tiengen und Lörrach im Süden. Im Westen schließt er die Vorbergzone bis Freiburg und Emmendingen ein, nach Osten dehnt er sich bis Donaueschingen und Bad Dürrheim auf der Baar-Hochebene aus.
Der Naturpark Südschwarzwald ist einer von sieben Naturparken Baden-Württembergs.
Info: Der Status „Naturpark“ ist eine Schutzkategorie, die im Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) § 27 verankert ist.

Der Naturpark-Markt 

Jedes Jahr im Juli findet im Bad Säckinger Stadtteil Wallbach der Naturpark-Markt statt. Rund 40 Stände laden zum Bummeln und Probieren der vielfältigen regionalen Produkte ein. Mit dem Naturpark-Markt des „Naturpark Südschwarzwald“, wird die nachhaltige Entwicklung von Natur, Kultur und Landwirtschaft gefördert. Zu sehen gibt es traditionelles Handwerk, Projektideen und regionale Produkte werden zum Kauf angeboten.

Um den Besuch des Naturpark-Markt für die ganze Familie attraktiv zu machen, findet dieser mittlerweile parallel zum legendären Dorffest der Wallbacher Vereine direkt am Rhein statt.

Mein Tipp für Bad Säckingen

Der Bergsee Bad Säckingen. Er ist zu Fuß aus der Stadt in etwa einer halben Stunde zu erreichen und bietet neben Erholung pur auch einen Tretbootverleih, einen Barfußpfad und ein Café Restaurant. Hier kann man wirklich die Seele baumeln lassen.

Gut zu wissen

Wer in Bad Säckingen Übernachtet bekommt die KONUS-Schwarzwald-Gästekarte. Damit ist der gesamt ÖPNV im Südschwarzwald inklusive! Ein Ausflug nach Freiburg oder auf den Feldberg sind also quasi ein Muss!

Ausflüge

Die Gegend rund um Bad Säckingen bietet sich prima für Tagesausflüge an. Zum Beispiel lässt es sich mit dem Fahrrad gemühtliche auf einer rund 10 Kilometer langen Tour entlang des Rheins nach Laufenburg (Baden) radeln. Laufenburg ist ein kleines Städtchen mit engen mittelalterlichen Gassen. Das Besondere an Laufenburg ist, dass die Stadt geteilt ist. Der eine Teil ist Badisch und liegt auf der Deutschen Seite und der andere Teil ist Schweizerisch. Getrennt wurde Laufenburg durch die Napoleonsche Grenzführung durch den Rhein. Zurück radelt man dann von Laufenburg (Schweiz) entlang der Schweizer Rheinseit bis nach Stein. Dort fährt man über die historische Holzbrücke zurück in die Altstadt von Bad Säckingen.

Auch sonst gibts in der näheren Umgebung einiges zu entdecken. Hier mal ein paar Ideen für Tagesausflüge.

Anfahrt nach Bad Säckingen

Mit dem Auto:
Am Hochrhein schlängelt sich die B34 entlang. Wer aus dem Norden kommt, nutzt am besten die Anfahrt über die A5 bis Lörrach. Wer eine Vignette für die Schweizer Autobahn hat kann weiter über die A3 bis Eiken (16) nehmen und dann nach Stein bzw. über den Rhein nach Bad Säckingen fahren. Für alle anderen empfiehlt sich die A98 Richtung Rheinfelden und weiter über die B34 nach Bad Säckingen zu fahren.
Mit der Bahn:
Die Hochrheinbahn verkehrt zwischen Singen, Schaffhausen und Basel regelmäßig und hält direkt in Bad Säckingen. Von Singen/Schaffhausen bzw. Basel ist man dann ans Fernverkehrsnetz der Deutschen und der Schweizer Bahn angeschlossen.
Mit dem Rad:
Einige Radfernwege führen durch Bad Säckingen. So zum Beispiel der Südschwarzwald-Radweg. Er verspricht Radeln ohne Höhenanstieg rund um den Naturpark Südschwarzwald. Oder aber vielleicht eher der Rheintal-Radweg. Dieser führt unter anderem über Konstanz und Bad Säckingen bis Basel entlang des Hochrheins und noch weiter.

Tja, soviel mal von mir zur Kleinstadtperle Bad Säckingen. Ward ihr schon mal da, oder habt ihr mal vor Bad Säckingen zu besuchen? Schreibt mir in die Kommentare oder auf Facebook! Ich freu mich.

Noch mehr gedeckte Brücken

Meine Kollegin Janett von teilzeitreider.de hat in Ihrem Artikel „Gedeckte Brücken: Sehenswerte überdachte Holzbrücken in Europa & USA“ eine Sammlung toller gedeckter Brücken veröffentlicht. Einfach mal vorbei surfen.

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2 Kommentare

Georg Rind 19. Juni 2018 at 15:49

Hallo und vielen Dank für den tollen Bericht. Zeigt mir mal wieder, dass ich da wohne, wo Andere Urlaub machen. Das vergisst man nur all zu gerne.

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wp_admin 19. Juni 2018 at 16:30

Ja, echt ein schönes Fleckchen Erde.

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